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Das erste Online-Voting der neuen Staffel startet heute (17. April). Ganz gleich, ob Auszubildender, Geselle oder Meister: Die Bewerbung ist jederzeit unter missmisterhandwerk.de/bewerbung möglich. Eine Übersicht über alle Bewerberinnen und Bewerber, die es im ersten Schritt in den Power People Handwerkskalender 2024 schaffen wollen, gibt es ab Voting-Beginn unter missmisterhandwerk.de/die-kandidaten.

Bewerbungs- sowie Voting-Schluss rund um Miss und Mister Handwerk 2024 ist am Freitag, den 16. Juni 2023

Im Anschluss setzt sich die Jury zusammen – zu welcher sowohl die Sponsoren, die IKK classic und die SIGNAL IDUNA Gruppe, als auch Haix gehören –, um eine Vorauswahl an Kandidatinnen und Kandidaten zu bestimmen, die im Sommer bei dem bundesweiten Power People Kalender-Shooting dabei sein dürfen. Als besonderes Highlight erwartet die Gewinner der ersten Runde ein exklusiver Tag im Haix Store in Mainburg inklusive Produktionsführung sowie Besichtigung des Logistikzentrums und der HAIX-World.

Auswahlkriterien

  • Ein gerecht verteilter Mix aus den handwerklichen Gewerken,
  • eine ausgewogene Mischung aus Auszubildenden, Gesellen und Meistern,
  • Kandidatinnen und Kandidaten aus möglichst verschiedenen Regionen
  • und das persönliche Auftreten sowie die Botschaft, die vermittelt werden möchte.

Letztlich schaffen es – nach einem weiteren Jury-Entscheid – jeweils sechs Handwerkerinnen und Handwerker in den Kalender. Die auserwählten Kalender-Stars stellen sich danach dem zweiten und finalen Voting vor der Wahl im März. Dieses bietet die Möglichkeit, sich im Online-Ranking einen guten Platz zu sichern, um damit vielleicht beim Finale zu profitieren. Neben den Ergebnissen des abschließenden Online-Votings sind die Stimmen der Jury am Tag der Entscheidung sowie die des Publikums vor Ort für die Wahl von Miss und Mister Handwerk 2024 entscheidend.

Michael Thieme

Pressereferent Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 0335 5619 - 108
Telefax: 0335 5619 - 279

michael.thieme@hwk-ff.de

Um aktuelle Informationen über die Ausbildungsaktivitäten der Handwerksbetriebe, ihre Bemühungen zur Besetzung offener Ausbildungsplätze oder auch die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die betriebliche Ausbildung junger Handwerkerinnen und Handwerker zu gewinnen, haben wir Sie  gebeten, im Herbst 2022 an der bundesweiten Umfrage “Ausbildungssituation im Handwerk” teilzunehmen, die der Zentralverband des Deutschen Handwerks gemeinsam mit vielen Handwerkskammern durchgeführt hat.

Mit der Umfrage sollen u. a. Daten zur Besetzung angebotener Ausbildungsplätze, über Gründe für den Verzicht auf Beschäftigung Auszubildender und die Aktivitäten der Betriebe zur Besetzung von Ausbildungsplätzen gewonnen werden.
Der Fragebogen umfasste insgesamt 6 (komplexe) Fragen.

  • Beschäftigen Sie aktuell Auszubildende? Und wenn ja, wie viele?
  • Wenn Sie aktuell keine Auszubildenden beschäftigen: Warum bilden Sie derzeit nicht aus?
  • Wollten Sie 2022 Ausbildungsplätze neu besetzen?
  • Wenn 2022 Ausbildungsplätze neu besetzt werden sollten: Konnten alle freien Ausbildungsplätze in diesem Jahr besetzt werden?
  • Welche Rahmenbedingungen könnten Ihnen die Besetzung von Ausbildungsplätzen erleichtern?
  • Welche der folgenden Punkte würden Ihnen das Ausbilden erleichtern?
  • Welche  Punkte setzt Ihr Betrieb zur Gewinnung von Auszubildenden bereits um?
  • Wie haben sich Ihrer Einschätzung nach in den letzten 10 Jahren die Lese, Schreib und Rechenkenntnisse bei Ausbildungsanfängern entwickelt?

