Konjunkturberichte


Ohne Tempolimit: Die Handwerkslokomotive läuft weiter mit Volldampf.
Auf der Erfolgsspur in die Zukunft. Hindernisse nicht in Sicht.

 

Im Bezirk der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg werden halbjährlich Konjunkturumfragen durchgeführt. Dazu befragt die Handwerkskammer über 2.300 repräsentativ ausgewählte Handwerksbetriebe mittels eines Fragebogens zu ihrer Einschätzung der aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Lage.

Die Umfrageergebnisse werden jeweils in einem repräsentativen Bericht dokumentiert und grafisch anschaulich aufbereitet.

Handwerk gesamt

Zusammenfassung

Geschäftslage: Die Handwerksbetriebe beurteilen ihre derzeitige Geschäftslage besser als je zuvor im Herbst: 77 % der Betriebe und damit nochmals 7 % mehr als im Herbst 2017 bewerten diese mit gut, nur noch 4 % mit schlecht. Spitzenreiter bei der Lagebeurteilung bleiben die Bau- und Ausbauhandwerker. Beide Handwerksgruppen profitieren dabei von der anhaltend hohen Nachfrage nach Bauleistungen. Die gute Industriekonjunktur, die zusätzlich von den gut laufenden Exporten und der gestiegenen Nachfrage nach Investitionsgütern angeschoben wird, führt bei den handwerklichen Zuliefererbetrieben zu nochmals besseren Geschäften. Deutlich verbessert zeigt sich auch das Kfz-Gewerbe. Etwas schwächer ist die Geschäftsentwicklung in den Lebensmittelhandwerken.
Erwartungen: Für die kommenden Monate wird eine stabile Konjunkturentwicklung erwartet.

Beschäftigungsentwicklung: Die Zahl der Beschäftigten in den Handwerksbetrieben ist im Herbst 2018 weiter leicht angestiegen. 16 % der Betriebe haben zusätzliche Stellen geschaffen (plus 3 %). 10 % der Betriebe haben ihren Personalbestand verringert (plus 3 %). Der Beschäftigungsindikator für das Handwerk – der Saldo aus positiver und negativer Beschäftigungsentwicklung – liegt bei 6 Punkten. In allen Gewerbegruppen gab es zusätzliche Einstellungen im zweistelligen Bereich, außer in den Personenbezogenen Dienstleistungshandwerken, die sich aber einmal mehr mit 91 % am stabilsten zeigten. Keine Beschäftigungsimpulse sind bei den Nahrungsmittelbetrieben zu erkennen. Demzufolge verschlechtert sich der Beschäftigungsindikator in dieser Gruppe auf minus 27 %.
Erwartungen: In den nächsten Monaten planen alle Gewerkegruppen ihre Personalkapazitäten auszubauen, insgesamt auf einem hohen, stabilen Niveau.

Auftragslage: Im Rahmen der Stichprobe wurde ein Auftragsvorlauf von 10,8 Wochen ermittelt – ein Minus von 0,8 Wochen gegenüber dem Vorjahr. Die Auftragsreichweite im Bauhauptgewerbe beträgt, wie im Vorjahr, 13 Wochen. Die Auftragseingänge verzeichnen eine stabile Entwicklung auf Vorjahresniveau. 28 % der Betriebe melden höhere, 10 % sinkende Auftragseingänge, allerdings in den einzelnen Gewerkegruppen unterschiedlich ausgeprägt. Per Saldo werden im Vorjahresvergleich in den Bereichen Gewerblicher Bedarf, Kfz, Gesundheit und Personenbezogene Dienstleistungen zweistellige Zuwächse gemeldet. Dagegen scheint im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe ein weiterer Auftragszuwachs nicht möglich zu sein.
Erwartungen: 70 % der Betriebe halten ein konstantes Bestandsniveau für möglich. 20 % erwarten deutliche Auftragszuwächse, 10 % rechnen mit Einbußen. Die Erwartungen im Bauhauptgewerbe fallen saldiert schwächer aus als im Vorjahr (-6 %).

Betriebsauslastung: Eine mehr als 70-prozentige Auslastung ihrer verfügbaren Kapazitäten meldeten 86 % (Vorjahr: 80 %) der Betriebe. Jeweils über dem gesamthandwerklichen Durchschnitt lag die Auslastung in den Bauhauptgewerken (93 %), in den Ausbaugewerken (92 %) sowie im Kfz-Handwerk (87 %). Insbesondere im Landkreis Märkisch-Oderland gelang dies besonders gut. 91 % gaben eine mehr als 70-prozentige Auslastung an. Betriebe ab einer Beschäftigtengröße von 5 Mitarbeitern sind über 90 % ausgelastet. Der Anteil mit einer schlechten, d.h. nur bis 50-prozentigen Auslastung lag lediglich bei 5 %, verbessert um 3 % gegenüber dem Vorjahr. Mehr als die Hälfe der Betriebe (55 %) erreichten eine Auslastung über 90 % ihrer Kapazitäten. 18 % der Betriebe verzeichnen eine über 100-prozentige Auslastung. Das entspricht einer Steigerung von 7 % im gesamthandwerklichen Durchschnitt.

