Konjunkturberichte


Kraftvoll und stabil auf Rekordniveau – das Handwerk ist nicht zu (s)toppen –

Handwerk in bester Stimmung im Herbst 2017

Im Bezirk der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg werden halbjährlich Konjunkturumfragen durchgeführt. Dazu befragt die Handwerkskammer über 2.300 repräsentativ ausgewählte Handwerksbetriebe mittels eines Fragebogens zu ihrer Einschätzung der aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Lage.

Die Umfrageergebnisse werden jeweils in einem repräsentativen Bericht dokumentiert und grafisch anschaulich aufbereitet.

Handwerk-gesamt

Zusammenfassung

Geschäftslage: Die Beurteilung der Geschäftslage fiel im Kammerbezirk noch nie so positiv aus wie im Herbst 2017. 96 Prozent der Befragten und damit nochmals 4 Prozent mehr als im Herbst 2016 beurteilen ihre Geschäftslage mindestens zufriedenstellend, darunter 70 Prozent mit guten Nennungen. Insbesondere in den Baugewerben ist die Stimmungslage hervorragend. Im Ausbaugewerbe bescheinigen 85 Prozent und im Bauhauptgewerbe 78 Prozent eine besonders gute Stimmungslage. Auffällig ist, dass in allen Gewerkegruppen gegenüber dem Vorjahr ein noch besseres Stimmungsbild abgegeben wurde. Der sich bereits in der Frühjahresumfrage abgezeichnete positive Stimmungstrend im Kfz-Gewerbe hält an. Die Stimmungslage im Gesundheitsgewerbe zeigt sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Das Konjunkturhoch wird in den nächsten Monaten anhalten.

Beschäftigungsentwicklung: Die gute wirtschaftliche Gesamtlage führt zu einer überwiegend stabilen Beschäftigungssituation und erbrachte ähnliche Werte wie im Herbst 2016. 80 Prozent hielten ihren Mitarbeiterstamm stabil und folgten damit dem Trend der letzten Jahre. Zusätzliche Einstellungen nahmen 13 Prozent der Befragten vor, überwiegend in den Bauhandwerken und in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf, während 7 Prozent ihre Mitarbeiterzahl verringerten. Der Personalabbau erfolgte einstellig, außer in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf mit 11 Prozent. Es wird ein positives Beschäftigungssaldo von 6 Prozent ausgewiesen. Im Nahrungsmittelgewerbe wurde mit 92 Prozent der stabilste Wert ermittelt, allerdings ohne zusätzlichen Beschäftigungsimpuls. Die Personalplanungen für die nächsten Monate deuten auf eine anhaltende stabile Beschäftigungssituation hin.

Auftragslage: Ausschlaggebend für die gute Stimmungslage im Handwerk sind volle Auftragsbücher und eine möglichst optimale Auslastung der betrieblichen Kapazitäten. Im Rahmen der Stichprobe wurde ein Auftragsvorlauf von 11,6 Wochen ermittelt, einem Plus von 2 Wochen gegenüber dem Vorjahr. Während 30 Prozent Auftragszuwächse verzeichnen, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 9 Punkten ausmacht, insbesondere getragen von dem Baugewerbe, verzeichnen 9 Prozent einen gesunkenen Auftragsbestand, zweistellig in drei Gewerkegruppen: Handwerke für den gewerblicher Bedarf, Kfz-Handwerk und Gesundheitsgewerbe. Insgesamt ist der Auftragsbestand bei 61 Prozent der Befragten stabil. Die Erwartungshaltung ist weiterhin positiv. 73 Prozent erwarten ein gleich hohes Bestandsniveau.

Betriebsauslastung: Ein wichtiges Indiz für den aktuellen Stand der Handwerkskonjunktur ist die Auslastung der vorhandenen betrieblichen Kapazitäten. 80 Prozent (Vorjahr: 78 Prozent) der Betriebe meldeten für die zurückliegenden Monate eine mehr als 70-prozentige Auslastung ihrer verfügbaren Kapazität und waren damit „zufrieden stellend“ oder besser ausgelastet. Der Anteil der Betriebe mit einer „schlechten“, d.h. nur bis zu 50-prozentigen Auslastung, lag mit aktuell 8 Prozent erneut im einstelligen Prozentbereich (Vorjahr: 9 Prozent). Die durchschnittliche Betriebsauslastung im Handwerk hat sich damit gegenüber der Vorjahresumfrage insgesamt weiter tendenziell verbessert. Mit 44 Prozent gab fast die Hälfte der Unternehmen an, dass ihre Betriebskapazitäten eine mehr als 90-prozentige Auslastung aufwiesen, das entspricht 1 Prozentpunkt weniger als im Vorjahr.