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Suche nach Auszubildenden  sich in vielen Handwerken durch die demografische Entwicklung, den Trend zu höheren Schulabschlüssen sowie die gestiegene Studierneigung und das wachsende Interesse an einer Ausbildung im Pflege- und Erziehungsbereich zunehmend schwieriger  gestaltet. Dabei fehlen dem Handwerk bereits aktuell mehrere hunderttausend Fachkräfte. Eine Lücke, die sich in den nächsten Jahren noch einmal zu vergrößern droht – nicht zuletzt infolge der ambitionierten Ziele in der Energie- und Klimawendepolitik.

  • Deutlich wird noch einmal das große Ausbildungsengagement der Handwerksbetriebe, von denen 27 Prozent zum Befragungszeitpunkt Auszubildende beschäftigten. Deutlich mehr als in der Wirtschaft insgesamt.
  • Dieser Anteil würde allerdings ohne den aktuell eklatanten Bewerbermangel deutlich höher liegen. Jeder zweite Handwerksbetrieb gab an, keine passenden Bewerber für offene Ausbildungsplätze zu finden.
  • Um mehr junge Menschen für eine berufliche Ausbildung zu interessieren, braucht es aus Sicht der befragten Betriebe einen Ausbau der Berufsorientierung an allen Schulformen sowie eine Wiedereinführung des Werkunterrichts an allgemeinbildenden Schulen.
  • Die Handwerksbetriebe sehen Verbesserungsbedarf hinsichtlich der Vermittlung von Kernkompetenzen an allgemeinbildenden Schulen – die Lese-, Schreib- und Rechenfertigkeiten von Ausbildungsanfängern verschlechterten sich in den letzten 10 Jahren spürbar.
  • Eine Übernahmeperspektive nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss, Angebote zur Berufsorientierung für potenzielle Auszubildende sowie deren Ansprache mittels zielgruppengerechter Kommunikationskanäle erhöhen die Erfolgschancen eines Betriebs im Wettbewerb um Auszubildende.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Bericht, den wir Ihnen als Download auf diesen Seiten gern zur Verfügung stellen.

Quelle: ZDH im Dezember 2022

Jördis Kaczmarek

Assistentin der Abteilung Gewerbeförderung

Telefon: 0335 5619 - 120
Telefax: 0335 5619 - 123

joerdis.kaczmarek@hwk-ff.de

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Corona-Sonderregelung zur telefonischen Krankschreibung bis zum 31. März 2023 verlängert.

Nach Auffassung des Gemeinsamen Bundesausschusses wird die Sonderregelung zur telefonischen Krankschreibung weiter gebraucht. Daher soll sie nicht, wie ursprünglich beschlossen, zum 30. November 2022 auslaufen, sondern sie wird bis zum 31. März 2023 verlängert.

Es gilt also weiterhin: Versicherte mit einer leichten Atemwegserkrankung können nach telefonischer Anamnese bis zu 7 Tage krankgeschrieben werden und für weitere 7 Kalendertage eine Folgebescheinigung erhalten.

Die Pressemitteilung zum Beschluss des G-BA nebst Begründung https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1083/

Quelle: zdh.de

Anja Schliebe

Rechtsberaterin

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Michael Thieme

Pressereferent Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 0335 5619 - 108
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michael.thieme@hwk-ff.de

Andreas Lagansky ist seit 28 Jahren Ausbilder für angehende Zimmermänner und – frauen. Wir sprachen mit ihm über Ausbildungssoftware, fehlenden Support und den Verlust praktischer Fähigkeiten.

Andreas Lagansky mit der von ihm entwickelten Software
Andreas Lagansky

DHB: Herr Lagansky, was ist das für eine merkwürdige Konstruktion da auf Ihrem Tisch?

Andreas Lagansky: Sie meinen sicher diese Konstruktion hier. Das ist mein Meisterstück.

DHB: Sieht aus, wie das Modell eines Dachstuhlteils.

Andreas Lagansky: Das stimmt. Dabei ging es damals darum, zu zeigen, dass man die hochkomplexe Zimmermannstechnik des „Schiftens“ beherrscht.

DHB: „Schiften“? Ich kenne nur die „Shift“-Taste am Computer…

Andreas Lagansky: Stellen Sie sich vor, Sie müssten einen kleinen Dachstuhl für Ihr Gartenhäuschen zimmern und wollen alle Teile vorher zuschneiden, so dass Sie sie auf der Baustelle nur noch zusammenbauen müssen. Sie müssen jede Ecke, jede Kante, jede Schräge, jeden Winkel vorher vorgedacht und auf Maß zugeschnitten haben, wenn möglich millimetergenau. Und genau das ist es, was Zimmerleute das „Schiften“ nennen.

