Konjunkturberichte


Handwerk in bester Stimmung im Frühjahr 2017

Im Bezirk der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg werden halbjährlich Konjunkturumfragen durchgeführt. Dazu befragt die Handwerkskammer über 2.300 repräsentativ ausgewählte Handwerksbetriebe mittels eines Fragebogens zu ihrer Einschätzung der aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Lage.

Die Umfrageergebnisse werden jeweils in einem repräsentativen Bericht dokumentiert und grafisch anschaulich aufbereitet.

Handwerk gesamt

Zusammenfassung

Geschäftslage: Die anhaltend positive Lage am deutschen Arbeitsmarkt, das auch weiterhin niedrige Zinsniveau und die rege Wohnungsbautätigkeit beflügeln die Binnenkonjunktur und befördern die Geschäfte der Handwerksbetriebe. 86,5 Prozent, soviel wie noch nie in einer Frühjahresumfrage, waren mit ihrer aktuellen Geschäftslage mindestens zufrieden, davon 46,0 Prozent mit guten Nennungen. In den Ausbaugewerben bescheinigten 60,4 Prozent und im Bauhauptgewerbe 51,9 Prozent  der Unternehmen eine besonders gute Stimmungslage. Im Gesundheitsgewerbe lag dieser Anteil bei 46,2 Prozent, bei den Nahrungsmittelbetrieben und in den Personenbezogenen Dienstleistungsgewerben mit jeweils 42,9 Prozent. In den Handwerken für den gewerblichen Bedarf nahm fast ein Drittel der Befragten eine gute Einschätzung vor. Stark verbessert zeigt sich die Geschäftslage der Kfz-Handwerke. Hier wurde der stabilste Stimmungswert mit 73,9 Prozent  erreicht. Das Konjunkturhoch wird in den kommenden Monaten anhalten.

Beschäftigungsentwicklung: Die Beschäftigungslage war überwiegend stabil und erbrachte ähnliche Werte wie bei der Vorjahresumfrage. 77,6 Prozent der Befragten änderten ihre Mitarbeiterzahl nicht. Zusätzliche Einstellungen kamen mit 6,1 Prozent ähnlich selten vor wie im Vorjahr; 16,2 Prozent verringerten ihre Mitarbeiterzahl. Die Beschäftigungslage im Personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe (91,3 Prozent) und bei den Nahrungsmittelbetrieben (85,7 Prozent) stellt sich am stabilsten dar. Saisonüblich war im Bauhauptgewerbe der deutlichste  Beschäftigungssaldo von -18,5 Punkten zu verzeichnen. Die Zuwächse in der Belegschaft blieben durchweg in allen Gruppen im einstelligen Bereich. Bedeutend positiver wurde die Mitarbeitersituation im Kfz-Bereich wiedergegeben. Zukünftig gehen die Betriebe von einer stabilen, leicht steigenden Mitarbeiterzahl aus.

Auftragslage:  Die Einschätzung des Auftragsbestandes wird fast identisch zu den Befragungsergebnissen des Vorjahres vorgenommen. Während 57,3 Prozent der Befragten einen gleichbleibenden Auftragsbestand einschätzen, melden 12,7 Prozent Auftragszuwächse und 30,0 Prozent Auftragsrückgänge. Im Vergleich zum Vorjahr gelang den Kfz-Betrieben per Saldo der größte Auftragszuwachs, währenddessen sich im Ausbaugewerbe die Auftragslage wieder relativiert. Im Vorjahresvergleich ist saldiert ein deutlicher Rückgang des Auftragsbestandes zu konstatieren. Eine ähnliche Entwicklung ist bei den Handwerken  für den gewerblichen Bedarf erkennbar. Keinen Auftragszuwachs meldeten die Nahrungsmittelgewerbe, allerdings bei einer insgesamt sehr stabilen Auftragslage von 78,6 Prozent. Als durchschnittlicher Auftragsvorlauf wurden gute 8,4 Wochen ermittelt.

