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A
Aktivrente
Bis zu 2.000 Euro monatlich sollen Rentnerinnen und Rentner künftig steuerfrei dazuverdienen dürfen, wenn sie über die Regelaltersgrenze hinaus freiwillig weiterarbeiten. Es handelt sich bei der geplanten »Aktivrente« also genau genommen um keine Rente, sondern um einen Steuerbonus. Das Handwerk ist skeptisch, vor allem weil Selbstständige von der Regelung ausgeschlossen sind. Der Start war für den 1. Januar 2026 vorgesehen.
Altersgerecht und barrierefrei Umbauen
Für den alters- und barrierefreien Umbau soll es 2026 wieder Zuschüsse geben. Der Bund will im Haushalt 50 Millionen Euro für das beliebte KfW-Programm bereitstellen.
Altersrente für schwerbehinderte Menschen
Für alle schwerbehinderten Menschen, die ab dem 1. Januar 1964 geboren sind, ist eine abschlagsfreie Altersrente erst mit 65 Jahren möglich. Ein vorzeitiger Renteneintritt ab dem 62. Lebensjahr bleibt zwar möglich, allerdings mit einem Abschlag von 10,8 Prozent. Die bisherigen Übergangsregelungen und der Vertrauensschutz für frühere Jahrgänge entfallen laut Verdi.
B
Banken / Kreditvergabe
Das von der Bundesregierung geplante »Standortfördergesetz« soll den Finanzstandort stärken und Investitionen fördern. Darin sind Maßnahmen enthalten, die die Kreditvergabe vor allem an kleinere und mittlere Unternehmen erleichtern.
Barrierefreiheitsgesetz
Menschen mit Beeinträchtigung müssen seit dem 29. Juni 2025 Internetseiten, die E-Commerce anbieten, problemlos nutzen können. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten oder einem Jahresumsatz von höchstens zwei Millionen Euro sind von der Pflicht ausgenommen.
Bauprodukte
Die EU legt in der Bauprodukte-Verordnung die Anforderungen an Bauprodukte bei Sicherheit, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit fest. Eine neue Fassung wird ab dem 8. Januar 2026 in allen Mitgliedstaaten wirksam, wobei sie unter anderem einen digitalen Produktpass und weitere Umweltanforderungen einführt. Sie regelt die CE-Kennzeichnung für Bauprodukte und stellt sicher, dass diese im europäischen Binnenmarkt verkauft werden können. Das geänderte deutsche Bauproduktengesetz, das die der EU-Verordnung umsetzt, wurde vom Bundestag am 17. November 2025 verabschiedet.
Behinderten-Pauschbetrag
Der Behinderten-Pauschbetrag – ein steuerlicher Vorteil für Menschen mit Behinderungen – kann ab 2026 nur noch digital beantragt und nachgewiesen werden.
Beitragsbemessungsgrenzen
2026 sollen die Beitragsbemessungsgrenzen in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung steigen:
– Die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung liegt dann bei einem jährlichen Bruttoeinkommen von 69.750 Euro (oder 5.812,50 Euro im Monat).
– Die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt auf 77.400 Euro (monatlich 6.450 Euro).
– Die Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung liegt bei 8.450 Euro.
– In der knappschaftlichen Rentenversicherung soll die Einkommensgrenze bei 10.400 Euro liegen.
Betriebsrente
Mehr Arbeitnehmer – insbesondere in kleinen Betrieben oder mit geringen Einkommen – sollen von einer zusätzlichen Altersvorsorge über den Betrieb profitieren. Der Gesetzentwurf für das zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz wurde im September vom Kabinett beschlossen. Das parlamentarische Verfahren soll zeitnah folgen, sodass die meisten Regelungen 2026 in Kraft treten können. Vorgesehen sind höhere Förderbeträge für Arbeitgeber, angepasste Einkommensgrenzen ab 2027 sowie Steuererleichterungen bei Abfindungen.
Beurkundung
Notare, Konsulate und Nachlassgerichte sollen Urkunden demnächst im Präsenzverfahren unmittelbar in elektronischer Form erstellen können.