DHB: Sie gelten als Spezialist für diese besondere technische Fähigkeit, haben als Autodidakt dafür sogar eine spezielle Lernsoftware für die Ausbildung von Lehrlingen und Meisterschülern entwickelt. Wie kam es dazu?

Andreas Lagansky: Das ist eine lange Geschichte….

DHB: Wir lieben lange Geschichten – wenn sie spannend sind.

“Ich wollte nie Zimmermann werden” 

Andreas Lagansky: Ehrlich. Ich wollte eigentlich nie Zimmermann werden. Ich wäre lieber Rundfunk- und Fernsehtechniker geworden.

DHB: Wie kam das?

Andreas Lagansky: Mein Großvater war ein großer Bastler. Dem habe ich immer zugesehen. Und manchmal durfte ich sogar mitbasteln. Einmal habe ich erlebt, wie er sich einen Plattenspieler gebaut hat – komplett funktionsfähig. Das hat mich fasziniert und mir ungeheuer imponiert.

DHB: Und warum haben Sie dann etwas Anderes gelernt?

Andreas Lagansky: Weil ich dafür in der DDR Vitamin B gebraucht hätte – das „B“ stand für „Beziehungen“. In Neuzelle, wo ich aufwuchs, gab es damals nur einen Ausbildungsplatz. Klar, ich hätte die Ausbildung auch ohne Beziehungen machen können. Aber dafür verlangte man von mir, dass ich mich auf zehn Jahre bei der Armee verpflichte, wo man mich in die Funktruppen gesteckt hätte. Nee Danke! Also nahm ich, was ich kriegen konnte.

DHB: Und das war eine Ausbildung zum Zimmerer?

Andreas Lagansky: Genau. Beim BKK Ost in Eisenhüttenstadt brauchte man für diverse Großbaustellen Einschaler im Akkord. Die bildeten, ich will es mal vorsichtig ausdrücken, Schmalspurzimmerer aus. Ich hatte Glück, es gab auch eine kleine Betriebstischlerei und da wurden plötzlich zwei Lehrlinge gesucht. Dort konnte ich meine Ausbildung beenden und lernte von dem alten Meister wirklich alles, was man im Zimmererhandwerk braucht. Das machte mir solchen Spaß, dass ich die Lehre ein halbes Jahr früher abschloss. Während die anderen noch ein halbes Jahr Lehrlingsgeld bekamen, „sahnte“ ich schon den Einsteigerfacharbeiterlohn von 625 Mark ab. Allerdings konnte ich als Geselle nicht in der Tischlerei bleiben.

“Körperliche Arbeit schon als Kind gewöhnt” 

DHB: Es ging zurück auf die Großbaustellen?

Andreas Lagansky: Genau. Wieder: Einschalen, Einschalen, Einschalen. Meine letzte Großbaustelle war das Spanplattenwerk in Beeskow. Dann habe ich mir gesagt, jetzt reichts!

DHB: War es die schwere körperliche Arbeit, die Sie frustrierte?

Andreas Lagansky: Ach was! Körperliche Arbeit war ich schon als Kind gewohnt. Mein Vater war Forstarbeiter, hat Bäume gepflanzt, gefällt und im Sägewerk Grunow geschält und geschnitten. Und ich, wenn keine Schule war, immer „mittenmang“. Auch wenn Grubenhölzer auf Waggons verladen wurden. Mann, waren die schwer! Also: Er brachte mir bei, dass man mit seiner Hände Arbeit Geld verdienen kann. Dass das nichts ist, wofür man sich schämen muss. Dass man darauf stolz sein kein.

DHB: Klingt nach schwerer Kindheit?

Andreas Lagansky: I wo, überhaupt nicht. Es war schön, mit dem Vater im Wald zu sein. Bäume zu pflanzen, in den Pausen Blaubeeren und Pilze zu sammeln oder in einem der Seen baden zu gehen. Ich werde diese Zeit nie in meinem Leben vergessen.

DHB: Was kam nach den Großbaustellen?

