Konjunkturberichte


Handwerk vor der Corona-Krise in bester Stimmung im Frühjahr 2020

Im Bezirk der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg werden halbjährlich Konjunkturumfragen durchgeführt. Dazu befragt die Handwerkskammer über 2.300 repräsentativ ausgewählte Handwerksbetriebe mittels eines Fragebogens zu ihrer Einschätzung der aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Lage.

Die Umfrageergebnisse werden jeweils in einem repräsentativen Bericht dokumentiert und grafisch anschaulich aufbereitet.

Die Umfrage wurde vor der Corona-Krise durchgeführt.

Handwerk gesamt

Zusammenfassung

Geschäftslage: Die Handwerker in Ostbrandenburg bewertet ihre aktuelle Geschäftslage ähnlich positiv wie im Frühjahr 2019. 62 % der Betriebe berichteten von einer guten Geschäftslage, nur 6 % von einer schlechten. Der Indikator für die Geschäftslage, der Saldo aus guten und schlechten Bewertungen, lag in allen Gewerkegruppen deutlich im positiven Bereich aber nur in den Gruppen Bauhaupt-, Nahrungsmittel- und Gesundheitsgewerbe über den Vorjahreswerten. Dank anhaltend hoher Nachfrage im Bausektor war die Stimmung in den Bau- und Ausbaugewerken wieder am besten. Deutlich zulegen konnten die Nahrungsmittelbetriebe. Leicht verbessert zeigten sich auch die Gesundheitsgewerbe. Ebenfalls positiv aber etwas schwächer als im Vorjahr verlief die Entwicklung für die Handwerke für den gewerblichen Bedarf, die Kfz-Gewerbe und die Personenbezogenen Dienstleister.
Erwartungen: Für die kommenden Monate ist mit einer stabilen, insgesamt positiven Entwicklung zu rechnen.

Beschäftigungsentwicklung: Die Beschäftigungslage im Handwerk ist ähnlich stabil wie im Vorjahr. 7 % der Betriebe besetzten zusätzliche Stellen (minus 2 %), während 17 % (plus 1 %) Stellen abbauten. Der Beschäftigungsindikator war nur in den Gesundheitsgewerken positiv, d.h., hier gab es per Saldo ein Stellenplus. In den Gewerben Kfz, Nahrungsmittel und bei den Personenbezogenen Dienstleistern war die Entwicklung völlig ausgeglichen. Im Bau- und Ausbaubereich und bei den handwerklichen Zulieferern ging die Zahl der Stellen per Saldo leicht zurück. Am erfolgreichsten bei der Besetzung zusätzlicher Stellen waren die Betriebe ab 50 Mitarbeiter; Betriebe mit bis zu 4 Beschäftigten hatten hier kaum Erfolg.
Erwartungen: In den nächsten Monaten plant die Mehrzahl der Betriebe mit konstanter Beschäftigtenzahl. Zusätzlichen Personalbedarf melden die Gruppen Bauhaupt, Ausbau, Kfz und Nahrungsmittel. Ob angesichts des Fachkräfteengpasses in vielen Handwerksberufen diese Pläne voll umsetzbar sind muss sich noch zeigen.

Auftragslage: Der Auftragseingang war deutlich positiver als im Vorjahr. Der Auftragseingangsindikator verbesserte sich insgesamt von damals minus 2 Punkten auf aktuell plus 5 Punkte. Das deutlichste Plus gab es in den Gesundheitsgewerben. Auch die Bauhaupt- und die Ausbaubetriebe konnten beim Auftragseingang zulegen. In den anderen vier Gruppen war der Indikator negativ, im Nahrungsmittelhandwerk und im Kfz-Gewerbe sogar deutlich zweistellig. Die Auftragsreichweite der Gesamtstichprobe betrug sehr gute 11,7 Wochen. Erneut sorgte der milde Winter für ein deutliches Auftragsplus bei den Bauhauptbetrieben.
Erwartungen: Beim Auftragseingang sehen alle Gewerke-gruppen demnächst eine Steigerung im Auftragseingang voraus. Am optimistischsten sind die Kfz-Betriebe, gefolgt von den Bauhauptbetrieben. Auch die Nahrungsmittelbetriebe wollen sich hier deutlich steigern.

Betriebsauslastung: Die Betriebsauslastung bewegte sich im zurückliegenden Quartal in etwa auf dem Vorjahresniveau. Erneut konnten 7 von 10 Betrieben ihre vorhandenen Kapazitäten zu mehr als 70 % auslasten und erreichten damit einen zufriedenstellenden oder besseren Auslastungsgrad. Über diesem Level lagen nur die Ausbaugewerbe (82 %) und die Bauhauptgewerbe (74 %). In diesen beiden Gruppen sank auch deutlich der Anteil der Betriebe mit einer schlechten, d.h. bis 50-prozentigen Auslastung. Dies gilt auch für die anderen Gruppen mit Ausnahme der Personenbezogenen Dienstleister. Eine erkennbar bessere Auslastung hatten die Betriebe in den Nahrungsmittel- und in den Gesundheitshandwerken. Hinsichtlich der Betriebsgröße waren wie schon im Vorjahr die Betriebe mit 5 bis 49 Beschäftigen überdurchschnittlich gut ausgelastet, am besten in der Gruppe zwischen 20 und 49 Mitarbeitern.

