Ausländer – unsere Fachkräfte von morgen?


„Beschäftigung von ausländischen Mitarbeitern als Chance für meinen Betrieb von morgen?“ Unter diesem Motto hat die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg und das IQ-Netzwerk Brandenburg Betriebe aus den Landkreisen Märkisch Oderland, Oder-Spree und der Stadt Frankfurt (Oder) zu einer Informationsveranstaltung im April in die HWK-Bildungsstätte in Hennickendorf eingeladen.

Experten von der Ausländerbehörde, der Bundesagentur für Arbeit, des IQ-Netzwerkes und Mitarbeiter der Handwerkskammer haben dabei mit 40 Teilnehmern verschiedene Themen zur Ausbildung und Beschäftigung von ausländischen Kräften im Unternehmen erörtert.

Vom Flüchtling ohne Deutschkenntnisse bis zur Fachkraft – glaubt man den Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit, kann das fünf bis sechs Jahre dauern, deutlich länger als bei einem in Deutschland geborenen Auszubildenden. Handwerksbetriebe sind trotzdem gern bereit, motivierte Flüchtlinge und ausländische Jugendliche zu qualifizieren und auszubilden.

In einer kurzen Einführung berichtete Michaela Schmidt, Abteilungsleiterin Berufsbildung der HWK, über die aktuellen Zahlen auf dem Ausbildungsmarkt und über mögliche Wege der Gewinnung von  ausländischen Auszubildenden aus der EU und von zugewanderten ausländischen Arbeitnehmern aus Nicht-EU-Staaten. Auch aufgrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit in einigen EU-Ländern steigt das Interesse an einer dualen Berufsausbildung in Deutschland – eine mögliche Chance für hiesige Unternehmen bei der Lösung des Nachwuchsproblems. „Wir wollen mit Ihnen auch darüber reden, wie Flüchtlinge Arbeit und Bildung bekommen und wie ihre vorhandenen Qualifikationen anerkannt werden können“, startete Michaela Schmidt die Veranstaltung.

Die Vorträge behandelten Themen wie interkulturelle Kompetenzen im Betrieb (IQ-Netzwerk) sowie Anerkennungsverfahren (nationale und internationale Fachkräftesicherung der HWK). In diesem wird festgestellt, welche Kenntnisse und Fertigkeiten im Beruf bereits vorliegen und welche im Vergleich zum Gesellen- bzw. Meisterabschluss noch fehlen. Mitarbeiter der Ausländerbehörde des Landkreises Märkisch-Oderland informierten über den rechtlichen Rahmen für Beschäftigung von ausländischen Mitarbeitern, die Willkommenslotsin der Handwerkskammer gab darüber hinaus praktische Hinweise zur Beschäftigung von Flüchtlingen.

Flankiert wurden die Vorträge durch Beispiele aus der Praxis. So hat die Firma Elektro Jahn aus Frankfurt (Oder) bisher überwiegend positive Erfahrungen mit ausländischen Mitarbeitern gemacht, auch durch das von der Handwerkskammer begleitete Projekt „MobiPro-EU“, im Rahmen dessen polnische Jugendliche im Betrieb lernen. Die positiven Erfahrungen mit den jungen Polen bewog den Betrieb sogar dazu, seine Internetseite ins Polnische übersetzen zu lassen, um so auch im Nachbarland für eine Ausbildung in Deutschland zu werben.

Die Firma Forth Elektrotechnik GmbH aus Eberswalde beschäftigt derzeit einen Afghanen in einer Einstiegsqualifizierungs-Maßnahme (EQ). Der junge Mann besucht die Berufsschule, kommt mit den anderen Lehrlingen in der Firma gut klar, benötigt aber Nachhilfe beim Erlernen der deutschen Sprache. Ein mögliches Instrument zur Unterstützung könne hier das Programm ASA sein, zu dem die Handwerkskammer Beratungen anbietet.

In der abschließenden Diskussion konnten die Fachleute dann noch offene Fragen der Teilnehmer zu Themen wie z. B. Einstiegsqualifizierung, Eingliederungszuschuss oder Förderung von Sprachkursen beantworten.

Natalja Kugler

Willkommenslotsin

Telefon: 0335 5619 - 153 und 0171 9625311
Telefax: 0335 56577 - 335

natalja.kugler@hwk-ff.de

„Beschäftigung von ausländischen Mitarbeitern als Chance für meinen Betrieb von morgen?“

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