Andreas Lagansky: Nachdem ich bei der NVA anderthalb Jahre Brückenpontons hin- und hergefahren hatte, begann ich in einem Sägewerk, einen Job, den ich 10 Jahre lang mit viel Freude machte. Dann kam die Wende und das Aus für das Sägewerk. Es folgten Arbeitslosigkeit und Warteschleife. Dann bekam ich einen Job in einer Dachbaufirma. Dort arbeitete ich drei Jahre und machte neben dem Beruf meinen Zimmerer-Meister. Damals hörte ich das erste Mal etwas vom „Schiften“. Das war eine harte Zeit. Aber in dieser Zeit wurde die Weiche für mein weiteres berufliches Leben gestellt.

DHB: Sie wurden vom Leiter des ÜAZ angesprochen, ob Sie sich eine Arbeit als Ausbilder vorstellen könnten…

Andreas Lagansky: Genau. Ich war damals 33 und sagte Ja. Meine Kollegen in der Baufirma zeigten mir einen Vogel und meinten, die Jugend von heute, die macht dich doch fertig. Aber meine Frau hat gelacht und gesagt: Ach weeßte, zurück kannste immer noch.

“Als Autodidakt das Programmieren beigebracht” 

Andreas Lagansky mit Lehrlingen
Andreas Lagansky mit Lehrlingen

DHB: Wie kam es dazu, dass Sie sich als Autodidakt das Programmieren beibrachten?

Andreas Lagansky: Um so etwas hinzubekommen wie mein Meisterstück, brauchen sie ein versiertes räumliches Vorstellungsvermögen. Sie müssen sozusagen in 3-D denken können. Gerade das ist eine Fähigkeit, die kaum einer der jungen Leute besitzt, die in unsere Ausbildung kommen. Die Frage war für mich als Ausbilder also: Wie kann ich den jungen Leuten helfen?

DHB: Und da entdeckten sie die Digitalisierung für sich?

Andreas Lagansky: So kann man das sagen. Ich fragte mich, es muss doch eine Möglichkeit geben, den jungen Leuten das, was ich mir mühsam aus Büchern erarbeiten musste in wesentlich einfacherer Form zu erklären und dabei das räumliche Vorstellungsvermögen zu trainieren. Ich Entstanden ist eine Software, die die Ausbildung für das „Schiften“ enorm vereinfachte und bis heute von meinen Lehrlingen und Meisterschülern aus Ost und West mit Begeisterung benutzt wird. Das Bundeskompetenzzentrum (welches ?) hat nichts Vergleichbares.

DHB: Wie kommt das?

Andreas Lagansky: In der Berufsausbildung in Deutschland gibt es bis heute kein System, solche Initiativen bundesweit nutzbar zu machen und entsprechendes Engagement von Ausbildern zu fördern. Wenn ich in Rente gehe, wird das Programm nicht weiterentwickelt und als Ausbildungshilfe für Lehrlinge und Meisterschüler verschwinden und mit ihm das Ergebnis von 12 Jahren Entwicklungsarbeit.

DHB: Was würden Sie sich wünschen?

Andreas Lagansky: Wie im Bereich der Privatwirtschaft wird es auch im Bereich der Ausbildung unumgänglich Instrumente zu schaffen, die Anreize zur Entwicklung von modernen Ausbildungsprogrammen setzen und entsprechende Initiativen unterstützen. Es gibt keinen bundesweiten Wettbewerb, in dem man etwa spezielles Know-how von Berufsausbildern popularisiert. Es gibt im Bereich der Ausbildung keine Risikokapitalgeber, wenn es um die Entwicklung neuer Ausbildungsmaterialien geht. Ich habe das bundesweit erste digitale Ausbildungsprogramm für das „Schiften“ privat entwickeln und finanzieren müssen bis hin zum Erwerb bestimmter Lizenzen. Das, was in diesem Programm erklärt wird, steht in keinem einzigen deutschen Lehrbuch für das Zimmererhandwerk.

“Unsere Gesellschaft verliert ihre praktischen Fähigkeiten” 

DHB: Sie sind seit 28 Jahren Ausbilder. Was ist für Sie die signifikanteste Veränderung dieser Zeit?

Andreas Lagansky: Ganz klar, die mit der technischen und digitalen Entwicklung einhergehende geringere Wertschätzung produzierender körperlicher Arbeit. Ich könnte es auch anders ausdrücken: als stetig wachsende Geringschätzung des Werts körperlicher Arbeit. Heute reden wir von einer Wissensgesellschaft.

