Handwerk im Dialog: Landrat Frank Steffen und Handwerkskammer besuchen Betriebe in Sieversdorf

Der direkte Austausch mit Handwerksbetrieben ist unverzichtbar, um die Herausforderungen und Chancen der regionalen Wirtschaft aus erster Hand kennenzulernen. Aus diesem Grund besuchten Landrat Frank Steffen und der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg, Frank Ecker, am 27.08.2026 zwei bedeutende Handwerksunternehmen in Sieversdorf: die Golem Kunst- und Baukeramik GmbH und die Orgelbauwerkstatt Scheffler.

Golem Baukeramik: Handwerk, Tradition und Zukunftsperspektiven

Erste Station war die Golem Kunst- und Baukeramik GmbH, die mit ihren hochwertigen keramischen Produkten weit über die Region hinaus bekannt ist. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 55 Mitarbeiter sowie sechs Auszubildende.

Bei einem Rundgang durch die Werkstätten und die Fliesenfertigung erhielten die Besucher einen umfassenden Einblick in die Produktion. Dabei wurde deutlich, mit welcher Präzision und handwerklichen Kompetenz die keramischen Erzeugnisse entstehen. Aktuell arbeitet das Unternehmen unter anderem an der Herstellung von Vasen für den Schlosspark Sanssouci in Potsdam.

Im anschließenden Gespräch standen die Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung des Betriebes im Mittelpunkt. Die Unternehmensleitung verwies auf die Bedeutung einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur und sprach sich für einen zügigen Ausbau der Glasfaseranbindung aus. Ebenso wurde die Notwendigkeit einer besseren ÖPNV-Anbindung in den frühen Morgenstunden thematisiert, um Mitarbeitern und Auszubildenden einen verlässlichen Arbeitsweg zu ermöglichen.

Ein weiteres wichtiges Thema waren die weiterhin hohen Energiekosten, die gerade produzierende Unternehmen vor große Herausforderungen stellen.

„Das Handwerk braucht verlässliche Rahmenbedingungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu gehören eine moderne Infrastruktur, eine gute Erreichbarkeit der Betriebe und bezahlbare Energie“, betonte Frank Ecker im Gespräch.

Erfolgreiche Nachfolge bei der Orgelbauwerkstatt Scheffler

Im Anschluss besuchten Frank Steffen und Frank Ecker die Orgelbauwerkstatt Scheffler, die mit ihren Arbeiten europaweit gefragt ist. Der Betrieb beschäftigt 15 Mitarbeiter und realisiert Projekte in zahlreichen Ländern Europas.

Besonders erfreulich aus Sicht der Handwerkskammer ist die gelungene Unternehmensnachfolge: Konrad Scheffler hat die Verantwortung von der älteren Generation übernommen und führt das Familienunternehmen mit einem jungen und engagierten Team erfolgreich weiter.

Während des Rundgangs erhielten die Gäste Einblicke in die Werkstatt und die anspruchsvolle Arbeit des Orgelbaus. Die Kombination aus traditioneller Handwerkskunst, technischem Know-how und künstlerischem Anspruch macht dieses Gewerk zu einem wichtigen Bestandteil der europäischen Kulturlandschaft.

Im Gespräch mit der Unternehmensleitung wurde deutlich, dass die Arbeit vieler Orgelbaubetriebe eng mit dem Erhalt kultureller Einrichtungen und historischer Bauwerke verbunden ist. Deshalb sprach sich das Unternehmen für den Fortbestand und die Weiterentwicklung von Förderprogrammen für Kultur und Denkmalpflege aus. Diese seien für zahlreiche Projekte von großer Bedeutung und trügen dazu bei, wertvolle Instrumente und kulturelles Erbe für kommende Generationen zu bewahren.

Austausch auf Augenhöhe

Der Besuch beider Unternehmen machte deutlich, wie vielfältig das Handwerk im Landkreis Oder-Spree aufgestellt ist. Ob traditionelle Keramikherstellung oder europaweit gefragter Orgelbau: Beide Betriebe stehen beispielhaft für Innovationskraft, Ausbildungsengagement und die hohe Qualität des ostbrandenburgischen Handwerks.

Der Austausch vor Ort zeigt einmal mehr, wie wichtig der direkte Dialog zwischen Handwerk, Politik und Kammer ist, um gemeinsam an guten Zukunftsperspektiven für die regionale Wirtschaft zu arbeiten.

 

Ansprechpartner

Martin Römer

Martin Römer

Leiter Pressestelle

Telefon:0335 5619 - 196

Telefax:0335 5619 - 279

martin.roemer@hwk-ff.de