Betriebsauslastung:  Bei der Betriebsauslastung konnten die guten Werte der Vorjahresumfrage fast erreicht werden. Der Anteil der Betriebe mit mindestens 70 %-iger Auslastung bewegte sich fast auf Vorjahresniveau bei aktuell 54,8 Prozent. Der Anteil mit einer schlechten, d.h. zu weniger als 50 %-igen Auslastung zeigt sich leicht verschlechtert mit 22,0 Prozent. 23,1 Prozent waren mehr als 90 Prozent ausgelastet. Die besten Werte diesbezüglich wies das Ausbaugewerbe mit 36,2 Prozent auf, allerdings um 4,3 Punkte gegenüber dem Vorjahr eingetrübt. Daneben zeigten sich die Betriebe des Bauhauptgewerbes mit 51,4 Prozent und die Handwerke für den gewerblichen Bedarf mit 56,5 Prozent zufrieden mit einer Auslastung über 70 %.  Weniger gut lief es für einen Teil der Bauhauptbetriebe (saisonal bedingt) und in den Gruppen Personenbezogene Dienstleistungsgewerbe, Handwerke für den gewerblichen Bedarf sowie Nahrungsmittel.

Umsatzentwicklung: Die Umsatzentwicklung zeigt sich typisch für die Jahreszeit und nahezu identisch mit dem Vorjahreswerten. Der Umsatzindikator des Ostbrandenburger Handwerks gab  lediglich um einen Zähler nach. 47,8 Prozent meldeten ein stabiles Umsatzniveau. Mit 9,3 Prozent fiel der Anteil der Betriebe, die einen Umsatzanstieg melden konnten, etwas niedriger aus. Von Umsatzrückgängen war mit 43,0 Prozent ein ähnlich hoher Anteil wie im Vorjahr betroffen. Alle Gruppen mussten Umsatzrückgänge akzeptieren, am deutlichsten die Gesundheits- und die Bauhauptgewerbe. Im kommenden Quartal ist man sehr optimistisch und erwartet in fast allen Gruppen per Saldo ein deutliches Umsatzplus. Die größte Zuversicht zeigen wieder die Nahrungsmittelbetriebe, aber auch im Kfz-Gewerbe, im Ausbaugewerbe, im Bauhauptgewerbe und in den Personenbezogenen Dienstleistungsgewerben ist man optimistisch.

Preisentwicklung: 54,3 Prozent meldeten wieder gestiegene Einkaufspreise. Ein Anteil von 43,4 Prozent konnte mit stabilen Einkaufspreisen kalkulieren. Im gleichen Zeitraum war mit 29,2 Prozent ein deutlich höherer Anteil der Betriebe in der Lage die Verkaufspreise zu erhöhen, am besten gelang das  den Ausbaubetriebe und dem Nahrungsmittelgewerbe. 62,7 Prozent der Betriebe veränderten ihre Verkaufspreise nicht. Die Preisdynamik im Verkauf wird sich auch in den nächsten Monaten, gekoppelt an die Einkaufspreise, fortsetzen und in fast allen Gewerkegruppen zu höheren oder stabilen Verkaufspreise führen.

Investitionstätigkeit: Die Investitionsbereitschaft bewegt sich nahezu auf Vorjahresniveau. 57,4 Prozent hielten ihre Investitionen auf gleichem Niveau, während 14,2 Prozent mehr investierten; einem Plus gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent. Der Saldo zwischen den Betrieben mit erhöhten und jenen mit verringerten Investitionen lag bei -14,2 Prozent und fiel etwas geringer aus als im Vorjahr. Nur im Kfz-Gewerbe gab es einen positiven Saldo zwischen den Betrieben mit erhöhten und jenen mit verringerten Investitionsausgaben. Die durchschnittliche Investitionshöhe hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht und war mit 10.873 EUR fast doppelt so hoch. Nur in den Nahrungsmittelbetrieben und bei den Ausbaugewerben zeichnet sich ein leicht positiver Saldo zugunsten zukünftiger höherer Investitionen ab.

Den ausführlichen Bericht entnehmen Sie bitte dem Download auf diesen Seiten.

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