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Der Landtag Brandenburg hat die Novelle der Brandenburgischen Bauordnung beschlossen und damit wichtige Weichen für effizientere Bauprozesse gestellt. Ziel der Reform ist es, Verfahren zu beschleunigen, bürokratische Hürden abzubauen und den Wohnungsbau insgesamt zu erleichtern.
Für das Handwerk in Brandenburg bringt die Neuregelung spürbare Veränderungen – aber auch neue Chancen.
Zentrale Neuerungen im Überblick
Die Novelle setzt vor allem bei den Genehmigungsprozessen und beim Bauen im Bestand an. Künftig gelten verbindlichere Abläufe und digitale Verfahren:
- Klare Fristen: Bauaufsichtsbehörden müssen innerhalb von drei Wochen prüfen, ob ein Bauantrag vollständig ist.
- Genehmigungsfiktion: Erfolgt innerhalb von drei Monaten keine Entscheidung, gilt der Antrag künftig als genehmigt.
- Digitale Bauanträge: Ab dem 1. Oktober 2026 wird die digitale Antragstellung verpflichtend.
- Erleichterungen im Bestand: Umbauten, Aufstockungen und Umnutzungen bestehender Gebäude werden vereinfacht.
Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, Bauprojekte schneller zu realisieren und Investitionen anzukurbeln.
Bedeutung für das Handwerk
Für Handwerksbetriebe in Brandenburg bedeuten die neuen Regelungen vor allem eines: mehr Planungssicherheit und effizientere Abläufe.
Schnellere Genehmigungen können dazu führen, dass Aufträge zügiger starten und umgesetzt werden. Gleichzeitig erleichtern die neuen Regeln im Gebäudebestand insbesondere kleineren und mittelständischen Betrieben den Zugang zu zusätzlichen Aufträgen – etwa im Bereich Sanierung, Modernisierung oder Nachverdichtung.
Gerade vor dem Hintergrund des angespannten Wohnungsmarktes kann das Handwerk eine zentrale Rolle dabei spielen, vorhandene Gebäude besser zu nutzen und neuen Wohnraum zu schaffen.
Herausforderung: Umsetzung in der Praxis
So positiv die Neuerungen sind – entscheidend wird sein, wie sie vor Ort umgesetzt werden. Denn: Verfahrensbeschleunigung entsteht nicht allein durch neue Regeln, sondern durch deren konsequente Anwendung.
Damit die Reform ihre Wirkung entfaltet, braucht es:
- gut ausgestattete und digitalisierte Bauverwaltungen
- klare Zuständigkeiten und einheitliche Abläufe
- eine verlässliche Anwendung der Fristenregelungen
- enge Abstimmung zwischen Behörden, Planern und Handwerk
Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können die neuen Instrumente tatsächlich zu schnelleren Bauprozessen führen.
Fazit: Gute Grundlage – jetzt konsequent nutzen
Die Novelle der Brandenburgischen Bauordnung ist ein wichtiger Schritt, um die Rahmenbedingungen für den Bau zu verbessern. Sie bietet die Chance, Verfahren zu vereinfachen und Projekte schneller umzusetzen.
Für das Handwerk kommt es nun darauf an, diese Möglichkeiten aktiv zu nutzen und die praktische Umsetzung eng zu begleiten. Gleichzeitig ist die Politik gefordert, den Vollzug im Blick zu behalten und bei Bedarf nachzusteuern.