Umsatzentwicklung: Auch die Umsatzentwicklung unterstreicht die aktuell gute Konjunkturlage. Insgesamt 18 % der Betriebe konnten ihre Umsätze steigern (plus 3 % gegenüber der Vorjahresumfrage) während bei 23 % der Umsatz sank (5 % weniger). Der Umsatzindikator verbesserte sich damit gegenüber dem Vorjahr deutlich um 7 Punkte. Dieser positive Trend zeigte sich in allen Gruppen mit Ausnahme der Ausbaugewerbe. Zwar konnten hier noch 19 % der Unternehmen ein Umsatzplus melden, aber 18 % verzeichneten ein Minus. Der Umsatzindikator sank damit gegenüber dem Vorjahr von plus 12 Punkten auf plus 2 Punkte. Erfreulich deutlich nahm der Anteil mit gestiegenen Umsätzen in den Gewerkegruppen Nahrungsmittel, Kfz und Bauhaupt zu. Gleichzeitig meldeten aber auch erkennbar mehr Kfz-Betriebe Umsatzeinbußen.
Erwartungen: In den kommenden Wochen und Monaten wird in allen Gruppen ein deutliches Umsatzplus erwartet. Besonders zuversichtlich ist man hier in den Nahrungsmittelbetrieben und in den Gruppen Bauhauptgewerbe, Kfz und Ausbau.

Preisentwicklung:
Einkaufspreise:
Die Einkaufspreise entwickelten sich in den zurückliegenden Monaten ähnlich wie im Vorjahr. Erneut mussten 64 % der Betriebe im Einkauf für die bezogenen Materialien und Verbrauchsgüter mehr Geld ausgeben. 35 % meldeten ein stabiles Preisniveau. Preisnachlässe im Einkauf erwähnten nur die handwerklichen Zulieferer (3 %) und die Bauhauptbetriebe (1 %). In allen anderen Gruppen wurden keinerlei Preisnachlässe gemeldet. Mit 86 % war der Anteil der Betriebe mit gestiegenen Einkaufspreisen im Nahrungsmittelgewerbe am höchsten. Die stabilsten Einkaufspreise wurden bei den Personenbezogenen Dienstleistern ermittelt. Nur hier fand mit 57 % die Mehrzahl der Betriebe konstante Preise vor.
Erwartungen: Für die nahe Zukunft stellen sich 66 % auf weiter steigende Preise im Einkauf ein. Die anderen Betriebe hoffen auf ein stabiles Preisniveau. Am deutlichsten wird im Bauhauptgewerbe (76 %) und im Nahrungsmittelhandwerk (71 %) mit weiteren Preisanstiegen im Einkauf gerechnet
Verkaufspreise: Im Vergleich zum Vorjahr setzten die Handwerksbetriebe bei der Preisgestaltung im Verkauf deutlich mehr auf Stabilität. 61 % ließen dieses Mal ihre Preise unverändert, nur noch 37 % (Vorjahr 43 %) erhöhten ihre Verkaufspreise und gaben so die gestiegenen Kosten an ihre Kundschaft weiter. Am konsequentesten waren hier die Ausbaubetriebe, 46 % verlangten mehr Geld pro Leistungseinheit im Verkauf. Es folgten die Nahrungsmittel- bzw. die Kfz-Betriebe (je 38 %) und das Bauhauptgewerbe (35 %). Erneut waren die Personenbezogenen Dienstleister und die Gesundheitshandwerke mit ihren Preiserhöhungen eher vorsichtig. Nur in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf musste ein nennenswerter Anteil der Betriebe (9 %) den Kunden Preisnachlässe gewähren.
Erwartungen: Die Mehrzahl der Handwerksbetriebe will in den kommenden Monaten ihre Verkaufspreise stabil halten. Nur im Nahrungsmittelgewerbe plant die deutliche Mehrheit der Unternehmen (62 %) mit höheren Preisen im Verkauf.

Investitionstätigkeit: Die Investitionsneigung im Handwerk war etwas verhaltener als im Vorjahreszeitraum. Nur 13 % der Betriebe gaben mehr für investive Maßnahmen aus als in der Vorperiode. Der Investitionsindikator sank von minus 2 Punkten auf aktuell minus 11 Punkte. Nur im Kfz-Handwerk lag der Indikator mit plus 7 Punkten im positiven Bereich, d.h., es wurde zusätzlich investiert. Im Nahrungsmittelhandwerk war er mit 0 Punkten erneut völlig ausgeglichen. In den Gruppen Bauhaupt und Ausbau sowie in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf wurde per Saldo weniger investiert als im Vorjahr, ebenso in den Gesundheitshandwerken. Regional betrachtet wurde in der Stadt Frankfurt (Oder) und im Landkreis Uckermark im Handwerk per Saldo zusätzlich investiert.
Erwartungen: Das überwiegend von Stabilität geprägte Investitionsklima wird auch weiter anhalten. 67 % der Betriebe wollen ihre investiven Ausgaben nicht verändern. Am ehesten sind Impulse im Nahrungsmittelgewerbe zu erwarten.

Den ausführlichen Bericht entnehmen Sie bitte dem Download auf diesen Seiten.

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