DHB: Was stört Sie daran?

Andreas Lagansky: Gar nichts. Die Frage ist: Welches Wissen brauchen wir wirklich. Was nützt uns eine Gesellschaft des Wissens, wenn diese Gesellschaft schon bald nicht mehr in der Lage sein wird, ihr Wissen in Produkte umzusetzen, weil sie zwar weiß, aber den jungen Generationen wichtige praktische Fähigkeiten verloren gegangen sind. Denn nur damit kann man am Ende Produkte herstellen. Natürlich ist auch ein Computerspiel, eine virtuelle Welt, ein Produkt. Nur kannst du in dieser Welt kein Brot backen, das du auch essen, keinen Dachstuhl zimmern, den du auf dein Haus setzen kannst.

DHB: Was bedeutet der von Ihnen beklagte Verlust praktischer Fähigkeiten?

Andreas Lagansky: Für mich hat er inzwischen ein Ausmaß erreicht, der den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährdet. Denn wenn in Zukunft immer weniger junge Menschen den Wohlstand der Gesellschaft aufrechterhalten müssen, fällt der Verlust solcher Fähigkeiten weitaus mehr ins Gewicht als früher. Mit einer Wischbewegung auf dem Display eines Mobiltelefons lässt sich eben kein Fundament gießen und kein Nagel im Holz versenken. Aber jeder möchte ein Haus über dem Kopf.

DHB: Was genau beobachten Sie in dieser Hinsicht in Ihrer Arbeit als Ausbilder?

Andreas Lagansky: Wie in anderen Berufen, gibt es auch im Handwerk zunehmend  Quereinsteiger. Ich habe also Menschen bei mir in der Ausbildung, die von ihren Eltern immer gesagt bekamen, dass sie nur etwas werden können, wenn sie studieren. Und plötzlich machen sie die Erfahrung, dass es für ein Studium doch nicht reicht und die sich dann doch für eine Ausbildung im Handwerk entscheiden. Oft steigen solche Quereinsteiger in das 2. Lehrjahr ein. Das sind junge Leute, die sehr gut denken können, denen aber oft die motorischen Fähigkeiten für einen Handwerksberuf fehlen. Das Spannende daran ist nun, dass diese Menschen sich diese notwendigen Fähigkeiten sehr schnell aneignen und schon nach einem Jahr die Lehrlinge, die mit dem 1. Lehrjahr begonnen haben ein- und überholen.

DHB: Was sagt Ihnen das?

Andreas Lagansky: Das wir uns mehr um Studienabbrecher oder mit dem Studium unzufriedene Studentinnen und Studenten kümmern sollten. Und das wir, verdammt noch mal, die Vermittlung praktischer Fähigkeit in der Schule zu einer Pflichtaufgabe machen – und zwar von der ersten bis zu zwölften Klasse. Das darf aber nicht mehr zehn Jahre dauern. Dann ist es zu spät.

DHB: Haben Sie versucht, die Liebe zum Holz an Ihre eigenen Kinder weiterzugeben?

Andreas Lagansky: Versucht schon. Aber wenn man es sich genau besieht, dann sind die Kinder die meiste Zeit gar nicht im Elternhaus, sondern in der Schule. Und wenn die Kinder aus der Schule kommen, sind die Eltern oft noch nicht von der Arbeit zurück. Also konkurriert das Elternvorbild immer mit anderen Vorbildern. Und so haben die Drei sich für ganz andere Dinge interessiert und andere Wege eingeschlagen. Das ist in Ordnung.

Interview: Mirko Schwanitz

Andreas Lagansky mit dem Wanderstock eines Wandergesellen
Andreas Lagansky mit dem Stock eines Wandergesellen

Mirko Schwanitz

PR-Redakteur

Telefon: 0335 5619 - 197
Telefax: 0335 5619 - 279

mirko.schwanitz@hwk-ff.de

Folgende Aussteller sind für Euch vor Ort:

– Agentur für Arbeit/ Jugendberufsagentur Frankfurt (Oder)

– Alloheim Seniorenresidenz ” An der Lehmgasse”

– ArcelorMittal Eisenhüttenstadt GmbH

– Artprojekt Entwicklungen GmbH

– ASB Regionalverband Ostbrandenburg e. V.

– Augenoptik Schuster

– AWO Bezirksverband Brandenburg Ost e.V.

