Die Nachfolge für den KFZ-Betrieb war schnell gesichert


Mit seinem Vater gemeinsam im gleichen Familienbetrieb arbeiten zu können, hatte sich Benjamin Gürtler zunächst nicht vorstellen können. Und nachdem er in das väterliche Autohaus Gürtler einstieg, flogen zunächst manchmal die Fetzen. „Ich wollte alles gleichzeitig: einen neuen Bremsenprüfstand anschaffen, eine große neue Hebebühne, ein Reifenmontiergerät. Und Mein Vater rechnete und sagte: O Gott, O Gott, so viel Geld“, erinnert sich der Jung-KfZ-Meister. Diese Konflikte sind ausgestanden, der Junior kümmert sich um die Werkstatt, Vater Ingo um den An- und Verkauf der Gebrauchtwagen. Mit diesem Geschäftsbereich war Ingo Gürtler nach der Wende in die Selbstständigkeit gestartet. Notwendige Reparatur- und Servicearbeiten ließ er von einer befreundeten freien KfZ-Werkstatt erledigen. Die Idee, auch eine eigene Werkstatt aufzubauen, reifte erst, als Sohn Benjamin sich entschied, sein Hobby zum Beruf zu machen und den Beruf eines KfZ-Mechatronikers zu erlernen. Das war so zwar nicht vorgesehen, „mein Sohn hätte auch jeden anderen Beruf lernen oder studieren können, schließlich war er ja schon auf dem Gymnasium“, berichtet Mutter Silke Gürtler. „Wir haben uns aber auch gefreut, als er sagte, er werde nach der zehnten Klasse abgehen und in die KfZ-Branche einsteigen. Da war uns klar, dass die Nachfolge-Frage für unser Unternehmen damit geklärt war“, berichtet sie.

Benjamin hatte einfach keinen Bock mehr auf Schule, war ein begeisterter Motocrosser und genoss die praktische Ausbildung. Die er aber nicht im väterlichen Betrieb, sondern in der befreundeten freien KfZ-Werkstatt K & K absolvierte. „So dicht wollte ich damals nicht bei Vater sein, abgesehen davon, dass er ja noch gar keine eigene Werkstatt hatte. Die wollte ich ja nach der Ausbildung gemeinsam mit ihm aufbauen“, berichtet Benjamin.

Die Ausbildung absolvierte er nach dreieinhalb Jahren Lehrzeit mit Erfolg und stieg dann in den väterlichen Betrieb ein. „Und dann war auch relativ schnell klar, dass nur eine Facharbeiterausbildung nicht ausreichen würde, um die Werkstatt leiten und mich später einmal auf die Übernahme des Unternehmens vorbereiten zu können“, erinnert sich Benjamin. Die Entscheidung, noch eine Meisterausbildung aufzusatteln, fiel ebenfalls sehr schnell. 2010 absolvierte er in Vollzeit einen halbjährigen Meisterlehrgang, 2013 hielt er seinen Meistertitel in den Händen. „Die erste Woche an der Meisterschule war eine Katastrophe. Ich saß da und fragte mich: Was wollen die hier eigentlich von mir. Ich fragte mich: Was tue ich mir hier eigentlich an. Ich sagte mir: Das schaffst du nie. Und ich sagte mir nach einigen bangen Tagen: Das schaffst du doch.“ In der ersten Zeit pendelte Benjamin Gürtler noch von Zuhause und der Ausbildungsstätte in Hennickendorf bei Strausberg. „Doch ich merkte sehr schnell, dass das nicht geht. Es ging nur, mich entweder voll und ganz um die Meisterausbildung zu kümmern oder es sein zu lassen“, erinnert er sich. So bezog er mit anderen Meisterschülern eine WG in der Nähe von Hennickendorf und ließ sich nur noch an den Wochenenden in Templin blicken. Der Meisterbrief mit der Bestätigung eines erfolgreichen Abschlusses, der jetzt im Büro des Unternehmens an der Wand hängt zeugt davon, dass auch das eine richtige Entscheidung war.

Jetzt arbeitet Benjamin auf Augenhöhe mit seinem Vater. „Er vertraut mir immer mehr Bereiche an, er vertraut mir bei meinen Autoankäufen, dass sie Sinn und Verstand haben. „Und mit Benjamins Wissen darum, welche Autotypen und –marken bei jungen Leuten angesagt sind, haben wir uns auch eine neue Kundschaft erschlossen“, berichtet seine Mutter. Der Lebensplan von Benjamin Gürtler, der mit  Ende 20 zu den jüngsten Meistern seiner Branche zählt, ist also klar: Übernahme und Weiterführung des Betriebes, bis dann eines Tages die nächste Generation bereit steht.

Autohandel Gürtler

Hindenburger Str. 5,
17268 Templin
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