Konjunkturberichte


Handwerk in bester Stimmung im Herbst  2019

 

Im Bezirk der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg werden halbjährlich Konjunkturumfragen durchgeführt. Dazu befragt die Handwerkskammer über 2.300 repräsentativ ausgewählte Handwerksbetriebe mittels eines Fragebogens zu ihrer Einschätzung der aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Lage.

Die Umfrageergebnisse werden jeweils in einem repräsentativen Bericht dokumentiert und grafisch anschaulich aufbereitet.

Handwerk gesamt

Zusammenfassung

Geschäftslage: Ihre aktuelle Geschäftslage beurteilen die Handwerksbetriebe in Ostbrandenburg weiterhin sehr positiv, wenn auch etwas verhaltener als im Herbst des Vorjahres: Mit 73 % lag der Anteil der guten Bewertungen um 4 % unter dem Vorjahreswert. Nur 3 % bewerteten ihre Lage mit „schlecht“.  Beim Indikator für die Geschäftslage, dem Saldo zwischen positiven und negativen Bewertungen, konnten nur die Betriebe in den Nahrungsmittel- und den Gesundheitshandwerken und den Handwerken für den Gewerblichen Bedarf gegenüber der Vorjahresumfrage zulegen. Angesichts des anhaltenden Baubooms kamen die besten Bewertungen wieder aus den Bau- und Ausbaugewerken. Dieses Mal folgten die Gesundheitsgewerbe. Die Stimmungslage im  Kfz-Gewerbe und im Personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe kühlte gegenüber dem Vorjahr deutlich ab.
Erwartungen: Für die kommenden Monate ist eine stabile, weiterhin positive Gesamtentwicklung erkennbar. Gedämpft zeigen sich aufgrund der gesunkenen Industrienachfrage die Geschäftsaussichten  der handwerklichen Zulieferer.

Beschäftigungsentwicklung: Im Rahmen der Stichprobe blieb die Zahl der Beschäftigten gegenüber dem zurückliegenden Quartal de facto unverändert. 77 % der Betriebe hielten ihre Belegschaft konstant. Neueinstellungen und Entlassungen hielten sich mit je 12 % insgesamt die Waage. Zusätzliche Einstellungen ergaben sich per Saldo nur bei den Bauhauptgewerben, den handwerklichen Zulieferern sowie in den Personenbezogenen Dienstleistungsgewerben. Die Gesundheitsgewerbe zeigten eine völlig ausgeglichene Entwicklung.  Ein insgesamt negativer Beschäftigungssaldo ergab sich im Kfz- und im Nahrungsmittelgewerbe sowie, für eine Herbstumfrage sehr ungewöhnlich, in den Ausbaugewerken. Nach der Betriebsgröße war der Beschäftigungssaldo in den mittelgroßen Unternehmen zwischen 10 und 49 Beschäftigten positiv.
Erwartungen: In den nächsten Monaten hoffen die Betriebe in fast allen Gewerkegruppen auf zusätzliche Neueinstellungen, 84 % beabsichtigen ihre Belegschaft konstant zu halten. Nur die handwerklichen Zulieferbetriebe rechnen eher mit Stellenabbau.

Auftragslage: Die Betriebe der Stichprobe hatten im Gesamtdurchschnitt einen Auftragsvorlauf von 11,4 Wochen, das ist ein leichtes Plus von 0,6 Wochen gegenüber dem Vorjahr. Im Bauhauptgewerbe lag die Auftragsreichweite bei 14,6 Wochen (plus 1,6 Wochen) während für die Ausbaugewerbe 11,0 Wochen (minus 0,4 Wochen) ermittelt wurden. Die Auftragseingänge lagen insgesamt nur leicht unter dem Vorjahresniveau. 25 % der Betriebe konnten hier zulegen während 11 % einen Rückgang meldeten. Per Saldo fiel in den Gewerkegruppen Bauhaupt, handwerkliche Zulieferbetriebe, Nahrungsmittel und Personenbezogene Dienstleistungen der Zuwachs zweistellig aus. Im Kfz-Gewerbe hat sich die Auftragssituation deutlich verschlechtert,  in den Gesundheitsgewerben war die Entwicklung leicht rückläufig. Auch die Ausbaubetriebe sind von zweistelligen Auftragsrückgängen im Vergleich zum Vorjahr betroffen.
Erwartungen: 77 % der Betriebe gehen von einer konstanten Entwicklung bei den Auftragseingängen aus. 17 % können sich hier einen Anstieg vorstellen. Bis auf die Zulieferbetriebe erwarten alle Gruppen ein Auftragsplus

Betriebsauslastung: Zufriedenstellend oder besser, also mehr als 70-prozentig, war die Auslastung der verfügbaren betrieblichen Kapazitäten bei 84 % der Betriebe. Werte über dem aktuellen Gesamtdurchschnitt meldeten die Bauhauptbetriebe (92 %) und die Ausbaubetriebe (93 %). Die Betriebsauslastung im Kfz-Gewerbe hat sich gegenüber dem Vorjahr um 27 Punkte verschlechtert. Auch bei den handwerklichen Zulieferern wurde eine schwächere Betriebsauslastung im Jahresvergleich erkennbar. Regional wurde der Gesamtdurchschnitt nur im Landkreis Barnim überschritten (88 %). Nach Betriebsgrößenklassen lagen die Betriebe ab 10 Beschäftigte alle über dem Gesamtdurchschnitt und waren damit gut ausgelastet. Eine schlechte, d.h. bis zu 50-prozentige Auslastung, meldeten 6 % der Betriebe (Vorjahr: 5 %). Der Anteil mit einer über 90-prozentigen und damit sehr guten Auslastung betrug 47 % und lag damit um 8 % unter dem Vorjahreswert (55 %). 14 % der Betriebe hatten eine über 100-prozentige Auslastung; dieser Anteil lag in der Vorjahresumfrage bei 18 %.

