Mirko Schwanitz I hwk-ff
Florian Kienas ist Zimmerergeselle und Bautechniker. Er gehört einer jungen Handwerkergeneration an, die trotz bürokratischer Hürden den Mut zur Gründung einer eigenen Firma hat.
Es gibt eine mythische Figur in Florian Kienas‘ Familie. „Mein Großvater war Zimmerer. Meine Mutter, aber auch Verwandte haben immer unglaubliche Dinge über diesen Mann erzählt, den ich nie kennengelernt habe. Manchmal, wenn wir unterwegs waren, sagte man mir: Das Tor dort hat Opa gebaut. Den Dachstuhl da auch. Da schwang immer so ein Stolz mit! In meinem Unterbewusstsein muss das etwas ausgelöst haben. Und vielleicht hat mir das meinen Weg vorgegeben.“
Enttäuscht von mancher Firmenkultur
Ein Weg, der von Zielstrebigkeit zeugt: Realschulabschluss, Zimmererlehre, nachgeholtes Abitur. „Den Traum von der Selbstständigkeit hatte ich früh. Meine Ausbildung machte ich in einer Zimmerei in Potsdam. Schon da stellte ich mit viele Fragen. Eine davon war: Was brauche ich, um eine eigene Firma zu führen? Den Meister? Den Bautechniker? Die Handwerksordnung sieht beides als Möglichkeit vor. Ich entschied mich für ein Studium als Bautechniker in Seelow. Ein Faible fürs Zeichnen, auch fürs Konstruieren hatte ich schon immer.“ Nach dem Studium sammelte Florian Erfahrungen. Er arbeitete bei einer renommierten Firma in Spreenhagen. Vielleicht wurde hier schon das Samenkorn für seine spätere Entscheidung gelegt. Es brauchte aber lange, um zu reifen. Später heuerte er bei einem Planungsbüro an, wechselte erneut und wurde Bauleiter. Immer wieder haderte er mit der Firmenkultur. „Wenn du mit Elan in Firmen kommst, die dir zwar Entwicklungschancen aufzeigen, dich dann aber immer wieder vertrösten, musst du für dich eine Entscheidung fällen. Ursprünglich war mein Plan, die Nachfolge in einer Firma anzutreten. Aufgrund meiner Erfahrungen nahm ich aber davon Abstand. Ich verlor einfach das Vertrauen in gemachte Zusagen.“
Spielplatzbau aus kindlichem Blickwinkel
Es ist eine Freundin mit pädagogischer Ausbildung, inspiriert ihn dazu, sein Handwerk mit etwas Sozialem zu verbinden. Ihm kommt die Idee, Spielplätze aus der Sicht und dem Blickwinkel von Kindern zu bauen. Spielplätze nicht nur zum Toben, sondern die für Pädagogen ein unterstützendes Element in der Erziehungsarbeit sein können. Er lässt sich beraten, auch von Betriebsberatern der Handwerkskammer. Der erste Auftrag: die Spielplatzreparatur in einer Waldkita. „Für die Kinder sind es Details, die ein Spielgerät faszinierend machen. Und genau diese Details sind es, die meine Firma besonders machen sollen.“ Versteckte Wichtelhäuschen, Klettergriffe in Form von Fröschen, Marienkäfern, ein Salamander, der um die Ecke guckt. In ihnen lebt Florian seine Kreativität und seinen Witz aus. Doch spürt er schnell, wo er dazulernen muss. „Wie und vor allem wo finde ich meine Kunden? Wie überzeuge ich sie von meiner Vorstellung von Spielräumen? Ich war komplett am Anfang – und bald auch am Verzweifeln.“ Doch in der Anfangsphase aufgeben? Für Florian Kienas ist das keine Option. „Es ist wichtig, sich Netzwerke aufzubauen. Oder in existierende hineinzugehen. Vielleicht auch spezielle Angebote der Zusammenarbeit mit meinen kleinen ‚Kundinnen‘ und ‚Kunden‘ zu entwickeln, mit Kitas zusammenzuarbeiten, Social Media-Kanäle besser nutzen.“ Hier würde ist Florian an mehr Fortbildungsangeboten der Handwerkskammer für Unternehmensgründer interessiert. „Vielleicht auch häufigere Kontakte und regelmäßiger Austausch mit den Betriebsberatern. Ein „Hallo, wie geht’s? Wie läufts? Wo brauchst du Hilfe?“ würde ich mich freuen. Das gäbe mir das Gefühl: Uns sind die jungen Gründer wichtig! Wir wollen, dass sie Erfolg haben!“ Mirko Schwanitz
Flos Wunderland
Florina Kienas
Uckermarkstr. 24
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Florian.kienas@flos-wunderland.de