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Der gute Ruf

Was wäre das Handwerk ohne Image? Geht das überhaupt, als Person oder als Unternehmen kein Image zu haben? Es geht ebenso nicht als sich von seinem Schatten loszusagen. Einen Ruf hat man, dafür sorgt man selbst und gleichzeitig die anderen. Und man hat einen Ruf zu verlieren. Einen guten Ruf hat ein Handwerker, wenn er ihn sich erarbeitet hat. Seine Tätigkeit vor Ort, seine Kundenbeziehung aber auch wie er sich in das gesellschaftliche Leben seines Umfeldes einbringt, all das trägt zu seinem Ruf oder Image bei. Und da gibt es viele Handwerker, die einen sehr guten Ruf haben. Handwerker mit goldenen Händen, die das modernste Auto reparieren können, denen die Kunden Brot, Brötchen und Kuchen aus den Händen reißen und solche, die man wegen anderer Tugenden lobt und weiter empfiehlt. Das Handwerk hält die Dinge am Laufen und macht das Leben angenehm. Es weist seine Daseinsberechtigung jeden Tag erneut tausendfach nach.

So gesehen, bräuchte das Handwerk seine Imagekampagne doch eigentlich nicht oder? Es hat sich erwiesen, dass das Handwerk bisher nicht in seiner Gesamtheit wahrgenommen wurde, sondern der einzelne Handwerker isoliert. Die Kampagne verweist aber gerade auf diesen Punkt: Das Handwerk als Wirtschaftsmacht, die im Gegensatz zur Industrie sogar nebenan präsent ist. Verwiesen wird auf die enormen und vielfältigen Leistungen des gesamten Handwerks. Und damit wird die Verbindung hergestellt zwischen dem Einzelnen und der Gesamtheit.

Die Handwerksorganisation mit ihren Kammern und Verbänden hat die Wirtschaftsmacht Handwerk erst zu Beginn dieses Jahres mit 480 Ausstrahlungen ihres Werbespots auf zahlreichen Fernsehsendern  und mit mehr als 7000 Großplakaten in allen größeren Städten Deutschlands eindrucksvoll sichtbar gemacht. Regionale Handwerksvertretungen wie die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg unterstützen die Werbekampagne mit eigenen Aktionen nach Kräften. Das alles macht Eindruck. Doch ich sehe den Kunden, der ein Ladengeschäft oder eine Werkstatt eines Handwerkers betritt und hier nichts von der Imagekampagne wahrnimmt. Ahnt er, dass dieser Handwerker Teil der Wirtschaftsmacht ist? Greift die positive Ausstrahlung der Kampagne auf diesen Handwerker über und wird er so vom Kunden gesehen oder eher isoliert als vereinzelter Dienstleister, der mit dem Ganzen nichts zu tun hat?

Der einzelne Handwerker sollte bei dieser Kampagne in seinem ureigenen Interesse mitmachen, zeigen, dass er dazu gehört  und mit geringem Aufwand das Ganze verstärken. Wie er das machen kann, darauf gibt die Titelgeschichte in dieser Ausgabe viele Hinweise. Tatsache ist: Auch angesichts der demografischen Entwicklung und des Fachkräftemangels braucht das gesamte Handwerk -vom Zentralverband bis zum Ein-Mann-Betrieb – eine positive Außendarstellung, um wahrgenommen zu werden. Auch wenn wir gut sind, müssen wir werben. Und am erfolgreichsten tun wir das gemeinsam!

Wolf-Harald Krüger



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