Umsatzentwicklung: Die positive Umsatzentwicklung ist Ausdruck der sehr guten Auftragslage im Handwerk und zeigt sich gegenüber der Vorjahresumfrage deutlich verbessert. Der Umsatzindikator (Saldo aus positiven und negativen Umsatzbeurteilungen) legt um 5 Zähler auf 18 Punkte zu. 63 Prozent melden ein stabiles und damit unverändertes Umsatzniveau, ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 8 Punkten. 28 Prozent verzeichneten einen Umsatzanstieg. Von Umsatzrückgängen waren 10 Prozent der Befragten betroffen, deutlich weniger als im Herbst 2016. Im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe konnte ein Umsatzplus von mindestens 30 Prozent erreicht werden. Umsatzrückgänge fielen in beiden Gewerkegruppen einstellig aus. Die Umsatzerwartungen sind weiterhin positiv. Ein deutlicher Anteil von 23 Prozent stellt sich auf steigende Umsätze ein, nur 11 Prozent erwarten eine rückläufige Umsatzentwicklung.

Preisentwicklung: Im Herbst 2017 kalkulierten 54 Prozent der Befragten mit konstanten Einkaufspreisen. Sehr stabile Einkaufspreise verzeichnen die Gesundheitshandwerker mit 84 Prozent, wie bereits im Frühjahr, und die personenbezogenen Dienstleistungen mit 80 Prozent. Einen deutlichen Anstieg der Einkaufspreise verzeichnet das Nahrungsmittel- und Ausbaugewerbe. Preissenkungen wurden lediglich in zwei Gruppen einstellig gemeldet. Im kommenden Quartal wird überwiegend mit weiter steigenden Einkaufspreisen gerechnet. 54 Prozent gehen von weiteren Preissteigerungen aus. Den höchsten Preisanstieg schätzen die Bauhaupthandwerker ein. Mit den moderatesten Anstiegen rechnen die Gesundheitshandwerker, immerhin aber auch noch 42 Prozent. Preissenkungen bzw. Nachlässe werden nicht erwartet.
Den Handwerksbetrieben gelang es konsequenter als im Vorjahr höhere Verkaufspreise gegenüber den Kunden durchzusetzen. 25 Prozent gaben an ihre Verkaufspreise erhöht zu haben. Preisnachlässe im Verkauf gewährten im Vergleich dazu nur 3 Prozent. Fast dreiviertel der Befragten hielten ihre Verkaufspreise stabil. Besonders deutlich wurden im Ausbaugewerbe und Nahrungsmittelgewerbe Preisanpassungen vorgenommen. In Anbetracht der deutlich gestiegenen Einkaufspreise in diesen beiden Gewerkegruppen eine notwendige Konsequenz, was sich auch in den Erwartungshaltungen für die Zukunft eindrucksvoll widerspiegelt.

Investitionstätigkeit: Der Indikator für das Investitionsklima im Gesamthandwerk (der Saldo aus gestiegenen und gesunkenen Investitionsaufwendungen) legt um 5 Zähler auf minus 8 Punkte zu. 10 Prozent der Betriebe melden höhere Investitionsausgaben, 18 Prozent geringere. In den Nahrungsmittelgewerken fällt die Investitionsbereitschaft am höchsten aus. Über alle Gewerkegruppen betrachtet überwiegt der Anteil der Betriebe, die weniger investiert haben. Einzig in den Personenbezogenen Dienstleistungshandwerken ist der Saldo der Betriebe mit gestiegenen und gesunkenen Investitionsausgaben gleich geblieben. Investitionsfreudiger sind insbesondere Betriebe ab einer Betriebsgröße zwischen 20 und 100 Mitarbeitern.

Den ausführlichen Bericht entnehmen Sie bitte dem Download auf diesen Seiten.

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