Diebstahlschutz im Handwerk: Polizei gibt praktische Tipps

Rund 50 Handwerksbetriebe bei Videokonferenz mit Innenminister Dr. Jan Redmann

Diebstähle aus Transportern haben in Brandenburg deutlich zugenommen: Von 2024 auf 2025 stieg die Zahl der erfassten Fälle um gut 20 Prozent. Besonders im Berliner Umland schlagen organisierte Tätergruppen gezielt bei Handwerksbetrieben zu. Gestohlene Werkzeuge und Maschinen, Arbeitsausfälle und verzögerte Aufträge verursachen erhebliche wirtschaftliche Schäden. Wie sich Betriebe besser schützen können und was die Polizei gegen die Täter unternimmt, stand am 28. Oktober im Mittelpunkt einer Videokonferenz des Handwerkskammertages Brandenburg (BHKT) mit Innenminister Dr. Jan Redmann und der Polizei Brandenburg. Rund 50 Handwerksbetriebe nahmen teil.

Wolf-Harald Krüger, Präsident der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg, verwies in seiner Begrüßung für den BHKT auf die erheblichen Folgen für die Betriebe. Neben dem Verlust von Werkzeugen und Maschinen führten Diebstähle zu Arbeitsausfällen, Verzögerungen und zusätzlichem organisatorischem Aufwand. Für wirksamen Schutz brauche es betriebliche Eigenvorsorge, sichtbare Polizeipräsenz und konsequente Strafverfolgung.

Innenminister Redmann berichtete, dass insbesondere im Berliner Umland organisierte Tätergruppen gezielt Handwerkerfahrzeuge aufbrechen. Ermittlungserfolge hätten in der Vergangenheit regional zu einem Rückgang der Fallzahlen geführt. Bis Ende August 2026 seien die Fallzahlen in weiten Teilen Brandenburgs ebenfalls zurückgegangen, allerdings nicht überall. Wiederholte Einbrüche, Arbeitsausfälle und höhere Versicherungskosten könnten nach Einschätzung des Ministers für Unternehmen sogar zum Standortnachteil werden.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie sehr wiederholte Diebstähle die betroffenen Handwerksbetriebe belasten. Unternehmer berichteten von mehrfach aufgebrochenen Fahrzeugen und fragten nach besseren Möglichkeiten der Prävention und Strafverfolgung. Auch der Nutzen technischer Hilfsmittel wie GPS-Ortung, künstlicher DNA und Videoüberwachung wurde erörtert. Die Polizei erläuterte Möglichkeiten, aber auch Grenzen dieser Maßnahmen. Ein weiteres Thema war die Polizeipräsenz in Gewerbegebieten. Insbesondere an Wochenenden und Feiertagen wünschten sich die Betriebe häufigere Kontrollen. Redmann verwies auf das Ziel, die Zahl der Polizeibediensteten auf 9.000 zu erhöhen und die Präsenz in der Fläche zu stärken.

Lars Borchardt, Leiter Polizeiinspektion Oberhavel und Dirk Grave, Präventionsexperte der Polizei Brandenburg im Landkreis Oberhavel empfahlen insbesondere geprüfte Zusatzschlösser für Transporter, Alarmanlagen und zusätzliche mechanische Sicherungen. Diese sollen Einbrüche erschweren und das Entdeckungsrisiko erhöhen. Die Polizei bot den Handwerksbetrieben zudem an, sie bei Bedarf vor Ort zu besuchen und individuell zu geeigneten Schutzmaßnahmen zu beraten.

Quelle: BHKT

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