„Ich wollte immer schon kreativ sein!“


Kraftfahrzeugtechniker mit Leib und Seele. Seit mehr als 40 Jahren ist Detlef Bader Ingenieur für Landmaschinentechnik und Meister des Handwerks. Am 4. Mai 1990 gründete er sein Unternehmen, das mittlerweile schon über 25 Jahre existiert.

Bis zur Wende war der Frontmann der Bader und Co. GmbH im Frankfurter Betonwerk als Hauptmechaniker für die Instandhaltung verantwortlich. Bei der Reparatur von Lkws und Traktoren legte er oft Hand mit an. 1990 ging mit der Schließung des Werkes dieses Kapitel zu Ende und Detlef Bader musste sich neu orientieren. Er blieb bei seinem Leisten, nur kam jetzt alles anders. Er absolvierte den Handwerksmeister, „obwohl ich es nicht brauchte, ich tat es vor allem, um auch Lehrlinge ausbilden zu können“, so urteilt er heute.

Ab 1990 war der Bedarf an „Westautos“ riesig. Auf diesen Zug sprang Bader auf und eröffnete am 1. Februar 1992 am Winterhafen eine Werkstatt mit Händlervertrag für Nissan. Schon am 1. Dezember desselben Jahres zog er in ein neues Autohaus an der Brauerei um. 18 lange Monate hatte er auf die Baugenehmigung gewartet und sie erst erhalten, nachdem er vor der Stadtverordnetenversammlung die Erklärung abgegeben hatte, dass er zusammen mit dem benachbarten Autohaus die Erschließungskosten übernehmen wird. Dieses Autohaus besteht bis heute, Bader ist der Filialleiter.

So mancher Unternehmer könnte neidisch werden, wenn er hört, dass der über 60-Jährige Ingenieur gleich drei seiner Söhne in seinem Unternehmen beschäftigt. Der Älteste, Sebastian, ist Lackierermeister und managt den zum Unternehmen gehörenden Lackierer- und Karosseriebetrieb in Lebus. Ulf und Christian sind in Frankfurt tätig. Hier hat die Firma unterdessen das Betriebsgelände des früheren Unternehmens Beuchelt übernommen und die mehr als 100 Jahre alte Werkhalle binnen 2 ½ Jahren vollständig umgebaut.

„Wir haben die Halle in eigener Regie umgekrempelt und nur auf wenige Spezialfirmen zurückgegriffen“, sagt Bader. So wurde ein Spezialkran mit Teleskopausleger geordert, der in der Lage war, auch von innen heraus 5 t schwere Deckenelemente zu manövrieren. Dabei wurden alle Steine des ursprünglichen Baus wiederverwendet. Eine Besonderheit in der großen Ausstellungshalle sind ein Dutzend je 12 m lange geleimte Binder aus Kiefernholz, die der Bauherr aus Österreich hat kommen lassen.

In dieser Halle stellt der Servicehändler Bader die neuesten Ford-Modelle aus. Sehr lobend äußert er sich über die Zusammenarbeit mit dem Autohaus Müller in Strausberg, das als Haupthändler wirkt.

„Mein Schritt in die Selbstständigkeit war genau richtig. Ich wollte immer creativ sein“, sagt der Unternehmer. Seit Beginn hat er 12 Lehrlinge ausgebildet. Alle sind in die alten Bundesländer gegangen, weil dort mehr gezahlt wird. Sie machen sich bei VW, BMW und Airbus nützlich. Einer ist Meister bei Porsche, weiß Bader, und beklagt, dass die Politik zu lange junge Leute mit der Wegzugprämie in den Westen  gelockt hat. „Es werden in unserer Region viele Betriebe schließen müssen, weil der Nachwuchs fehlt und unsere Stadt wird in zehn Jahren eine Rentnerstadt sein“, prophezeit der sonst optimistische Bader. Dennoch sagt er: „Junge Leute sollten den Mut haben ein Unternehmen zu gründen, sonst stirbt die Region aus.“

Autohaus Bader

An der Brauerei 1A,
15234 Frankfurt (Oder)
0335 63349
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