Bürgergeld
Künftig soll das Bürgergeld »Grundsicherung für Arbeitssuchende« heißen. Die Anforderungen werden deutlich strenger. Aktuell heißt es allerdings, dass sich die Umsetzung der Bürgergeld-Reform, die eigentlich zum Frühjahr 2026 umgesetzt werden sollte, verzögert. Neben der Reform gibt es die zweite Nullrunde in Folge. Nach einem Anstieg in den Jahren 2023 und 2024 bleiben die Regelsätze 2026 unverändert.
C
CO2-Steuer
Heizen mit Öl und Gas dürfte 2026 teurer werden, denn der CO2-Preis für die fossilen Brennstoffe wird innerhalb eines Korridors von 55 bis 65 Euro liegen. Aktuell sind es 55 Euro pro Tonne.
D
Dachdecker
Der Mindestlohn für Dachdecker steigt zum 1. Januar. Ungelernte Arbeitskräfte erhalten mindestens 14,96 Euro (statt 14,35 Euro). Für Gesellinnen und Gesellen steigt der Mindestlohn in drei Stufen: Ab 2026 auf 16,60 Euro, ab 2027 auf 17,10 Euro und ab 2028 auf 17,60 Euro.
Deutschlandticket
Der Preis für das Deutschlandticket steigt von 58 Euro auf 63 Euro monatlich.
Digitale Handwerkskarte
Die Bundesregierung möchte im Rahmen ihres Bürokratieabbau-Pakets eine digitale Handwerkskarte zum Nachweis der Eintragung in die Handwerksrolle einführen.
E
Ehrenamt und Vereine
Die Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale soll auf 3.300 Euro beziehungsweise 960 Euro erhöht werden. Einnahmen aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb der Sportvereine sollen künftig bis 50.000 Euro steuerfrei bleiben (bisher 45.000 Euro). Vereine mit Einnahmen bis 100.000 Euro sollen zudem nicht mehr verpflichtet werden, Mittel zeitnah zu verwenden. Gut für die Nachhaltigkeit: Der Betrieb von PV-Anlagen würde die Gemeinnützigkeit nicht mehr automatisch gefährden.
E-Kennzeichen und Umweltplakette
Fahrzeuge mit E-Kennzeichen brauchen künftig keine Umweltplakette mehr. Die Umweltstandards bezüglich der Luftqualität bleiben dabei unverändert.
Elektroautos
Aktuellen Berichten und politischen Diskussionen (Stand 11/25) zufolge, könnte die neue E-Auto-Förderung am 1. Januar 2026 beginnen. Im Gespräch ist eine Kaufprämie von mindestens 3.000 Euro für neue und gebrauchte reine E-Autos mit einem Netto-Listenpreis von bis zu 53.550 Euro brutto. Es soll allerdings Einkommensgrenzen geben. Die Förderung soll auch für den Kauf oder das Leasing gebrauchter E-Autos gelten. Daneben sind auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur und eine Strompreissenkung Teil der diskutierten Maßnahmenpakete. Die Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge wird um fünf Jahre verlängert. Fahrzeuge, die bis zum 31. Dezember 2030 erstmals zugelassen werden, bleiben maximal zehn Jahre steuerfrei – jedoch höchstens bis zum 31. Dezember 2035. Die Stellungnahme des Bundesrats zu dem Gesetzentwurf steht noch aus. Ohne das Gesetz wären nur noch Fahrzeuge befreit, die vor dem 1. Januar 2026 zugelassen werden. Seit Juli 2025 gibt es eine neue Abschreibungsmethode für Elektro- und Brennstoffzellen-Dienstwagen: Im ersten Jahr können Unternehmen 75 Prozent der Anschaffungskosten steuerlich absetzen. In den Folgejahren sind es zehn Prozent, dann fünf Prozent, nochmal fünf Prozent, drei Prozent und zwei Prozent. Insgesamt läuft die Abschreibung über sechs Jahre. Wichtig: Die Regelung gilt nur für Fahrzeuge, die zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 1. Januar 2028 gekauft werden.
