Nicht auf der Stelle stehen bleiben


Mit Ende 20 hat Jens Smykalla bereits seinen Meistertitel als KFZ-Lackierer in der Tasche und arbeitet im technischen Außendienst. Doch das reicht ihm noch nicht.

Jens Smykalla wollte schon immer etwas mit Autos machen. Sein erstes Schulpraktikum absolvierte er als KFZ-Mechatroniker, das zweite als Auto-Lackierer. Die Arbeit dort gefiel ihm so gut, dass er sich entschied, eine Ausbildung in dem Handwerk zu beginnen. „Ich stellte mir das toll vor: jeden Tag Autos lackieren, vielleicht auch mal zweifarbig oder einen getunten Wagen“, erzählt Jens Smykalla. Doch der Arbeitsalltag entpuppte sich nicht ganz so wie erhofft.

In den ersten Berufsjahren muss er fast ausschließlich Schäden an Unfallwagen beheben. Drei Jahre sammelt er so Berufserfahrung, ehe er sich entschließt, 2012 mit der Meisterausbildung zu beginnen, um sich für höhere Positionen zu qualifizieren. „Ich wollte nicht auf der Stelle stehen bleiben, sondern mich weiterentwickeln“, sagt Jens Smykalla. Mit der Meisterausbildung wollte er möglichst früh beginnen, um nicht zu lange aus dem Schul- und Lernalltag heraus zu sein.

Mittlerweile arbeitet er im technischen Außendienst einer Firma bei Berlin, die Autolacke vertreibt. Der Jungmeister fährt nun selbst in die Lackierereien und stellt dort neue Produkte vor und weißt Mitarbeiter ein. Jens Smykalla ist glücklich mit seiner Entscheidung den Meistertitel gemachen zu haben: „Man hat nicht mehr den Fließbandstress als Lackierer und mehr Abwechslung im Arbeitsalltag“, sagt der Alt-Landsberger. Sein Arbeitsradius reicht von Mecklenburg-Vorpommern über Berlin bis in den Süden Brandenburgs. Weil er seine Meisterausbildung berufsbegleitend absolvierte, war es jedoch gar nicht so einfach, diese mit den Kundenterminen zu vereinbaren. „Manchmal stand ich noch an der Ostseeküste bei einem Kunden und wusste das gleich der Unterricht los geht“, sagt der Ende 20-Jährige über die stressige Zeit.

Fahrzeuge lackiert er jetzt nur noch zu Schulungszwecken und für sich selbst. Auf dem Familienhof in Altlandsberg stehen ein himmelblauer Trabant und ein grünes Simson-Moped, die Jens Smykalla beide selbst lackiert hat. „Ich bin ein kleiner Ost-Freak“, sagt der Jungmeister. „Ich liebe es, alte DDR-Fahrzeuge wieder in ihren Originalzustand zu bringen.“ Nebenbei arbeitet er zudem an der nächsten Weiterqualifizierung, denn Smykalla hat ehrgeizige Ziele. In den nächsten Jahren will er die Prüfung zum Betriebswirt im Handwerk erfolgreich bestehen, um später auch als Berater tätig sein zu können.

Jens Smykalla
Maler- und Lackierermeister
Altlandsberg

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