Politik hört zu – Handwerk spricht Klartext

Wo drückt der Schuh im Handwerk? Darüber informierten sich die Landräte von Märkisch-Oderland und Oder-Spree sowie Frankfurts Oberbürgermeister Dr. Axel Strasser bei Besuchen in ostbrandenburgischen Handwerksbetrieben. Begleitet wurden sie von Frank Ecker, dem Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Stationen waren unter anderem die Bäckerei Kara in Neuenhagen, die Furchner GmbH, Augenoptik Schuster, GOLEM Baukeramik und die Orgelwerkstatt Scheffler.

Die Unternehmer redeten Klartext: Steigende Kosten für Personal, Energie und Material, immer neue Dokumentations- und Nachweispflichten, Fachkräftemangel und die schwierige Suche nach Auszubildenden belasten viele Betriebe. In Frankfurt (Oder) forderten die Handwerker erneut einen Handwerkerparkausweis. Zudem wurde über den Zustand der Frankfurter Magistrale, sichere Zugänge für Kunden, Anlieferungsmöglichkeiten und die Anforderungen des Denkmalschutzes diskutiert. Der Tenor: Eine erfolgreiche Innenstadtentwicklung gelingt nur gemeinsam mit den ansässigen Unternehmen.

Beim Besuch der GOLEM Kunst- und Baukeramik GmbH in Sieversdorf standen weitere Herausforderungen im Mittelpunkt. Das Unternehmen beschäftigt 55 Mitarbeiter und sechs Auszubildende. Thematisiert wurden der Ausbau der Glasfaserinfrastruktur, eine bessere ÖPNV-Anbindung in den frühen Morgenstunden sowie die weiterhin hohen Energiekosten. Bei einem Rundgang durch Werkstätten und Fliesenfertigung präsentierte das Unternehmen außerdem aktuelle Projekte, darunter die Herstellung von Keramikvasen für den Schlosspark Sanssouci in Potsdam.

Auch beim Austausch mit Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement brachten die Handwerksbetriebe ihre Anliegen direkt zur Sprache. Im Mittelpunkt standen der Bürokratieabbau, die Fachkräftesicherung und eine leistungsfähige Infrastruktur. Deutlich wurde: Das Handwerk braucht verlässliche Rahmenbedingungen, um auch künftig investieren, ausbilden und wirtschaftlich erfolgreich arbeiten zu können.

„Die besten Gespräche finden nicht im Sitzungssaal, sondern im Betrieb statt“, fasste Frank Ecker die Besuche zusammen. Der direkte Austausch zeige, wie wichtig kurze Wege zwischen Politik, Verwaltung und Handwerk sind.

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Martin Römer

Martin Römer

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