Frühjahrskonjunkturumfrage im Handwerk


“Handwerk unserer Region fühlt sich wohl und blickt freundlich bis heiter auf die nächsten Monate“

Insgesamt 84,4 Prozent der befragten Handwerksunternehmen bezeichnen die Geschäftslage zufrieden oder besser. Lediglich 15,5 Prozent der Betriebe beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage mit „schlecht“ – der bisher niedrigste, bei einer Frühjahresumfrage ermittelte Wert. Das Handwerk unserer Region sieht die kommenden neun Monate nicht nur zuversichtlich, sondern unvermindert positiv. Mit 43,7 Prozent geht fast die Hälfte der Unternehmen von „guten“ Geschäften aus. Nur etwa jeder zehnte Betrieb, aktuell 10,7 Prozent, ist hier pessimistisch – ein weiterer Anhaltspunkt für ein weiteres Andauern der erfreulichen Entwicklung.

Fast alle Gruppen gehen von einer weiteren Verbesserung, d.h. einer Zunahme der „guten“ Beurteilungen, aus. Erneut sehen die Ausbaubetriebe mit 55 Prozent am optimistischsten auf das nächsten Quartal. In der Gruppe der Gesundheitsgewerbe wird allerdings keine weitere Verbesserung erwartet, bei einer insgesamt positiven Beurteilung der Geschäftslage. Allerdings rechnen 23,8 Prozent dieser Betriebe mit einer tendenziellen Verschlechterung ihrer Geschäfte

Ungebrochen ist die Auftragsreichweite / der Auftragsvorlauf: mit durchschnittlich 8,7 Wochen können die Handwerksbetriebe ein Vierteljahr sicher planen.

Das betrifft auch bei der Beschäftigung zu. Hier punktet das Handwerk mit hoher Stabilität. 84,6 Prozent der Befragten hielten ihre Mitarbeiterzahlen konstant. Das sind insgesamt 10,3 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich. Allerdings konnten nicht so viele Betriebe wie im Vorjahr die Beschäftigtenzahl erhöhen. Das liegt vielleicht daran, dass offene Stellen zunehmend schwieriger zu besetzen sind.
Etwa  jeder achte  Betrieb (12,1 Prozent) musste Personal abbauen (Vorjahr: 19,8 %).

In den kommenden Sommermonaten ist man in Bezug auf die Beschäftigungsentwicklung überwiegend verhalten optimistisch. In allen Gewerkegruppen gehen mindestens vier von fünf Betrieben von einer gleich bleibenden Mitarbeiterzahl aus. In den Bereichen Bauhaupt, Ausbau, Gesundheit und Personenbezogene Dienstleistungen rechnen per Saldo zwischen 8,3 und 14,5 Prozent der Betriebe mit einer Zunahme bei der Anzahl ihrer Beschäftigten.

Die im Winterhalbjahr erfahrungsgemäß rückläufige Umsatzentwicklung fiel im ostbrandenburgischen Handwerk im zurückliegenden Quartal weniger prägnant aus als bei der Vorjahresumfrage. Mit 39,4 Prozent war der Anteil der Betriebe mit einem Umsatzminus deutlich kleiner als im Frühjahr 2014 (44,4 %). Über Umsatzzuwächse konnte sich mit 12,1 Prozent (Vorjahr: 10,0 %) wieder nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der Unternehmen freuen.

Das Handwerk hielt und hält sich seit Jahren bei Investitionen weiterhin zurück. Das hat sich nicht geändert. Die Beschreibung lautet: geringe Investitionsneigung. Allgemein zeichnet sich ab, dass in allen Gruppen etwa die Hälfte, bis zu drei Viertel der Unternehmen keine Veränderungen bei den Investitionen plant. Nur im Kfz-Handwerk ist eine Erhöhung absehbar. Allen anderen Gruppen ist gemeinsam, dass der Anteil der Betriebe mit der Absicht zur Senkung ihrer Investitionen deutlich größer als der jener Unternehmen, die mehr Geld investieren wollen.

Die Ursache(n) für fehlende Impulse ließ sich leider nicht ergründen.

Einen Anhaltspunkt, dass sich die nun schon länger anhaltende gute Wirtschaftslage im Handwerk auch positiv auf eine Erhöhung der Investitionsneigung auswirken könnte, gibt es dennoch: Die ermittelte durchschnittliche Investitionshöhe überstieg mit aktuell 9.370,- EUR den Wert aus der Vorjahresumfrage (Frühjahr 2014: 5.367,- EUR) mehr als deutlich. Das lässt den folgenden Schluss zu: Wenn im zurückliegenden Quartal in einem Unternehmen investiert wurde, dann war dabei deutlich mehr Geld im Spiel als im Vorjahreszeitraum.

Zum 31.3.2015 zählte die Handwerkskammer 12201 Mitglieder
davon 3196 Betriebe im Landkreis Barnim, 879 in der Stadt Frankfurt (Oder), 3716 im Landkreis Märkisch-Oderland, im Landkreis Oder-Spree 2880 und in der Uckermark 1530.

Zweimal jährlich – im Frühjahr und Herbst – führt die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg eine Konjunkturumfrage unter den ostbrandenburgischen Betrieben durch. Dabei werden die Unternehmen um eine Einschätzung ihrer individuellen wirtschaftlichen Entwicklung sowie von Parametern wie Umsatzentwicklung, Auftragslage, Verkaufspreise oder Beschäftigung gebeten.

 

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