– Bauerngesellschaft Ziltendorfer Niederung GbR

– bbw Bildungszentrum Ostbrandenburg GmbH

– Brillux GmbH & Co. KG

– BUG Verkehrsbau SE

– Bundespolizei

– CEMEX Zement GmbH

– Claudine Friedrich

– Clinton Großhandels GmbH

– Deichmann SE

– Deutsche Rentenversicherung Berlin-Brandenburg

– E.DIS Netz GmbH

– EDEKA Handelsgesellschaft Minden Hannover mbH

– Elektro Jahn GmbH & Co.KG

– FiANTEC Provisionslösungen GmbH

– Fielmann AG

– Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH

– FRIES Holzsysteme GmbH

– FWA Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft mbH

– Gemeinnützige Pflege und Betreuungsgesellschaft der Stadt Frankfurt (Oder) mbH

– Handwerkskammer Frankfurt (Oder)-Region Ostbrandenburg

– Hans-Jörg Stahnke Haustechnik GmbH

– Hauptzollamt Frankfurt (Oder)

– Heckmann Stahl und Metallbau Ost GmbH

– HWK Frankfurt (Oder)-Region Ostbrandenburg, Bildungsstätte Hennickendorf, Fachbereich “Schweißen”

– HWK Frankfurt (Oder)-Region Ostbrandenburg, Bildungsstätte Hennickendorf, Fachbereich Maler und Lackierer

– IHK Ostbrandenburg

– IHP GmbH – Innovations for High Performance Microelectronics/Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

– IMD Labor Oderland GmbH, MVZ Ärztliches Labor Dr. Frank Berthold und Kollegen

– Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. , Regionalverband Oderland-Spree

– Karriereberatung der Bundeswehr Frankfurt (Oder)

– KarriereCenter

– Kaufland

– Klinikum Frankfurt/Oder Pflegeschule

– K-M-V Krane GmbH

– Krebs &Schulze Group (Wohlfühlhaus Bau und Scan Baugesellschaft)

– Kreisverwaltung Landkreis Oder-Spree

– Landesamt für Soziales und Versorgung des Landes Brandenburg

– Landkreis Märkisch-Oderland

– Madlitzer Mühle Betriebs GmbH & Co. KG

– Maler & Lackiererinnung Oderland

– Märkisch-Oderland Bus GmbH mobus

– Messe und Veranstaltungs GmbH / Kleist Forum

– Modellbau Stein GmbH

– ODERGLAS GmbH

– Oevermann Verkehrswegebau GmbH

– Polizei des Landes Brandenburg

– QualifizierungsCENTRUM der Wirtschaft GmbH

– Regionalgeschäftsstelle für Deutsche Vermögensberatung

– Sonae Arauco Beeskow GmbH

– Sparkasse Oder-Spree

– SPIE Versorgungstechnik

– Stadtverwaltung Frankfurt (Oder)

– Stahlwasserbau Beeskow GmbH

– Steffi Reinert-Pamperin

– STIC WFG MOL mbH – Bereich Existenzgründung

– Studentenwerk Frankfurt (Oder)

– Unitechnik Automatisierungs GmbH

– Wilde Klosterküche GmbH & Klosterhotel Neuzelle

– Wirtschaftsförderung Land Brandenburg

– Wohnungswirtschaft Frankfurt (Oder) GmbH

– YAMAICHI ELECTRONICS Deutschland Manufacturing GmbH

– Zimmerei-Holzbau-Innenausbau Roland Sohn

Stefanie Pense

Assistentin der Abteilung Berufsbildung

Telefon: 0335 5619 - 150
Telefax: 0335 5619 - 117

stefanie.pense@hwk-ff.de

Hohe Einkaufspreise, anhaltende Versorgungsengpässe, stagnierende Aufträge für das kommende (Halb)Jahr sowie der weiter anhaltende Fachkräftemangel haben unmittelbare Folgen auf die Stimmungslage der ostbrandenburgischen Handwerksbetriebe. „Die Stimmung ist ausgesprochen pessimistisch, die Sorgen mehren sich“, konstatiert Hwk-Hauptgeschäftsführer Frank Ecker. Insbesondere die Treibstoff- und Energiekosten erregen das Handwerk. Zudem geben das späte Reagieren der Bundespolitik sowie das Hin und Her bei den Maßnahmen und Schutzschirmen keine Sicherheit und Zuversicht.