Energiesteuer- und Stromsteuergesetz
Das Gesetz vereinfacht das Stromsteuerrecht – insbesondere an Ladepunkten – durch klarere Regelungen zu Steuerentstehung, -schuldnerschaft und -befreiungen sowie zum bidirektionalen Laden. Zudem entfallen verschiedene bürokratische Pflichten wie Erlaubnisanträge, Nachweis- und Vorlagepflichten sowie Versorgerpflichten bei kleineren Anlagen. Ein konkreter Plan zur Umsetzung lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.
Entgelttransparenzgesetz
Gehaltsangaben sollen künftig bereits im Bewerbungsprozess erfolgen, jährliche Informationen zu Entgeltkriterien werden Pflicht, und bei Lohndiskriminierung liegt die Beweislast künftig beim Arbeitgeber. Es gibt neue Berichtspflichten für Arbeitgeber ab 50 Mitarbeitern. Jeder Beschäftigte kann Auskunft über Gehälter verlangen – unabhängig von der Unternehmensgröße. Die EU-Richtlinie ist am 6. Juni 2023 in Kraft getreten und muss bis zum 7. Juni 2026 von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden, was Auswirkungen auf das deutsche Entgelttransparenzgesetz haben wird.
Entwaldungsverordnung
Am 26. November hat das Europäische Parlament dafür gestimmt, den Überarbeitungsvorschlag der EU-Kommission zur Entwaldungsverordnung anzunehmen. Der Anwendungszeitpunkt wird um ein Jahr bis Ende 2026 verschoben. Nachgelagerte Unternehmer sollen zudem von Meldepflichten entlastet werden. »Das gibt den verpflichteten Unternehmen und ihren Zulieferern die notwendige Zeit, um sich seriös auf die neuen Anforderungen vorzubereiten und sie verlässlich umzusetzen«, berichtet der ZDH.
F
Führerschein
Für 2026 ist geplant, weitere fahrzeug- und halterbezogene Dokumente wie den Führerschein in die i-Kfz-App zu integrieren. Mit dieser App kann man heute bereits den Fahrzeugschein digital auf dem Handy speichern. Nächstes Jahr soll sie auch juristischen Personen wie Flottenbetreibern zur Verfügung stehen.
Führerscheinkontrolle
Arbeitgeber, die Arbeitnehmern ein Fahrzeug zur Verfügung stellen, müssen den in regelmäßigen Abständen Führerschein kontrollieren. Momentan ist unklar, wie oft und in welchen Abständen kontrolliert werden muss. Der Bundesrat will Rechtssicherheit schaffen und regeln, dass eine einmalige Überprüfung reicht.
G
Gebäudeenergiegesetz (Heizungsgesetz)
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG), auch Heizungsgesetz genannt, ist eines der umstrittensten Gesetze der Ampelregierung. In der schwarz-roten Koalition ist man sich uneins, wie es mit dem Gesetz weitergeht. „Es wird eine Novelle geben, aber im Grundsatz wird es so bleiben“, sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) kürzlich in der ARD. Die Heizungsförderung für Privatpersonen und Unternehmen gibt es also nach wie vor über die KfW. Im GEG ist auch geregelt, dass Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern bis Mitte 2026 eine kommunale Wärmeplanung vorlegen müssen. Kleinere Kommunen haben bis Mitte 2028 damit Zeit.
Gebäudetyp-E-Gesetz
Es soll das Bauen einfacher, günstiger und schneller machen. Das Bauvertragsrecht soll so geändert werden, dass von gesetzlich nicht zwingenden technischen Standards sowie Komfort- und Ausstattungsstandards künftig leichter abgewichen werden kann. Jetzt liegen die Eckpunkte vor. Das Baugewerbe spricht von einem »Meilenstein«.
Gebrauchtwagen
Ab 2026 muss man für Gebrauchtwagen, die verkauft werden sollen, einen TÜV-Nachweis oder ein Gutachten eines Kfz-Sachverständigen vorweisen können.
Geothermie
Mit dem Geothermie-Beschleunigungsgesetz sollen der Ausbau von Geothermieanlagen, Wärmepumpen, Wärmeleitungen und -speichern sowie die Erkundung von Erdwärme schneller vorankommen. Ein konkreter Plan zur Umsetzung lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.