Umsatzentwicklung: Die Umsätze entwickelten sich in den zurückliegenden Monaten stabil mit positivem Vorzeichen, wenn auch weniger dynamisch als im Vorjahr. Der Umsatzindikator (Saldo aus Umsatzanstiegen und Umsatzrückgängen) hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 22 Punkten auf 11 Punkte halbiert. Immerhin 23 % aller Betriebe konnten ihre Umsätze steigern während 12 % weniger Umsatz generieren konnten. Die höchsten Umsatzzuwächse verzeichneten die Personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe und der Nahrungsmittelbereich. Auch die Bauhaupt- und die Ausbaugewerbe konnten hier wieder zulegen, wenn auch nicht so deutlich wie im Vorjahr. Im Kfz-Gewerbe, bei den handwerklichen Zulieferern und in den Gesundheitsgewerben  hat sich die Umsatzentwicklung im Vergleich zum Vorjahr deutlich eingetrübt.
Erwartungen: Für die nahe Zukunft rechnen alle Gewerkegruppen mit einem zum Teil deutlichen Umsatzplus, allerdings deutlich zurückhaltender als in der Vorjahresbetrachtung. Insgesamt erwarten 24 % aller Betriebe steigende Umsatzzahlen während 8 % von einem Umsatzrückgang ausgehen.

Preisentwicklung:
Einkaufspreise: Die Preise im Einkauf blieben mit 56 % für die Mehrzahl aller Handwerksbetriebe in den zurückliegenden Monaten stabil. Nach der deutlichen Dynamik bei den vorangegangenen Umfragen seit Frühjahr 2018 kann dies als kleine Zäsur angesehen werden. Lediglich in den Nahrungsmittelgewerben dominierten gestiegene Einkaufspreise mit 78 % das Geschehen. In allen anderen Gewerkegruppen beherrschte im Herbst 2019 Preisstabilität das Gesamtbild im Einkauf. Selbst im Bauhaupt- und im Ausbaugewerbe waren die Anteile der Betriebe mit gestiegenen bzw. stabilen Einkaufspreisen nahezu ausgeglichen. Der Anteil mit Preisanstieg im Einkauf lag in fast allen Gruppen deutlich im zweistelligen Bereich. Lediglich aus den Gesundheitsgewerben wurde, wie schon im Vorjahr, keinerlei Preisanstieg im Einkauf gemeldet.
Erwartungen: Demnächst rechnen 52 % der Handwerksbetriebe mit steigenden Einkaufspreisen, das sind 5 % weniger als im Vorjahr. Mit 59 % haben hier die Bauhauptgewerbe den höchsten Anteil (Vorjahr: 65 %), gefolgt vom Ausbaugewerbe mit 53 % (Vorjahr: 57 %).
Verkaufspreise: Bei der Gestaltung der eigenen Verkaufspreise stand in den zurückliegenden Monaten ganz augenscheinlich Preisstabilität im Vordergrund. 74 % der Betriebe gaben ihre eigenen Waren und Dienstleistungen zu unveränderten Preisen ab. Einem Anteil von 23 % gelang es, seine Verkaufspreise zu erhöhen, deutlich weniger als im Vorjahr (34 %). Nur im Nahrungsmittelhandwerk war mit 50 % ein deutlich höherer Anteil in der Lage Verkaufspreise zu erhöhen. Ebenfalls über dem Gesamtdurchschnitt lagen 28 % der Betriebe im Bauhauptgewerbe. Im Kfz- sowie im Gesundheitsgewerbe gaben alle Betriebe der Stichprobe zu 100 % stabile Verkaufspreise an. Preisnachlässe  im Verkauf meldeten lediglich die Bauhaupt-, die Ausbau- und die Zulieferbetriebe („Gewerblicher Bedarf“), in jedem Fall lag dieser Anteil aber im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Erwartungen: In der nächsten Zeit wollen 32 % aller Betriebe den Kostendruck an die Kunden durch höhere Verkaufspreise weitergeben; im Nahrungsmittelgewerbe sogar 44 %.

Investitionstätigkeit: Wie schon im Vorjahr halten dank der weiterhin guten Konjunkturlage etwa zwei von drei Handwerksbetrieben ihre investiven Ausgaben für neue Maschinen, Anlagen und Geräte auf konstantem Niveau. Ein Anteil von 15 % gab mehr Geld für Investitionen aus, 18 % investierten weniger. Der Investitionsklimaindikator als Saldo zwischen den Anteilen mit gestiegenen und gesunkenen Investitionsausgaben lag aktuell bei minus 3 und damit in etwa auf Vorjahresniveau. Das deutlichste Investitionssignal kam dieses Mal aus den Gesundheitsgewerben.
Erwartungen:  Auch in den kommenden Monaten wollen 69 % der Unternehmen gleich viel Geld für Investitionen in ihre betrieblichen Kapazitäten ausgeben. Immerhin 11 % der Betriebe planen hier höhere Ausgaben. Der Investitionsklimaindikator liegt mit minus 8 um 2 Punkte unter dem Wert der Vorjahresumfrage. Allein in den Ausbaugewerken ist der Investitionsklimaindikator insgesamt positiv (plus 2), in den Gesundheitsgewerben ist er völlig ausgeglichen (0).

Den ausführlichen Bericht entnehmen Sie bitte dem Download auf diesen Seiten.

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