UNTERNEHMENSÜBERGABEN

Genossenschaft sichert Nachfolge

Thomas Oesterling führt seit mehr als 20 Jahren die 1a Autoservice Barnim GmbH in Eberswalde. Beginnend mit diesem Jahr überführt er seine GmbH in eine eG. Und die Mitarbeiter ziehen mit.

Als das Rentenalter am Horizont auftauchte, stellte sich Thomas Oesterling – wie viele Firmeninhaber in Ostbrandenburg – die Frage: Wie weiter mit meinem Lebenswerk? „Ich habe fünf Kinder. Nur eines interessiert sich für eine mögliche Nachfolge.“ Sohn Elias (18) lernt gerade den Beruf eines Kfz-Mechatronikers. „Auf der einen Seite will ich keinen Druck ausüben. Auf der anderen Seite will ich die Nachfolge geregelt wissen. Das ist mir vor allem für meine 18 Mitarbeiter wichtig. Die brauchen die Sicherheit.“ Thomas Oesterling löste das Problem auf eigene Weise. Vor anderthalb Jahren eröffnete er seinen Mitarbeitern, dass er die Firma in eine Genossenschaft überführen möchte. „Das stieß, für mich überraschend, sofort auf Interesse.“ In diesem Jahr wird Thomas Oesterling einen Teil seines Vermögens in die Genossenschaft einbringen. Die Mitarbeiter, so der Plan, werden Anteile erwerben. Drei, so sieht es derzeit aus, werden Vorstandsaufgaben übernehmen. Auch einen Aufsichtsrat soll es geben.

Genossenschaften fristen Nischendasein – zu Unrecht

Obwohl seit mehr als 130 Jahren ein Erfolgsmodell: Die Unternehmensform der Genossenschaft fristet in Ostbrandenburg ebenso ein Nischendasein, wie in der gesamten Bundesrepublik. Von ca. 3,2, Mio kleinen und mittleren Unternehmen haben, laut einer Firmendatenbank des Softwareunternehmens Datamego, gerade einmal 9.721 diese Betriebsform gewählt. „Dabei bieten gerade Genossenschaften vielfältige Modelle, die Zukunft einer Firma nachhaltig und demokratisch zu gestalten“, sagt Maria Wichmann von der Fachhochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde.  Sie begleitete Oesterlings Umwandlungspläne im Rahmen eines breiteren Forschungsprojektes, das den Mitarbeitern der 1a Autoservice Barnim GmbH im Vorfeld Wissen zum Genossenschaftswesen vermittelte. „Dabei übten wir mit den Mitarbeitern auch, wie sie gemeinsam Verantwortung übernehmen können.“

Langfristig planen, Mitarbeiter mitnehmen

Thomas Oesterling kennt einige Unternehmer, die vor der Rente nicht mehr investieren, den Betrieb einfach laufen lassen. „Wenn ich aber einen Betrieb übergeben will, muss er für die Nachfolger attraktiv sein“, sagt er. „Als vor zehn Jahren einige meiner Mitarbeiter in Rente gingen, habe ich mich bewusst nach jungen Leuten umgeschaut.“ Wie ist das gelungen? „Ich engagiere mich seit vielen Jahren in einem Sportverein, halte Kontakt zu Schulen, bot Praktika an, hatte so immer Zugang zu jungen Leuten und nie Probleme Gesellen oder Lehrlinge zu finden.“  Ergebnis: Das Durchschnittsalter im Betrieb liegt heute bei 28 Jahren. Und es sind gerade diese jungen Kfz-Mechatroniker, die Lust darauf haben, das Projekt „Genossenschaft“ zu stemmen und ihre eigene Zukunft zu sichern.“ Mirko Schwanitz

1a Autoservice Barnim GmbH

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