Mönche ziehen her und an – 750 Jahre Kloster Neuzelle | HWK-FF.DE

Allgemein Mönche ziehen her und an – 750 Jahre Kloster Neuzelle

Die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg unterstützt die Aktivitäten und  Veranstaltungen zum 750-jährigen Bestehen des Klosters Neuzelle. Das Handwerk der Region profitierte in den letzten 20 Jahren durch die Restaurierung und Sanierung der Gesamtanlage durch Aufträge. Einheimische Handwerker aus dem Kammerbezirk, aus ganz Brandenburg und dem Bundesgebiet stellten unter Beweis, dass es fachmännisch und in hoher denkmalpflegerischer Qualität die historischen Bauten wiederherstellte und zum Strahlen brachte. Die Museumsanlage des Klosters Neuzelle ist auch künftig ein Aushänge- und Werbeschild für das Handwerk. Das Land Brandenburg und die Landesregierung haben die Restaurierung und Sanierung ständig begleitet und sollten auch in Zukunft mit finanziellen Mitteln die Anziehungskraft und wirtschaftliche Entwicklung fördern und vorantreiben.

Die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg wird ab Mai eine Porträtreihe von Mitgliedbetrieben veröffentlichen, die an der Wiederherstellung der Klosteranlagen beteiligt waren. Wir unterstreichen den Gedanken von Prior Pater Simeon: „Wenn ein Kloster entsteht, geht das nicht zu Lasten, sondern zum Vorteil der regionalen Wirtschaft, der Kultur und des Tourismus. In aller Regel entstehen sogar neue Arbeitsplätze im Umfeld des Klosters, unmittelbar und mittelbar.“ Und da die Handwerkskammer davon überzeugt ist, dass Neuzelle mehr als 100.000 Besuche pro Jahr gut tun werden, bejahen wir nicht nur die mehr als 100 Veranstaltungen zum 750-jährigen Jubiläum des Klosters, sondern unterstützen künftig durch unsere Fördermitgliedschaft und durch Öffentlichkeitsarbeit die Stiftung und das Kloster. Wir sind hier gern Partner. Und als Vertreter des Handwerks registrieren wir mit einem lachendem und einem weinenden Auge, dass die Neuzeller Mönche (Zitat) „…hier kein Brot backen, kein Bier brauen und keinen Wein anpflanzen“ werden.

„Das ist so ein Glücksfall, dass die Mönche gekommen sind“, sagt Helmut Fritsche, Senior-Inhaber der Klosterbrauerei Neuzelle. Neben der Handwerkskammer begrüßen auch die Wirtschaftsförderung des Landes WFBB und Oder-Spree Landrat Rolf Lindemann den Zuzug. „Für die ‚Brüder‘ müsste es eigentlich eine One-Stop-Agency geben“, meint Uwe Hoppe verschmitzt in Anlehnung an die Behandlung von Großinvestoren. „Hier müssen Steine aus dem Weg geräumt werden, so dass sich die Mönche willkommen fühlen“, meint Stefan Frische, Geschäftsführer der Klosterbrauerei. Unternehmen und Politik versprechen sich Reputation und Werbung für den Ort mit seiner einzigartigen barocken Klosteranlage, die in diesem Jahr 750 Jahre alt wird. Mehr als 50 Millionen Euro sind in den vergangenen 20 Jahren in die Wiederherstellung geflossen. Die Arbeiten sind fast abgeschlossen, sagt Uwe Hoppe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Doch das Kloster sei zu wenig bekannt, in Berlin zum Beispiel findet Helmut Fritsche. Es müsse besser, stärker vermarktet werden. Er sieht vor allem das Land in der Pflicht. „Es ist sehr wenig Geld, was das Landesmarketing in die Hand nimmt“, findet auch Uwe Hoppe. Dem widerspricht Landrat Lindemann. Eine Million Euro gibt Brandenburg für das Klosterjubiläum aus. „Das ist schon eine Hausnummer.“ Wie konkret nun allerdings mit der Wiederbelegung des Klosterlebens an sich geworben werden soll, bleibt noch offen. Brauereichef Fritsche ist an einer Zusammenarbeit mit den Zisterziensern interessiert. Vielleicht hätten die ja Lust, im Brauereiladen mit anzupacken? Die Einmaligkeit des Zuzugs auf dem Gebiet der Ex-DDR / der fünf neuen Länder müsste stärker für den Tourismus genutzt werden, fordert Uwe Hoppe. Dazu muss das Klosterleben in Gang kommen. Bislang leben vier Mönche in Neuzelle. Für deutlich mehr fehlt es an Platz. Das Land hat ein Gebäude auf dem Gelände in Aussicht gestellt. Derzeit werde zwischen der landeseigenen Stiftung Stift Neuzelle, dem Kulturministerium und dem Bistum Görlitz verhandelt, sagt ein Ministeriumssprecher. Es geht um die Nutzung und Sanierung des Gebäudes – und wer das Geld gibt. Im September wollen die Mönche ihr Priorat einrichten – mit dann acht Zisterziensern.

