Gefahrstoffe – Sicher. Besser. Arbeiten.

20 Jahre EMKG – Erfolgsmodell für einen wirksamen und praxistauglichen Arbeitsschutz

Seit 20 Jahren unterstützt das Einfache Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe (EMKG) Betriebe dabei, Gesundheitsgefährdungen durch Gefahrstoffe zu beurteilen und Schutzmaßnahmen abzuleiten. Denn bei diesen Arbeiten trägt der Arbeitgeber eine große Verantwortung für die Gesundheit der Beschäftigten – und benötigt dafür eine klare, praxistaugliche Orientierung.

Die Gefährdungsbeurteilung ist das A und O des Arbeitsschutzes
Das Arbeitsschutzgesetz von 1996 und die Gefahrstoffverordnung von 2005 machten die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen verbindlich. Viele Betriebe standen deswegen vor der Frage, wie sie diese Anforderungen zuverlässig umsetzen können. Deswegen wurde zeitgleich das EMKG entwickelt. Es bietet hierfür eine verständliche und praxisnahe Lösung an.

Warum das EMKG so wichtig für den Arbeitsschutz ist
Gefahrstoffe spielen in weit mehr Branchen eine Rolle, als man vermutet. Davon betroffen sind damit auch zahlreiche Arbeitsplätze ohne eigene Arbeitsschutz- oder Fachabteilungen. Umso wichtiger ist eine verständliche und praxistaugliche Gefährdungsbeurteilung, damit der Arbeitgeber Risiken durch Einatmen, Hautkontakt sowie Brand‑ und Explosionsgefahren sicher erkennen kann – unabhängig von der betrieblichen Struktur.

Das EMKG setzt wie folgt an: Es führt mit einfach zu ermittelnden Parametern aus Sicherheitsdatenblatt und einem Betriebsrundgang zu einer Maßnahmenstufe, die durch Schutzleitfäden konkretisiert wird. So hilft es vor allem auch kleinen und mittleren Betrieben die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung umzusetzen. Es verbindet regulatorische Vorgaben mit der Realität der betrieblichen Praxis.

Stetige Weiterentwicklung mit Blick auf den Praxisbedarf
Um mit einer sich verändernden Arbeitswelt Schritt zu halten, erweitert das EMKG-Team der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) das Konzept stetig weiter. Dafür bilden der Austausch auf Veranstaltungen, Anwenderbefragungen und Betriebsbesuche die zentrale Grundlage.

Rückblick auf das Jubiläumsjahr
Im Jubiläumsjahr 2025 begleitete das EMKG‑Team die Praxis mit monatlichen Mottos wie „Schütze deine Augen“ und Webinaren der Reihe „Treffpunkt EMKG“. Höhepunkt war die Jubiläumsveranstaltung am 3. und 4. Dezember 2025 in Dortmund mit ca. 120 Teilnehmern. Vertiefte Einblicke in die Veranstaltung bietet die baua:aktuell 4/25.

Neue Entwicklungen im EMKG

Das neue Modul „Augen“
Gefahrstoffe können Augen in Sekundenbruchteilen schwer schädigen. Das neue Modul schließt eine lang bestehende Lücke, indem es gezielt Maßnahmen für den Schutz der Augen vor Gefahrstoffen ableitet – von Mindeststandards bis hin zur Auswahl geeigneter Schutzbrillen und Notfall-Spüleinrichtungen.

Das neue Modul „Lagern“
Fast jeder Betrieb lagert Gefahrstoffe. Auf Basis der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 510 bietet das Modul klare Leitlinien zur sicheren Lagerung und zur Zusammenlagerung verschiedener Stoffe.

Die EMKG-Drehscheiben und das EMKG-Poster enthalten bereits die beiden neuen Module. Die Integration in App und Software folgt. Neuerungen im EMKG und Webinare der Reihe „Treffpunkt EMKG“ gibt das EMKG‑Team im EMKG-Infobrief bekannt.

„MapS“ – Neue Struktur für bessere Übersicht
MapS bedeutet „Maßnahmenpakete für Schutzleitfäden“: Die Schutzleitfäden der Maßnahmenstufe 2 sind grundlegend überarbeitet und neu geordnet worden: Tätigkeitsbezogene Leitfäden verweisen klar auf passende Maßnahmen und erleichtern damit die Auswahl der richtigen Schutzmaßnahmen. Ergänzt durch übersichtliche Checklisten, Symbole und praktische Tipps, wird die Anwendung im Betrieb dadurch deutlich intuitiver und effizienter.

Ein Werkzeug, das den Arbeitsschutz nachhaltig stärkt
Das EMKG macht komplexe Zusammenhänge leichter zugänglich und trägt wesentlich dazu bei, Beschäftigte vor gesundheitlichen Gefahren zu schützen. Neue Module, Überarbeitungen und die Integration von Fragen aus der Praxis machen das EMKG zu einem Konzept, das lebt.

Ausblick
Nach „MapS“ steht bereits das Folgeprojekt „Weitere Maßnahmenpakete für Schutzleitfäden – (MapSplus)“ in den Startlöchern. Darin werden die Schutzleitfäden der Maßnahmenstufe 3 überarbeitet. So wird das EMKG bald noch mehr praxisnahe Lösungen bieten, damit Beschäftigte in allen Branchen Sicher. Besser. Arbeiten.

Ansprechpartner

Nina Wood

Nina Wood

Technische- und Umweltberaterin

Telefon:0335 5619 - 107 oder 0151 70672968

nina.wood@hwk-ff.de