Konjunktur im Handwerk Ostbrandenburgs | HWK-FF.DE

Konjunktur im Handwerk Ostbrandenburgs

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Hohe Einkaufspreise, anhaltende Versorgungsengpässe, stagnierende Aufträge für das kommende (Halb)Jahr sowie der weiter anhaltende Fachkräftemangel haben unmittelbare Folgen auf die Stimmungslage der ostbrandenburgischen Handwerksbetriebe. „Die Stimmung ist ausgesprochen pessimistisch, die Sorgen mehren sich“, konstatiert Hwk-Hauptgeschäftsführer Frank Ecker. Insbesondere die Treibstoff- und Energiekosten erregen das Handwerk. Zudem geben das späte Reagieren der Bundespolitik sowie das Hin und Her bei den Maßnahmen und Schutzschirmen keine Sicherheit und Zuversicht.

Der Geschäftsklimaindex ist auf ein historisches Tief von 99 Punkten gefallen. 52 % der Betriebe bewerteten in der Herbstumfrage ihre aktuelle Geschäftslage mit gut, 36 % mit befriedigend und 12 % mit schlecht. Für das nächste Quartal erwarten nur 5 % bessere Geschäfte, dagegen 35 % schlechtere.

Neun von zehn Betrieben berichten aktuell von Preissteigerungen im Einkauf, nochmals 7 Punkte mehr als im Vorjahr. Die übergroße Mehrzahl der Handwerker erwartet in den nächsten Monaten eine weitere Preisdynamik am Markt. Hier versuchen drei Viertel der Betriebe (72 %), die Preiserhöhungen bei Rohstoffen, Materialien und Energieträgern an ihre Kunden weiterzugeben. Das sind nochmals 11 % mehr als derzeit und zeigt, dass es keine Luft gibt, die kontinuierlichen Preiserhöhungen „wegzustecken“.

Die Auftragsreichweiten der Betriebe bewegen sich im Durchschnitt noch immer bei 12,3 Wochen. Die Umsätze halten sich leicht unter Vorjahresniveau, allerdings muss die nominelle Betrachtung der Umsätze durch die hohen Preissteigerungsraten der letzten Monate relativiert werden.

Die Investitionsbereitschaft wird in den nächsten Monaten noch schwächer ausgeprägt sein. Fast jeder zweite Betrieb plant seine Investitionsausgaben nochmals zu senken. Der Beschäftigungsindikator bewegt sich aktuell bei minus 3 Zählern, in der Tendenz bei minus 13 Zählern.

Erfreulich bleibt die Ausbildungsbereitschaft im Handwerk der Region. Das Bemühen um Berufsnachwuchs hat auch 2022 wieder Erfolg: Bis zum 30. September registrierte die Handwerkskammer knapp über 900 neue Lehrverträge. Das bedeutet ein leichtes Minus gegenüber dem Vorjahr 2021. Mit der Zahl neuer Lehrlinge bewegt sich das ostbrandenburgische Handwerk auf dem Niveau von 2018 und 2019.

Die Zahl der Kammermitglieder blieb sowohl gegenüber dem Frühjahr 2022 als auch im Vergleich zum Herbst 2021 stabil bei rund 11.550 Betrieben.

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