Der Geschäftsklimaindex ist auf ein historisches Tief von 99 Punkten gefallen. 52 % der Betriebe bewerteten in der Herbstumfrage ihre aktuelle Geschäftslage mit gut, 36 % mit befriedigend und 12 % mit schlecht. Für das nächste Quartal erwarten nur 5 % bessere Geschäfte, dagegen 35 % schlechtere.

Neun von zehn Betrieben berichten aktuell von Preissteigerungen im Einkauf, nochmals 7 Punkte mehr als im Vorjahr. Die übergroße Mehrzahl der Handwerker erwartet in den nächsten Monaten eine weitere Preisdynamik am Markt. Hier versuchen drei Viertel der Betriebe (72 %), die Preiserhöhungen bei Rohstoffen, Materialien und Energieträgern an ihre Kunden weiterzugeben. Das sind nochmals 11 % mehr als derzeit und zeigt, dass es keine Luft gibt, die kontinuierlichen Preiserhöhungen „wegzustecken“.

Die Auftragsreichweiten der Betriebe bewegen sich im Durchschnitt noch immer bei 12,3 Wochen. Die Umsätze halten sich leicht unter Vorjahresniveau, allerdings muss die nominelle Betrachtung der Umsätze durch die hohen Preissteigerungsraten der letzten Monate relativiert werden.

Die Investitionsbereitschaft wird in den nächsten Monaten noch schwächer ausgeprägt sein. Fast jeder zweite Betrieb plant seine Investitionsausgaben nochmals zu senken. Der Beschäftigungsindikator bewegt sich aktuell bei minus 3 Zählern, in der Tendenz bei minus 13 Zählern.

Erfreulich bleibt die Ausbildungsbereitschaft im Handwerk der Region. Das Bemühen um Berufsnachwuchs hat auch 2022 wieder Erfolg: Bis zum 30. September registrierte die Handwerkskammer knapp über 900 neue Lehrverträge. Das bedeutet ein leichtes Minus gegenüber dem Vorjahr 2021. Mit der Zahl neuer Lehrlinge bewegt sich das ostbrandenburgische Handwerk auf dem Niveau von 2018 und 2019.

Die Zahl der Kammermitglieder blieb sowohl gegenüber dem Frühjahr 2022 als auch im Vergleich zum Herbst 2021 stabil bei rund 11.550 Betrieben.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Um aktuelle Informationen über die Energiekostenbelastung in den Betrieben und die Realisierung von Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs zu gewinnen, haben wir Sie gebeten, im Frühjahr 2022 an der bundesweiten Umfrage “Energieeffizienz im Handwerk” teilzunehmen, die der Zentralverband des Deutschen Handwerks  gemeinsam mit vielen Handwerkskammern  durchgeführt hat.

Mit dieser Umfrage sollten u. a. Daten zur Veränderung des Anteils der Energiekosten an den betrieblichen Umsätzen, umgesetzte und geplante Maßnahmen zur Energieverbrauchssenkung und aus betrieblicher Sicht bestehende Hürden im Zusammenhang mit der Umsetzung von Energieeffizienz verbessernden Maßnahmen gewonnen werden. Der Fragebogen umfasste insgesamt 4 (komplexe) Fragen.

  • Bitte schätzen Sie den Anteil der Energiekosten am Betriebsumsatz im Jahr 2021
  • Haben Sie in den letzten 5 JAhren Maßnahmen unternommen, um Ihren Energieverbrauch zu senken oder planen Sie dies innerhalb der nächsten 5 Jahre?
  • Welche Hürden sehen Sie bei der Umsetzung/Planung von Maßnahmen zur Energieverbrauchssenkung?
  • Kennen Sie das kostenlose digitale Energiebuch der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz …??

Den Bericht zur Auswertung der Sonderumfrage auf Bundesebene stellen wir Ihnen hiermit gern zur Verfügung.

Bei der Bewertung der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass diese sich auf den Betrachtungszeitraum vor dem Beginn des Ukraine-Kriegs beziehen und dessen Effekte auf Energiekosten und Energieversorgungssicherheit hier nicht enthalten sind.

