Konjunkturberichte


Von Winterflaute keine Spur – Handwerk in bester Stimmung im Frühjahr 2018

 

Im Bezirk der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg werden halbjährlich Konjunkturumfragen durchgeführt. Dazu befragt die Handwerkskammer über 2.300 repräsentativ ausgewählte Handwerksbetriebe mittels eines Fragebogens zu ihrer Einschätzung der aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Lage.

Die Umfrageergebnisse werden jeweils in einem repräsentativen Bericht dokumentiert und grafisch anschaulich aufbereitet.

Handwerk gesamt

Zusammenfassung

Geschäftslage: Das Konjunkturhoch im Handwerk hält im Frühjahr 2018 an. Die Geschäftslage wurde insgesamt noch nie so positiv beurteilt. 92 % der Befragten und damit nochmals 5 % mehr als im Frühjahr 2017 bezeichneten ihre Geschäftslage mindestens als zufriedenstellend, darunter 62 % mit guten Nennungen. Der Indikator für die Geschäftslage, der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen der Geschäftslage, hat sich in allen Handwerksbereichen gegenüber dem Vorjahr verbessert – Ausnahme sind die Nahrungsmittelhandwerke (minus 12 Zähler auf 17 Punkte). Besonders gut laufen die Geschäfte in den Bau- und Ausbauhandwerken sowie den Gesundheitshandwerken, wo jeweils mindestens 67 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage mit der Note gut beurteilen. Für die nächsten Monate wird eine stabile und weiterhin positive Konjunkturentwicklung erwartet.

Beschäftigungsentwicklung: Der Personalbestand bildet sich fast identisch zum Vorjahr ab. 78 % ließen ihre Belegschaft unverändert. Der Beschäftigungssaldo war saisonal bedingt mit minus 9 Punkten leicht negativ. Zusätzliche Einstellungen gab es nur bei 7 % der Befragten. Nur im Kfz-Handwerk wurde es hier mit 11 % zweistellig. Knapp 16 % verkleinerten ihren Personalbestand. Personalkapazitäten haben vor allem die Handwerke für den gewerblichen Bedarf reduziert, während in den Gesundheitsgewerben kein Personalabbau stattfand. Die Personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe zeigten sich einmal mehr mit 96 % am stabilsten, allerdings ohne zusätzlichen Beschäftigungsimpuls. Für die kommenden Monate ist ein moderater Beschäftigungsaufbau zu erwarten, unter der Voraussetzung, dass die hohe Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften gedeckt werden kann.

Auftragslage: Volle Auftragsbücher sind erfahrungsgemäß ein guter Indikator für die Stimmungslage im Handwerk. Im Rahmen der Stichprobe wurde ein Auftragsvorlauf von 10,8 Wochen ermittelt – ein Plus von 2,4 Wochen gegenüber dem Vorjahr. Von Winterflaute keine Spur. Die Auftragseingänge verzeichnen gegenüber dem Vorquartal eine sehr stabile und fast ausgeglichene Entwicklung. 17 % der Betriebe melden höhere Auftragseingänge, 19 % sinkende Auftragseingänge. In allen Gewerkegruppen gab es per Saldo einen mehr oder weniger leichten Rückgang. Lediglich der Bauhauptbereich konnte leichte Auftragszuwächse registrieren. Die Erwartungshaltung für die kommenden Monate ist positiv, denn 60 % halten ein gleich hohes Bestandsniveau für wahrscheinlich. Zum Teil werden deutliche Zuwächse erwartet; insbesondere in den Bereichen Bauhaupt, Ausbau, Kfz und Gesundheit.

Betriebsauslastung: Höher als bisher ist die Auslastung der betrieblichen Kapazitäten im Gesamthandwerk. 71 % (Vorjahr: 55 %) der Betriebe meldeten für die zurückliegenden Monate eine mehr als 70-prozentige Auslastung ihrer verfügbaren Kapazitäten und waren damit zufriedenstellend oder besser ausgelastet. Der Anteil der Betriebe mit einer schlechten, d.h. nur bis zu 50-prozentigen Auslastung, lag mit aktuell 16 % deutlich mit 6 Punkten unter dem Vorjahreswert. Fast jedes dritte Unternehmen gab an, dass seine Betriebskapazitäten eine mehr als 90%ige Auslastung aufwiesen, das sind 8 Punkte mehr als im Frühjahr 2017. Besonders gut war die Auslastung im Ausbaubereich. 14 % der Betriebe waren über 100 % ausgelastet, im Bauhauptbereich 3 % der Befragten. In den Kfz-Gewerken dürfte vor allem die gute Auslastung des Werkstattgeschäfts zur Verbesserung beigetragen haben.