Umsatzentwicklung: Die positive Einschätzung der Umsatzentwicklung hält auf hohem Niveau an. Der Umsatzindikator (Saldo aus positiven und negativen Umsatzbeurteilungen) stieg gegenüber der Vorjahresumfrage um weitere 4 Punkte. Der Anteil der Betriebe, die ein Umsatzplus melden, ist mit 31 % (Vorjahr: 28 %) deutlich größer als der Anteil der Betriebe, die Umsatzeinbußen verzeichneten (9 %; Vorjahr: 10 %). Kräftige Umsatzzuwächse gab es wieder im Bauhauptgewerbe und in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf. Zugelegt haben auch die Kfz-Handwerke und die Personenbezogenen Dienstleistungshandwerke im zweistelligen Bereich. Im Ausbaugewerbe fiel das Umsatzplus weniger deutlich aus als im Vorjahr (minus 5,1 %).
Erwartungen: Unverändert positiv bleibt die Erwartungshaltung für die Umsatzentwicklung. Ein Anteil von 28 % stellt sich auf steigende Umsätze ein, 10 % rechnen mit Umsatzrückgängen.

Preisentwicklung:
Einkaufspreise: Die hohen Preissteigerungen im Einkauf haben sich mit Blick auf die Frühjahreseinschätzung verstetigt. Im gesamthandwerklichen Durchschnitt waren 54 % der Betriebe von gestiegenen Einkaufspreisen betroffen, 45 % bescheinigen ein konstantes Niveau im Einkauf. Die Preisnachlässe bewegen sich einstellig bei 2 %. Insbesondere im Bauhauptgewerbe sehen sich die Betriebe hohen Preiserhöhungen ausgesetzt, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von  16 %  auf 63 %. Gleichfalls waren die Handwerke für den Gewerblichen Bedarf, die Kfz-Handwerke und die Personenbezogenen Dienstleistungshandwerke im zweistelligen Bereich von weiteren Preisanhebungen gegenüber dem Vorjahr betroffen.
Erwartungen: Für das kommende Quartal haben sich 57 % der Befragten auf Preissteigerungen eingestellt. Auch das Nahrungsmittelhandwerk stellt sich auf Kostentreiber ein und rechnet mit 60 % Preisanstieg.
Verkaufspreise: Nachdem die Handwerksbetriebe in der Vergangenheit Kostensteigerungen bei Materialien, Löhnen oder Energiepreisen häufig nur unzureichend an ihre Abnehmer weitergeben konnten, gelingt es derzeit besser höhere Absatzpreise am Markt durchzusetzen. Etwa jeder dritte Handwerksbetrieb hat, dem Frühlingstrend folgend, seine Verkaufspreise angehoben (plus 9 Prozentpunkte gegenüber der Vorjahresbefragung auf 34 %). Nur noch 3 Prozent berichten von Preissenkungen. Besonders deutlich zeigt sich die Preisentwicklung durch Anhebung der Verkaufspreise bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf und im Kfz-Bereich.
Erwartungen: Angesichts weiter steigender Einkaufspreise beabsichtigen 34 % der Betriebe eine Angleichung der Verkaufspreise.

Investitionstätigkeit: Aufgrund der anhaltend guten Konjunktur investieren die Betriebe zunehmend in neue Anlagen, Maschinen und Geräte, um ihre Kapazitäten zu erweitern. 16 % der Inhaber erhöhten und 18 % verringerten ihre Investitionsausgaben. Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum steigt der Investitionsklimaindikator um 6 Zähler auf minus 2.  Die deutlichsten investiven Signale kamen aus dem Kfz-Gewerbe, den Ausbauhandwerken und dem Personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe.
Erwartungen: Die Geschäftserwartungen der Betriebe bleiben positiv und die betrieblichen Kapazitäten sind gut ausgelastet. 13 % der Inhaber wollen in den nächsten Quartalen verstärkt Investitionen tätigen, 19 % ihre Investitionsausgaben senken. Im Kfz-Gewerbe wird sich der positive Trend auch in den Folgemonaten fortsetzen. Die Erwartungshaltung im gesamthandwerklichen Durchschnitt stellt sich per Saldo um 10 Punkte optimistischer dar als noch vor einem Jahr.

Den ausführlichen Bericht entnehmen Sie bitte dem Download auf diesen Seiten.

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