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass gerade aufgrund der zuletzt sprunghaft gestiegenen und absehbar auf einem hohen Niveau verbleibenden Energiepreise einer möglichst energieeffizienten Produktion und  Auftragserbringung eine immer wichtigere Rolle zukommt, um die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu sichern. Um diesen  Transformationsprozess zu unterstützen, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen mit auch für kleine und mittlere Betriebe passenden Förderprogrammen:

  • Es zeigt sich, dass der Energiekostenanteil (Anteil der Einkaufsrechnungen für Energieträger, wie Gas, Öl, Strom, Diesel/Benzin oder erneuerbare Energien) am Umsatz in den letzten 5 Jahren auf mehr als 10 Prozent stark zugenommen hat.
  • Zugleich hat in diesem Zeitraum etwa jeder zweite Betrieb Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs umgesetzt oder plant dies innerhalb der nächsten 5 Jahre.
  • Hauptmotivation für Umsetzung und Planung von  Energieeffizienzmaßnahmen sind dabei die gestiegenen Energiekosten.
  • Eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit der potenziellen Maßnahmen würde den Anteil der Betriebe erhöhen, die diese dann auch umsetzen.
  • Zudem braucht es verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen und passgenaue Förderprogramme, um die Energieeffizienz in den Handwerksbetrieben weiter und zeitnah zu verbessern.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Bericht, den wir Ihnen als Download auf diesen Seiten gern zur Verfügung stellen.

Quelle: ZDH im August 2022

Jördis Kaczmarek

Assistentin der Abteilung Gewerbeförderung

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joerdis.kaczmarek@hwk-ff.de

Anfang April 2022 informierten sich ca. 300 Schülerinnen und Schüler der 8. bis 10. Klassen aus Angermünde zu einer Lehre im Handwerk. Beim Angermünder Bildungswerk e. V. stellten Handwerksbetriebe aus der Region ihre Gewerke vor und kamen so in direkten Kontakt mit potentiellen Lehrlingen.

Fotos: Leif Kuhnert // HWK-FF:DE

Michael Thieme

Pressereferent Öffentlichkeitsarbeit

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michael.thieme@hwk-ff.de

Eine Klausel in einer Allgemeinen Geschäftsbedingung (AGB) des Arbeitsvertrags, mit welcher der Arbeitnehmer bestätigen soll, nicht bereits zuvor in einem Arbeitsverhältnis zum Arbeitgeber gestanden zu haben, ist als Tatsachenbestätigung, die geeignet ist, die Beweislast zu Lasten des Arbeitnehmers und zu Gunsten des Arbeitgebers zu verändern, gemäß § 309 Nr. 12 b) BGB unwirksam. Das entschied das Landesarbeitsgericht Baden- Württemberg mit Urteil vom 11. März 2020, Az. 4 Sa 44/19.

Nach § 309 Nr.12 b BGB ist, auch soweit eine Abweichung von den gesetzlichen Vorschriften zulässig ist, eine Bestimmung in einer AGB-Klausel unwirksam, durch die der Verwender die Beweislast zum Nachteil des anderen Vertragsteils ändert, insbesondere indem er den anderen Vertragsteil bestimmte Tatsachen bestätigen lässt.

Gleichwohl sollte der Arbeitgeber den Bewerber vor Abschluss eines kalendermäßig befristeten Arbeitsvertrags in jedem Fall ausdrücklich nach einer eventuellen Vorbeschäftigung fragen. Das gilt vor allem dann, wenn er vom Arbeitnehmer Anhaltspunkte für eine solche Vorbeschäftigung bekommt, z.B. im Einstellungsbogen. Der Arbeitgeber kann sich nicht allein darauf verlassen, dass im Lebenslauf des Bewerbers keine Vorbeschäftigung angegeben ist.

Eine entsprechende schriftliche Bestätigung, dass der Bewerber bisher noch nicht für den Arbeitgeber tätig gewesen ist, sollte nicht im Rahmen des Arbeitsvertrags festgehalten werden. Dabei handelt es sich nach Auffassung des Bundesarbeitsgerichts um eine unwirksame AGB-Klausel. Überlegenswert und möglicherweise gerichtlich verwertbar wäre eher eine neben dem Arbeitsvertrag individuell verfasste, schriftliche Bestätigung über die Tatsache, dass der Arbeitnehmer bisher nicht beim Arbeitgeber tätig war.

Anja Schliebe

Rechtsberaterin

Telefon: 0335 5619 - 136
Telefax: 0335 5619 - 123

anja.schliebe@hwk-ff.de