Umsatzentwicklung: Die Umsatzentwicklung wird von den Betrieben sehr positiv eingeschätzt. Der Anteil der Betriebe, die stabile (56 %) oder sogar gestiegene (12 %) Umsätze melden, steigt im 1. Quartal 2018 um 11 Prozentpunkte auf 68 %. Umsatzrückgänge mussten 32 % der Befragten hinnehmen. In fast allen Gruppen fielen die Umsatzrückgänge geringer aus als im Vorjahr; einzige Ausnahme waren hier die Nahrungsmittelbetriebe mit aktuell 31 % (Vorjahr: 29 %). Der Umsatzindikator (Saldo aus positiven und negativen Umsatzbeurteilungen) sank um 14 Zähler auf minus 20 Punkte und zeigte sich damit gegenüber der Vorjahresumfrage deutlich verbessert. Die Handwerksbetriebe beurteilen die Umsatzaussichten für die kommenden Monate optimistisch. Ein Anteil von 38 % stellt sich auf steigende Umsätze ein, nur 10 % erwarten einen Umsatzrückgang.

Preisentwicklung: Die Preisentwicklung im Einkauf zeigte sich gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Mit 55% war erneut die Mehrzahl der Befragten mit gestiegenen Einkaufspreisen konfrontiert, 43 % mit stabilen Einkaufspreisen. Auffallend stabil stellt sich die Preisentwicklung im Einkauf in den Gruppen personenbezogene Dienstleistungen (76 %), Gesundheit (75 %) und Nahrungsmittel (73 %) dar. Dagegen verzeichnen die Gruppen Ausbau (66 %), Bauhaupt (62 %) und Kfz (61 %) einen deutlichen Anstieg der Einkaufspreise. Preissenkungen traten überhaupt nur in den Gruppen Bauhaupt (4 %) und Ausbau (2 %) auf. Für die kommende Sommersaison haben sich 67 % der Befragten auf weiter steigende Einkaufspreise eingestellt. Der Rest kalkuliert mit überwiegend stabilen Einkaufspreisen. Den höchsten Preisanstieg erwarten mit 78 % die Bauhaupthandwerker ein.
Bei der Gestaltung ihrer Verkaufspreise waren die Handwerksbetriebe etwas erfolgreicher als im Vorjahr. 31 % konnten gegenüber ihren Kunden höhere Verkaufspreise durchsetzen. Knapp zwei von drei Betrieben hielten ihre Verkaufspreise stabil. Preisnachlässe im Verkauf mussten nur 4 % gewähren. Angesichts gestiegener Einkaufspreise war man bei der Angleichung der Verkaufspreise in vier Gruppen am konsequentesten: Im Ausbaugewerbe, im Kfz-Handwerk, bei den Dienstleistungen für den handwerklichen Bedarf und im Bauhauptgewerbe. In den Gesundheitshandwerken und bei den personenbezogenen Dienstleistungen hielten sich Preiserhöhungen und Preissenkungen im Verkauf dagegen die Waage.  In den kommenden Monaten will man bei der Preisgestaltung noch konsequenter sein, besonders im Kfz-Gewerbe, im Bausektor und im Nahrungsmittelbereich

Investitionstätigkeit: Die zurückliegenden Wintermonate waren nicht von besonderer Investitionsbereitschaft geprägt. Der Indikator für das Investitionsklima (der Saldo aus gestiegenen und gesunkenen Investitionsaufwendungen) sank gegenüber der Vorjahresumfrage um 6 Zähler auf minus 20 Punkte. 10 % der Betriebe melden höhere Investitionsausgaben, 30 % niedrigere. Nur in den Gruppen der Gesundheitsbetriebe und der personenbezogenen Dienstleistungen wurde per Saldo mehr investiert als im Zeitraum davor. In allen anderen Gewerkegruppen überwog der Anteil der Betriebe, die hier weniger Geld ausgaben. Für die kommenden Monate ist keine Trendwende zu erwarten. Lediglich im Kfz-Gewerbe will man per Saldo wieder etwas mehr investieren.

Den ausführlichen Bericht entnehmen Sie bitte dem Download auf diesen Seiten.

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