Gerüstbauer
Der Lohn im Gerüstbauer-Handwerk steigt um 11,9 Prozent. Bereits ab 1. November 2025 wurde er um 7,5 Prozent und am 1. Oktober 2026 wird er um weitere 4,4 Prozent angehoben. Somit erhöht sich der Stundenlohn laut IG BAU beispielsweise für einen Facharbeiter im ersten Schritt von 17,91 Euro auf 19,25 Euro und im zweiten Schritt dann auf 20,10 Euro. Der Branchenmindestlohn wird ab dem 1. Januar 2026 um 0,40 Euro auf 14,35 Euro für die Arbeitsstunde angehoben, am Jahresbeginn 2027 kommen weitere 0,55 Euro hinzu. Außerdem gibt es ganz neu ein Sommerausfallgeld. 75 Prozent des Stundenlohns werden als Ausfall bezahlt.
Gesundheitshandwerke
Die Gesundheitshandwerke werden als Hilfsmittelerbringer an die medizinisch-digitale Infrastruktur (Telematikinfrastruktur) angeschlossen. Dafür brauchen sie spätestens ab 1. Januar 2026 einen elektronischen Berufsausweis (eBA) und die Institutionskarte (SMCB). Beantragt wird beides über die zuständige Handwerkskammer.
Grundfreibetrag
2026 soll der Grundfreibetrag auf 12.348 Euro angehoben werden. Für verheiratete Paare gilt der doppelte Betrag, also 24.696 Euro pro Jahr.
H
Heizungslabel
Seit 2017 mussten Bezirksschornsteinfeger ein »Nationales Heizungslabel« auf älteren Heizungsanlagen anbringen. Eine Evaluierung des »Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz« hatte ergeben, dass die Aufkleber nicht signifikant zum Heizkesselaustausch beigetragen haben. Auch deshalb soll das Label wegfallen. Bundestag und Bundesrat müssen dem noch zustimmen.
I
Industriestrompreis
Industrieunternehmen mit besonders hohem Energiebedarf sollen durch einen staatlich subventionierten Industriestrompreis entlastet werden. Der Zielpreis liegt bei etwa fünf Cent pro Kilowattstunde. Der Mittelstand bleibt außen vor. Der ZDH fordert daher, dass alle Betriebe und deren Kunden über eine Stromsteuersenkung entlastet werden.
K
Kinderfreibetrag
Der steuerliche Kinderfreibetrag soll im neuen Jahr auf 3.414 Euro, bei verheirateten Arbeitnehmern 6.828 Euro steigen.
Künstlersozialabgabe
Der Abgabesatz zur Künstlersozialversicherung wird 4,9 Prozent betragen. Aktuell liegt er bei 5,0 Prozent.
Krankenversicherung
Die Bundesregierung hatte ein Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung beschlossen. Geplant waren unter anderem Einsparungen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro bei den Kliniken sowie jeweils 100 Millionen Euro beim Innovationsfonds der GKV sowie bei den Verwaltungskosten der Krankenkassen. Der Bundesrat schickte das Gesetz im November in den Vermittlungsausschuss. Wann dieser tagen wird, ist noch unbekannt. Damit gibt es vorerst keine Klarheit, ob die Beiträge im neuen Jahr steigen.
Kfz-Steuer
Ab dem kommenden Jahr kann man die Kfz-Steuer nur noch einmal im Jahr bezahlen. Eine Staffelung gibt es dann nicht mehr.
M
Minijob und Midijob
Die Verdienstgrenze für Minijobs steigt durch die Kopplung an den Mindestlohn von derzeit 556 Euro auf 603 Euro ab 2026. Ab 2027 liegt die Grenze bei 633 Euro. Der Midijob im sogenannten Übergangsbereich liegt ab 1. Januar bei 603,01 Euro und endet bei 2.000 Euro monatlich.
