Mirko Schwanitz I hwk-ff
Mariella Müller liebt den Kontakt mit Menschen. Kurze Zeit dachte sie darüber nach, Lehrerin zu werden. Dann entschied sie sich für eine Ausbildung als Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk.
Als ich Mariella treffe, ist sie traurig. „So ein Mist“, sagt sie. „Da hat man einmal im Leben die Chance, an den Deutschen Meisterschaften der Fachverkäufer teilzunehmen, und dann bin ich krank.“ Das Reglement ist hart: An den Deutschen Meisterschaften dürfen nur die besten Lehrlinge eines Bundeslandes teilnehmen. Und das wird im kommenden Jahr schon wieder ein anderer oder eine andere sein. Mariella, die beste Auszubildende des Jahrgangs 2025 in Brandenburg, seufzt und nickt.
„Wir sind Garanten einer guten Verkaufskultur“
Die junge Frau hätte Abitur machen und studieren können. „Aber ich wollte arbeiten. Schon als Schülerin habe ich in Cafés gejobbt. Ich mochte die Arbeit, die Kunden und natürlich das zusätzliche Taschengeld. Und ich habe auch gelernt, was so abgeht auf einer Arbeitsstelle: die Dynamik in einem Team, wie man wegsteckt, wenn man mal angeranzt wird. Praktika sind eine Schule fürs Leben.“ Am Ende waren weder Eltern noch Freundinnen überrascht über ihre Berufsentscheidung. „Ich bin überzeugt davon, dass gut ausgebildete Fachverkäufer Garanten einer guten Verkaufskultur sind.“ Wohin sich die Branche angesichts des immer stärker werdenden Online-Handels entwickeln wird, weiß Mariella nicht. Positiv: 2024 entschieden sich laut Angaben des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks bundesweit 4.326 junge Menschen für eine Ausbildung als Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk. Das waren immerhin 22,5 Prozent mehr als noch 2023. In Brandenburg stieg die Anzahl der Ausbildungsverträge im gleichen Zeitraum von 27 auf 60. Damit bestätigt unser flächenmäßig eher kleines Land den bundesweiten Trend. Ob er auch nachhaltig ist, muss sich noch erweisen. Für Brandenburg ist der Anstieg aber besonders relevant, weil das Land für die Versorgung von Bäckereien, Metzgereien, Hofläden und ähnlichen Einrichtungen auf Fachkräfte im Lebensmittelhandwerk angewiesen ist.
„Ich will mich weiterentwickeln“
Die Ausbildung bei der Wriba Backwaren GmbH war hart. „Aber zum Glück gehöre ich zu jenen Menschen, die kein Problem haben, um vier Uhr aufzustehen.“ Backverkaufsstellen öffnen früh. Brötchen müssen aufgebacken, frischer Kuchen und Torten in Empfang genommen und in Szene gesetzt werden. „Was ich aber nicht ahnte, war, wie viel theoretisches Wissen eine Fachverkäuferin haben und auch anwenden können muss.“ Lebensmittelchemie, Rohstoffkunde, erlaubte und nicht erlaubte Zusatzstoffe, Warenpräsentation, Lebensmittelhygiene und der Umgang mit Kunden – das sind nur einige wenige Stichworte. Mariella hatte Glück: Ihr Ausbildungsbetrieb förderte sie und übergab ihr mit der Leitung einer Filiale früh Verantwortung.
„Das ist eine Herausforderung“, meint sie. „Vor allem muss ich mir den Respekt älterer Kolleginnen erarbeiten. Für sie ist es ungewohnt, eine so junge Vorgesetzte zu haben.“
Das nächste Ziel hat sich Mariella bereits gesteckt. „Ich würde gern den Ausbilderschein machen. Ich fände es toll, andere junge Menschen auszubilden.“ Der Beruf einer Fachverkäuferin bietet also auch Entwicklungschancen – und Mariella nutzt sie schon früh.
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