Preissprünge bei Energiekosten belasten Handwerk


Das für den Landeshochbau zuständige brandenburgische Finanzministerium hat auf die Preisentwicklung reagiert und den Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen am 13. April 2022 angewiesen, dass neue Verträge für Baumaßnahmen mit Preisgleitklauseln versehen werden sollen, die ermöglichen, die Preise für bestimmte festgelegte Baustoffe auch während der Baumaßnahme an die Marktentwicklung anzupassen.

Pressemitteilung des MDFE

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Der Handwerkskammertag Land Brandenburg kritisierte bereits Mitte des ersten Quartals 2022, dass es an einem Bekenntnis der öffentlichen Hand, bei ihren Aufträgen verbindlich Preisgleitklauseln zuzulassen, fehlen würde. „Stattdessen werden unsere Betriebe mit den Teuerungen allein gelassen. Diese Risikoverteilung ist nicht fair“, hieß es in einer Pressemitteilung des BHKT.

Die drei brandenburgischen Handwerkskammern fordern seit 2021, dass öffentliche Auftraggeber in Brandenburg Preisgleitklauseln für künftige Kosten- und Materialpreissteigerungen akzeptieren. Das Bundesbauministerium hat jetzt für Baumaßnahmen des Bundes einen Erlass veröffentlicht.

Die Maßnahmen zur Absenkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe sind ein erster, überfälliger Schritt.

Nachdem Unternehmen, Handwerksbetriebe und Wirtschaftsverbände seit Februar 2022 von der Ampel-Koalition massive Entlastungen wegen der explodierten Kosten für Kraftstoffe und Energie forderten, berücksichtigt das zum 1. April 2022 beschlossene Maßnahmenpaket zunächst in erster Linie die Verbraucher, nicht die Wirtschaft. „Drei Monate Steuersenkung bis 30. Juni sind natürlich sehr kurz und werden die hohen Kosten der überteuerten Energiepreise nicht wirklich auffangen. Dennoch entlastet dieser erste Schritt auch die Liquidität von Handwerkern in Ostbrandenburg“, sagt Frank Ecker, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg. Ab 1. Juli wird dann die Abschaffung der EEG-Umlage wirksam.

Die geplante steuerliche Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro als Zuschuss zum Gehalt reduziert die finanziellen Belastungen vieler Beschäftigten. „Es sieht jedoch nach einer schnellen und wahrscheinlich sehr bürokratischen Maßnahme aus“, so Ecker. „Uns fehlt vor allem der zukunftsvorsorgende Blick der Politik auf die Betriebe. Wir wünschen uns für das Handwerk Maßnahmen, die die Wirtschaftstätigkeit der Betriebe nachhaltig sichern. Denn die Weitergabe dieser rasant gestiegenen Kosten ist aufgrund bestehender Verträge kaum durchsetzbar.“ Aus der Mitgliedschaft signalisieren Handwerker, dass sie die galoppierenden Preissprünge nicht allein auffangen werden und die enormen Preissteigerungen in dieser Höhe nicht vollständig an die Kundinnen und Kunden weitergeben können.

Bundesweit fordern die Handwerksorganisationen weitere stabilisierende Maßnahmen zur Energie- und Rohstoffversorgung, um die Versorgungssicherheit, die Mobilität und die gute Auftragslage im Handwerk nicht zu gefährden. Handwerker sind auf ihre Fahrzeuge angewiesen. Ihre Beschäftigten sind häufig auch Pendler.

Der Handwerkskammertag Land Brandenburg kritisiert, dass das angekündigte große Entlastungspaket nur kleine Schritte beinhaltet, die die Probleme von Handwerksbetrieben nicht ausreichend berücksichtigten.

Michael Thieme

Pressereferent Öffentlichkeitsarbeit

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Über den Handwerkskammertag Brandenburg

Der Handwerkskammertag Brandenburg ist ein Zusammenschluss der Handwerkskammern Cottbus, Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg und Potsdam. Er vertritt die Interessen von rund 40.000 Handwerksbetrieben und ihren mehr als 160.000 Beschäftigten, die jährlich einen Umsatz von knapp 14 Milliarden Euro erwirtschaften.

Der Handwerkskammertag setzt sich für die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Handwerksbranche im Land Brandenburg ein und bündelt die Kräfte und Gemeinsamkeiten des Handwerks.

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