Mindestausbildungsvergütung
Die Mindestvergütung im ersten Ausbildungsjahr steigt 2026 um knapp 6,2 Prozent auf 724 Euro brutto. Das meldet das BIBB. 854 Euro sind es im zweiten Ausbildungsjahr (statt 805 Euro), 977 Euro im dritten Ausbildungsjahr (statt 921 Euro) und 1.014 Euro im vierten Ausbildungsjahr (statt 955 Euro). Der weitaus größte Teil der Auszubildenden erhält allerdings deutlich mehr, betont das BIBB. In den meisten Branchen, in denen ausgebildet wird, gibt es zudem Tarifverträge, die eine Vergütung oberhalb der gesetzlichen Mindestvergütung vorsehen.
Mindestlohn
Ab dem 1. Januar liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 13,90 Euro pro Stunde. 2027 wird es eine weitere Erhöhung auf 14,60 Euro geben. Insgesamt steigt der gesetzliche Mindestlohn damit um knapp 14 Prozent.
N
Nachhaltigkeitsberichterstattung
Die Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der EU-Richtlinie (CSRD) wird für die meisten Unternehmen verschoben. Und sie wird auch nur sehr große Unternehmen und kapitalmarktorientierte KMU betreffen. Für kleine und mittlere Unternehmen wird es den freiwilligen EU-Standard VSME geben, der weniger als 80 Fragen umfasst. Viele davon muss man nur mit ja oder nein beantworten. Für Handwerksbetriebe wird es ein kostenfreies Tool geben – den »Zukunfts-Kompass Handwerk« der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk. Hierbei handelt es sich um ein Projekt des Bundeswirtschaftsministeriums im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK).
Neubauförderung für EH-55-Häuser
Der Bund und die KfW nehmen die Förderung für Neubauten mit dem Energiestandard EH 55 wieder auf. Ab dem 16. Dezember können private und gewerbliche Investoren, die schon eine Baugenehmigung für ihr Projekt haben, Anträge für KfW-Förderkredite stellen, so die Förderbank des Bundes. Gefördert werden der Neubau und Erstkauf von Wohngebäuden, die die Anforderungen an ein Effizienzhaus 55 erfüllen, also nur 55 Prozent der Energie eines Standardhauses verbrauchen. Pro Wohneinheit kann ein Kredit von bis zu 100.000 Euro beantragt werden. Im Bundeshaushalt sind 800 Millionen Euro aufgeführt.
Notrufsystem im Auto
In der EU wird ein neues Notrufsystem für Autos verpflichtend: Das sogenannte »Next Generation eCall«. Es löst die bisherige Technik ab, die veraltet ist.
P
Pendlerpauschale
Die Pendlerpauschale soll künftig schon ab dem ersten Kilometer bei 38 Cent liegen. Bisher gilt dieser Satz erst ab dem 21. Kilometer. Mit der Aufhebung der zeitlichen Befristung der Mobilitätsprämie erhalten Steuerpflichtige mit geringeren Einkünften auch nach 2026 weiterhin die Mobilitätsprämie.
Photovoltaik-Pflicht
Ab dem 1. Januar 2026 gilt in Nordrhein-Westfalen eine Photovoltaik-Pflicht bei der vollständigen Erneuerung der Dachhaut – sowohl für Wohngebäude als auch für gewerbliche und industrielle Gebäude. Bei einer vollständigen Dachsanierung muss eine Photovoltaikanlage installiert werden, die mindestens 30 Prozent der nutzbaren Dachfläche abdeckt. Alternativ kann auch eine Solarthermie-Anlage installiert werden. Ausnahmen sind möglich.
Präventionsvorschriften
2026 sollen die Vorschriften zur Prävention in der gesetzlichen Unfallversicherung modernisiert und die bestehenden Verfahren stärker digitalisiert und vereinfacht werden.
Produkthaftung
Die Neufassung des Produkthaftungsgesetzes soll am 9. Dezember 2026 in Kraft treten. Es erfolgt eine notwendige Anpassung der verschuldensunabhängigen Haftung an neue Technologien unter Berücksichtigung der Interessen von Handwerksbetrieben.
R
Rente
Die Renten in Deutschland sollen ab Juli 2026 um 3,7 Prozent steigen.
