Sachverständigenwesen


Die öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg erstellen unparteiisch Gutachten über handwerkliche Leistungen. Sachverständige werden u.a. auf Anforderung bei Gerichten tätig. Die Kammer vermittelt die Sachverständigen auch auf Grundlage privater Aufträge.

Gutachter sind vom Auftraggeber zu vergüten. Im privatrechtlichen Bereich unterliegt die Höhe der Vergütung der Vereinbarung zwischen dem Auftraggeber und dem Sachverständigen. Im öffentlich-rechtlichen Bereich besteht hierfür eine gesetzliche Regelung.

Anja Schliebe

Rechtsberaterin

Telefon: 0335 5619 - 136
Telefax: 0335 5619 - 123

anja.schliebe@hwk-ff.de

In der Sachverständigendatenbank der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg sind auf 18 verschiedenen Handwerksgebieten aktuell 35 öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige mit Sitz in Ostbrandenburg zu finden.

Die bundeseinheitliche Sachverständigendatenbank des Handwerks ist ein Verzeichnis, welches Angaben über sämtliche öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige aller Handwerkskammern bundesweit enthält.

Aufgaben eines Sachverständigen

Aufgabe eines auf der Grundlage der Handwerksordnung öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen ist es, seine besondere Sachkenntnis in Form von Gutachten den Gerichten, Behörden, aber auch privaten Personen zur Verfügung zu stellen.

Der Sachverständige hat eine Aufgabe mit hoher Verantwortung, die ihn, wenn er seine aus ihr erwachsenden Pflichten schuldhaft verletzt, Schadensersatzansprüchen, ja sogar einer Strafverfolgung aussetzen kann.

Deshalb muss der Sachverständige vor seiner Bestellung unabhängig von seiner bisherigen fachlichen Qualifikation, in einem besonderen Prüfverfahren der Handwerkskammer und der einschlägigen Fachgremien unter Beweis stellen, dass er für das Amt des öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen geeignet ist, indem er entsprechende Nachweise erbringt und die Prüfung der besonderen Fachkunde besteht.

Die von der Vollversammlung der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) gemäß § 106 Abs. 1 Nr. 121 HwO beschlossene Sachverständigenordnung, regelt die Voraussetzungen der öffentlichen Bestellung und Vereidigung von Sachverständigen in den Gewerken des Handwerks.

Zuordnungsliste zum JVEG

2004 ist das Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetz (JVEG) ohne eine Sachgebietsliste in Kraft getreten, die die handwerklichen Bestellungsgebiete auch nur annähernd auffängt. Aus diesem Grund hatte sich der Bundesarbeitskreis „Sachverständigenwesen“ entschlossen, eine eigene Zuordnungsliste zu erarbeiten, die die einzelnen Handwerke und Gewerbe einer oder ggf. mehreren Honorargruppen zuordnet.
Diese Liste hat sich in der Praxis bewährt und wird insbesondere von den Gerichten als ausgewogene und verlässliche Arbeitshilfe verwendet.

Da das JVEG und insbesondere die Sachgebietsliste in Anlage 1 zu § 9 JVEG im Rahmen des 2. Kostenrechtsmodernisierungsgesetzes vom 23. Juli 2013 mit Wirkung zum 1. August 2013 umfangreich geändert wurde, war eine Änderung der Zuordnungsliste notwendig. Bei der Überarbeitung der Liste hat sich der Arbeitskreis wieder von dem auch 2004 verfolgten Ansatz leiten lassen, für die einzelnen Handwerke, soweit sie nicht ausdrücklich in der Anlage 1 zu § 9 JVEG genannt sind, eine sachgerechte Zuordnung zu einer Honorierung zu finden, die sich – auch im Vergleich zu anderen Handwerken und Gewerben – nahtlos in die Systematik des JVEG einfügt. Vor diesem Hintergrund konnte es bei einigen Handwerken nicht vermieden werden, eine Zuordnung zu einer niedrigeren Honorargruppe vorzunehmen. Dies hängt mit der vom Gesetzgeber neu strukturierten Sachgebietsliste zusammen, die – was die Honorarstufen anbetrifft – im Wesentlichen auf der Umfrage durch das Institut „Hommerich Forschung“ bei den Sachverständigen aus dem Jahr 2009 basiert. Trotz der von uns im Gesetzgebungsverfahren massiv geäußerten Kritik an dieser Vorgehensweise wurde der Ansatz unter Verweis auf die von den Sachverständigen selbst genannten Stundensätze konsequent umgesetzt.

Im Ergebnis ergibt sich für die meisten Sachverständigen aber selbst dann eine Erhöhung des Stundensatzes, wenn etwa eine Zurückstufung von Honorargruppe 3 auf Honorargruppe 2 erfolgt. Nach der alten Regelung war die Honorargruppe 3 mit einer Vergütung in Höhe von 60,00 Euro verbunden. Nach den neuen Bestimmungen ist die Honorargruppe 2 aber mit einer Stundenvergütung in Höhe von 70,00 Euro verbunden. Echte Einbußen müssen wegen der entsprechenden Angaben in der Erhebung von “Hommerich Forschung” jedoch leider die Sachverständigen der Gesundheitshandwerke hinnehmen.

Die überarbeitete Zuordnungsliste finden Sie hier:

Fortbildungsinformationen

Der Sachverständige ist gemäß § 17 der Sachverständigenordnung verpflichtet, sich nachweisbar auf dem Sachgebiet, für das er öffentlich bestellt und vereidigt ist, ständig fortzubilden.

Das aktuelle Seminarprogramm für Sachverständige

Das Bildungs- und Innovationszentrum Waldfrieden (BIZWA) bei Bernau bietet Ihnen in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Schulungen für öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige des Handwerks mit Teilnahmebescheinigung an.

Die Lehrgänge umfassen eine Reihe von Einführungs-, Grund- und Vertiefungsseminaren. Das Lehrgangsangebot des Bildungs- und Innovationszentrums Waldfrieden (BIZWA) bei Bernau finden Sie hier.

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