Sonderumfrage “Betriebsnachfolge im Handwerk”

Um aktuelle Informationen über die in den nächsten Jahren anstehenden Betriebsübergaben im Handwerk sowie die Erfahrungen mit und den Bedarf an Unterstützungsangeboten aus Sicht der einen Betrieb übergebenden Inhaber zu gewinnen, haben wir Sie gebeten, im Herbst 2020 an der bundesweiten Umfrage „Betriebsnachfolge im Handwerk“ teilzunehmen, die der Zentralverband des Deutschen Handwerks gemeinsam mit vielen Handwerkskammern durchgeführt hat. Die Umfrageergebnisse bilden eine wichtige Argumentationsgrundlage für die Wahrung der Interessen des Handwerks gegenüber der Politik und helfen dabei, konkrete Handlungsfelder offenzulegen.

Die Umfrage beinhaltete insgesamt 8 Fragen:

  • Alter des Betriebsinhabers
  • Welche Rechtsform hat Ihr Betrieb?
  • Beabsichtigen Sie, Ihren Betrieb in nächster Zeit…
    … an einen Nachfolger zu übergeben?
    … zu schließen?
  • An wen soll Ihr Betrieb übergeben werden?
  • Welche sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen bei der Betriebsübergabe?
  • Wie bewerten Sie die Qualität folgender Angebote zur Vorbereitung einer (späteren) Betriebsübergabe?
  • Zur Preisfindung ist in der Regel eine Unternehmensbewertung hilfreich. Wurde Ihr Betrieb bereits bewertet?
    Wenn ja, Wer hat die Bewertung vorgenommen?
    Wenn ja, wie beurteilen Sie das Ergebnis der Bewertung?
  • Wie bewerten Sie für Ihren Betrieb die Erfolgswahrscheinlichkeit einer (zukünftigen) Betriebsübergabe?

Eine Auswertung der Umfrageergebnisse der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg stellen wir Ihnen in diesem Beitrag als Download gern zur Verfügung.

Den Bericht zur Auswertung der Sonderumfrage auf Bundesebene stellen wir Ihnen hiermit gern zur Verfügung.

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass ein wachsender Anteil der Betriebe in näherer Zukunft an einen Nachfolger übergeben werden soll. Zudem ist der Beratungsbedarf zu Betriebsübergaben aufseiten der Betriebe hoch. Das ist nicht zuletzt auf die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen für Übergaben und den Mangel an geeigneten Nachfolgern zurückzuführen:

  • Aktuell ist bereits beinahe jeder vierte Betriebsinhaber im Handwerk der Altersgruppe der über 60-jährigen zuzurechnen. Eine Folge der demografischen Entwicklung ist, dass in den kommenden 5 Jahren bei bis zu 125.000 Handwerksbetrieben die Übergabe an einen Nachfolger vollzogen werden dürfte.
  • In den zur Übergabe anstehenden Betrieben ist überwiegend bereits entschieden, wer die Nachfolge antreten soll. Dabei wird vor allem eine Weitergabe innerhalb der Familie oder die an einen Mitarbeiter angestrebt.
  • Zu den drei zentralen Herausforderungen für das Gelingen einer Betriebsübergabe zählen die Inhaber die Suche nach einem geeigneten Nachfolger (57 Prozent), die Ermittlung des Unternehmenswertes (40 Prozent) und steuerliche Aspekte (31 Prozent).
  • Erste Anlaufstelle für die Beratung zum Thema Betriebsnachfolge ist für die meisten Betriebe ihr Steuerberater, aber auch die Beratungsangebote von Handwerkskammern und -verbänden werden häufig genutzt. Die Zufriedenheit mit der Qualität dieser Beratungsangebote ist zudem insgesamt hoch.
  • Nur für etwa jeden fünften Betrieb, der in den kommenden 5 Jahren übergeben werden soll, wurde bereits der Unternehmenswert ermittelt. Am häufigsten werden Bewertungen durch die Berater der Handwerksorganisation (i. d. R. mittels des bewährten AWH-Verfahrens) oder den Steuerberater durchgeführt.
  • Vor allem die mittleren und großen Betriebe sehen gute Erfolgschancen für die Übergabe, während vor allem Kleinstbetriebe die Erfolgswahrscheinlichkeit deutlich zurückhaltender bewerten.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Bericht, den wir Ihnen als Download auf diesen Seiten gern zur Verfügung stellen.

Quelle: ZDH im April 2021

Ansprechpartner

Jördis Kaczmarek

Assistentin Abteilung Gewerbeförderung

Telefon:0335 5619 - 120

Telefax:0335 5619 - 123

joerdis.kaczmarek@hwk-ff.de