Sonderumfrage “Ausbildungssituation im Handwerk” | HWK-FF.DE

Blog Sonderumfrage “Ausbildungssituation im Handwerk”

Um aktuelle Informationen über die Ausbildungsaktivitäten der Handwerksbetriebe, ihre Bemühungen zur Besetzung offener Ausbildungsplätze oder auch die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die betriebliche Ausbildung junger Handwerkerinnen und Handwerker zu gewinnen, haben wir Sie  gebeten, im Herbst 2022 an der bundesweiten Umfrage “Ausbildungssituation im Handwerk” teilzunehmen, die der Zentralverband des Deutschen Handwerks gemeinsam mit vielen Handwerkskammern durchgeführt hat.

Mit der Umfrage sollen u. a. Daten zur Besetzung angebotener Ausbildungsplätze, über Gründe für den Verzicht auf Beschäftigung Auszubildender und die Aktivitäten der Betriebe zur Besetzung von Ausbildungsplätzen gewonnen werden.
Der Fragebogen umfasste insgesamt 6 (komplexe) Fragen.

  • Beschäftigen Sie aktuell Auszubildende? Und wenn ja, wie viele?
  • Wenn Sie aktuell keine Auszubildenden beschäftigen: Warum bilden Sie derzeit nicht aus?
  • Wollten Sie 2022 Ausbildungsplätze neu besetzen?
  • Wenn 2022 Ausbildungsplätze neu besetzt werden sollten: Konnten alle freien Ausbildungsplätze in diesem Jahr besetzt werden?
  • Welche Rahmenbedingungen könnten Ihnen die Besetzung von Ausbildungsplätzen erleichtern?
  • Welche der folgenden Punkte würden Ihnen das Ausbilden erleichtern?
  • Welche  Punkte setzt Ihr Betrieb zur Gewinnung von Auszubildenden bereits um?
  • Wie haben sich Ihrer Einschätzung nach in den letzten 10 Jahren die Lese, Schreib und Rechenkenntnisse bei Ausbildungsanfängern entwickelt?

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Suche nach Auszubildenden  sich in vielen Handwerken durch die demografische Entwicklung, den Trend zu höheren Schulabschlüssen sowie die gestiegene Studierneigung und das wachsende Interesse an einer Ausbildung im Pflege- und Erziehungsbereich zunehmend schwieriger  gestaltet. Dabei fehlen dem Handwerk bereits aktuell mehrere hunderttausend Fachkräfte. Eine Lücke, die sich in den nächsten Jahren noch einmal zu vergrößern droht – nicht zuletzt infolge der ambitionierten Ziele in der Energie- und Klimawendepolitik.

  • Deutlich wird noch einmal das große Ausbildungsengagement der Handwerksbetriebe, von denen 27 Prozent zum Befragungszeitpunkt Auszubildende beschäftigten. Deutlich mehr als in der Wirtschaft insgesamt.
  • Dieser Anteil würde allerdings ohne den aktuell eklatanten Bewerbermangel deutlich höher liegen. Jeder zweite Handwerksbetrieb gab an, keine passenden Bewerber für offene Ausbildungsplätze zu finden.
  • Um mehr junge Menschen für eine berufliche Ausbildung zu interessieren, braucht es aus Sicht der befragten Betriebe einen Ausbau der Berufsorientierung an allen Schulformen sowie eine Wiedereinführung des Werkunterrichts an allgemeinbildenden Schulen.
  • Die Handwerksbetriebe sehen Verbesserungsbedarf hinsichtlich der Vermittlung von Kernkompetenzen an allgemeinbildenden Schulen – die Lese-, Schreib- und Rechenfertigkeiten von Ausbildungsanfängern verschlechterten sich in den letzten 10 Jahren spürbar.
  • Eine Übernahmeperspektive nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss, Angebote zur Berufsorientierung für potenzielle Auszubildende sowie deren Ansprache mittels zielgruppengerechter Kommunikationskanäle erhöhen die Erfolgschancen eines Betriebs im Wettbewerb um Auszubildende.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Bericht, den wir Ihnen als Download auf diesen Seiten gern zur Verfügung stellen.

Quelle: ZDH im Dezember 2022

Jördis Kaczmarek

Assistentin der Abteilung Gewerbeförderung

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