Reparatur
EU-Reparatur-Richtlinie schafft ein eigenständiges Recht auf Reparatur außerhalb der Gewährleistung und verpflichtet Hersteller zur Bereitstellung von Ersatzteilen. Sie muss bis zum 31. Juli 2026 in deutsches Recht umgesetzt werden.
S
Sachbezugswerte für Verpflegung und Unterkunft
Die Verpflegungspauschale für 2026 steigt auf voraussichtlich 345 Euro monatlich für die vollständige Verpflegung (11,51 Euro pro Tag). Der Sachbezugswert für eine freie Unterkunft liegt 2026 voraussichtlich bei 285 Euro monatlich. Pro Kalendertag sind das 9,50 Euro.
Schornsteinfeger
Die Bundesregierung will die Pflicht zur Nachprüfung beruflicher Qualifikationen vor Beginn grenzüberschreitender Dienstleistungserbringungen im Schornsteinfegerhandwerk streichen.
Schwarzarbeit
Friseure und Kosmetiker sollen in den Katalog des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes aufgenommen werden. Unter anderem würde das die Mitführungs- und Vorlagepflicht von Ausweispapieren für die Teams bedeuten. Die Bundesregierung plant den Gesetzentwurf bis zum 19. Dezember 2025 zu verabschieden. Das Fleischerhandwerk soll befristet aus dem Anwendungsbereich des § 2a Absatz 1 Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz herausgenommen werden. Außerdem werden digitale, bürokratiearme Prüfungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit eingeführt, um Unternehmen zu entlasten und faire Wettbewerbsbedingungen zu fördern.
Sicherheitsbeauftrage
Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitenden sollen künftig keinen Sicherheitsbeauftragten mehr brauchen – und KMU mit 50 bis 250 Beschäftigten nur noch einen – jeweils in Abhängigkeit von der betrieblichen Gefährdungslage. Außerdem soll der Druckluftbeauftragte abgeschafft werden. Ziel ist Bürokratieabbau.
Steuerbescheid
Ab 2026 treten bei der Bekanntgabe von Verwaltungsakten durch Datenabruf neue Vorgaben in Kraft. Elektronische Bescheide werden nach dem Willen des Gesetzgebers zur Regel – Papier zur Ausnahme. Die Neufassung von § 122a AO erlaubt den Finanzbehörden, Verwaltungsakte durch die Bereitstellung zum Datenabruf bekannt zu geben. Steuerbescheide, die Finanzbehörden auf Grundlage elektronisch eingereichter Steuererklärung erlassen, sollen elektronisch zum Abruf bereitgestellt werden. Im Gegensatz zur bisherigen Rechtslage ist hierfür keine Einwilligung mehr erforderlich.
Spitzensteuersatz
Im Jahr 2026 wird der Spitzensteuersatz ab einem Einkommen von 69.879 Euro einsetzen.
U
Umsatzsteuer in der Gastronomie
Der Mehrwertsteuersatz für Speisen in der Gastronomie soll dauerhaft von 19 auf sieben Prozent sinken. Die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus.
Unternehmensgründung in 24 Stunden
Die Bundesregierung will ein zentrales Webportal – ein »One-Stop-Portal« – zur digitalen Anmeldung von Unternehmen zur Verfügung stellen. Einen genauen Zeitplan dafür gibt es allerdings noch nicht.
V
Vergabe
Mit dem Vergabebeschleunigungsgesetz sollen Nachweispflichten reduziert werden. Außerdem sollen die Direktauftragswertgrenzen für Bundesbeschaffungen von 15.000 Euro auf 50.000 Euro angehoben werden. Insgesamt wolle man aber am Losgrundsatz festhalten, so die Bundesregierung. Wo aber Schnelligkeit gefragt sei, genüge die Gesamtvergabe. Ein Punkt, der beim Handwerk große Sorgen auslöst.
Hinweis der DHB-Redaktion (Handwerkblatt.de): Diese Übersicht ist sorgfältig recherchiert und wird regelmäßig ergänzt, aber alle Angaben sind ohne Gewähr. Redaktionsschluss war der 24. November 2025