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Bei einer Pressekonferenz in Neuzelle: v. l. n. r.: Uwe Hoppe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt (Oder), Dr. Steffen Kammradt, Sprecher der Geschäftsführung der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB), Stefan Fritsche, Geschäftsführer der Klosterbrauerei Neuzelle und Rolf Lindemann, Landrat des Landkreises Oder-Spree

Ausgewählte Termine

18. Mai – EÖ Kulturland Brandenburg / Europäisches Kulturerbejahr „Das Erbe teilen“

23. Juni – Arbeitskreis Handwerk und Kirche der Vollversammlung der Handwerkskammer besucht das Kloster und die Mönche.

8. September15. Brandenburger Dorf- und Erntefest

Weitere Veranstaltungen im Jubiläumsjahr finden Sie hier

Informationen

Die öffentlich-rechtliche Stiftung Stift Neuzelle wurde 1996 vom Land Brandenburg gegründet. Sie hat die Aufgaben, die denkmalgeschützte Klosteranlage in Neuzelle wiederherzustellen, sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen sowie Wissenschaft, Bildung und Kultur zu fördern. Zum Vermögen der Stiftung gehören Liegenschaften und Flächen des Klosters Neuzelle im Umfang von derzeit 11.297 ha.

Bislang sind mehr als 50 Mio. Euro in die denkmalgerechte Wiederherstellung geflossen. Die Wiederherstellung und Sanierung der denkmalgeschützten Klosteranlage gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Stiftung Stift Neuzelle. Durch Landes-, Bundes- und EU-Mittel konnte ein Großteil der barocken Klosteranlage Neuzelle wiederhergestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Klosterensemble präsentiert sich nach der Sanierung der Stiftskirche St. Marien, der Evangelischen Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz, dem Museum im Kreuzgang und dem Museum Himmlisches Theater, dem Barockgarten und den sanierten Außenanlagen in seiner barocken Pracht. Ein touristisches Leitsystem führt die Besucher über die Anlage.

Museums- und Schulanlage

Wiederherstellung und Erweiterung des Kutschstallgebäudes für eine museale, kirchliche und schulische Nutzung

Wiederherstellung der Außenanlagen Stift Neuzelle
Deutsch-Polnische Bildungsbrücke Neuzelle – Zielona Góra
Grundinstandsetzung der Evangelischen Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz
Klausurgebäude – Kreuzgang, Gymnasium Kloster Neuzelle

Galeriegebäude und Fürstenflügel des Klosters Neuzelle

Kloster Neuzelle Kanzleigebäude

Umbau historisches Wirtschaftsgebäude zum Winzerhaus

Die Deutsche Zentrale für Tourismus nahm den Neuzeller Klostergarten im Jahr 2008 in die Liste der bedeutendsten Parkanlagen auf.

Ausstellung

Himmlisches Theater – Die Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab, täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr, Karten in der Besucherinformation, Führungen möglich.

Vielzahl von Veranstaltungen / Events – u.a. Sonderführung – Neuzeller Passionsdarstellungen, Oper-Oder-Spree

Gastronomie

Rund um den Naturpark Schlaubetal haben sich 19 Gastwirte zusammengeschlossen und servieren regionale Küche: den Schlaubetal-Teller. Kostenpunkt inklusive Getränk: 12–15 Euro. Im Klosterhotel Neuzelle etwa gibt es in dieser Saison Neuzeller Bockbier-Forelle, knusprig gebacken, mit Kartoffel-Gurken-Gemüse, dazu ein Schwarzbier-Likör aus der Klosterbrennerei oder ein alkoholfreies Getränk. Geöffnet montags bis freitags ab 12 Uhr, am Wochenende ab 11 Uhr, Tel.: 033652/82 39 91

Tourismus

Besucherinformation Neuzelle, Stiftsplatz 7, 15898 Neuzelle, Telefon: 033652/6102
Internet: www.neuzelle.de

Michael Thieme

Pressereferent Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 0335 5619 - 108
Telefax: 0335 5619 - 279

michael.thieme@hwk-ff.de