Konjunkturberichte


Handwerk in bester Stimmung im Frühjahr 2019

 

Im Bezirk der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg werden halbjährlich Konjunkturumfragen durchgeführt. Dazu befragt die Handwerkskammer über 2.300 repräsentativ ausgewählte Handwerksbetriebe mittels eines Fragebogens zu ihrer Einschätzung der aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Lage.

Die Umfrageergebnisse werden jeweils in einem repräsentativen Bericht dokumentiert und grafisch anschaulich aufbereitet.

Handwerk gesamt

Zusammenfassung

Geschäftslage: Die aktuelle Geschäftslage im ostbrandenburgischen Handwerk wird besser beurteilt als je zuvor bei einer Frühjahresumfrage: 65 % der Betriebe bewerteten diese mit gut, nur noch 7 % mit schlecht. Der Indikator für die Geschäftslage, der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen, hat sich in allen Handwerksbereichen gegenüber dem Vorjahr verbessert – Ausnahme sind die Gesundheitshandwerke (minus 25 auf 33 Punkte). Die Bau- und Ausbaubetriebe bewerten ihre aktuelle Lage dank des anhaltenden Baubooms am besten. Verbessert zeigte sich die Stimmungslage in den Personenbezogenen Dienstleistungs- und Nahrungsmittelgewerben. Auch in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf war die Beurteilung dank der anhaltenden Industriekonjunktur erneut sehr gut. Etwas schwächer, aber insgesamt auch positiv, zeigte sich die Geschäftslage im Kfz-Gewerbe.
Erwartungen: Der Ausblick in die kommenden Monate bleibt insgesamt positiv, weniger optimistisch, allerdings mit stabilen Aussichten.

Beschäftigungsentwicklung: Die Beschäftigungslage im Handwerk bewegt sich leicht verbessert nahezu auf Vorjahresniveau. 9 % der Betriebe stellten zusätzlich ein (plus 2 %), während  16 % Personal abbauten. Lediglich im Nahrungs- und Gesundheitsgewerbe signalisieren die Beschäftigungsindikatoren gegenüber dem Vorjahr ein Stellenplus. In den  Bau- und Ausbaugewerben zeichnete sich ein Stellenminus ab. Die übrigen Gewerkegruppen veränderten ihren Personalbestand per Saldo nicht. Dabei haben die kleinen Handwerksbetriebe mit bis zu 4 Beschäftigten kaum neue Stellen geschaffen. Am besten gelang es Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten freie Arbeitsstellen zu besetzen.
Erwartungen: In den nächsten Monaten wollen die meisten Gewerkegruppen zusätzliche Mitarbeiter einstellen, wobei die Bauhauptgewerke den höchsten Personalbedarf signalisieren. Aufgrund der Fachkräfteknappheit in vielen handwerklichen Berufen muss davon ausgegangen werden, dass der tatsächlich realisierte Stellenzuwachs hinter den Beschäftigungsplänen zurück bleiben wird.

Auftragslage: In den handwerklichen Gewerkegruppen haben sich die Auftragseingänge überwiegend stabil abgebildet. 15 % verzeichneten höhere und 17 % niedrigere Auftragseingänge. Der Auftragseingangsindikator verharrt auf minus 2 Zählern, allerdings bei den Kfz- und Nahrungsmittelhandwerken und den Handwerken für den gewerblichen Bedarf zweistellig im Minus, bei den Bauhauptgewerken tendenziell leicht sinkend. Am kräftigsten gewachsen sind die Auftragseingänge in den Ausbaugewerken, wo 18 % der Inhaber von gestiegenen und 12 % von gesunkenen Auftragsbeständen berichten. Die Auftragsreichweite betrug im gesamthandwerklichen rekordverdächtige 12,2 Wochen. Insbesondere die Bauhandwerke konnten nochmals zulegen, dank des milden Winters.
Erwartungen: In allen Gewerkegruppen wird erwartet, dass die Auftragseingänge in den nächsten Monaten ansteigen, wenn auch im Bauhauptgewerbe und den Handwerken für den gewerblichen Bedarf weniger optimistisch beurteilt als im Vorjahr.

Betriebsauslastung: 70 % der Betriebe meldeten für die zurückliegenden Monate eine mehr als 70-prozentige Auslastung ihrer verfügbaren Kapazitäten und waren damit zufriedenstellend oder besser ausgelastet. Über diesem Durchschnitt lag die Auslastung im Ausbaugewerbe (86 %), in den Gewerblichen Dienstleistungsgewerben (78 %) sowie im Kfz-Gewerbe (75 %). Der Anteil der Betriebe mit einer schlechten, d.h. nur bis zu 50-prozentigen Auslastung, lag mit aktuell 11 % deutlich mit 4 Punkten unter dem Vorjahreswert. Besonders gut war die Auslastung im Ausbaubereich. 16 % der Betriebe waren über 100 % ausgelastet, im Bauhauptbereich 9 % der Befragten. In den Kfz-Gewerken dürfte vor allem die gute Auslastung des Werkstattgeschäfts zur Verbesserung beigetragen haben. Eine über 70-prozentige Auslastung ihrer vorhandenen Kapazitäten konnten 75 % der Betriebe melden. Überdurchschnittlich waren die Betriebsgrößenklassen mit 5 bis 49 Beschäftigten ausgelastet.

Umsatzentwicklung: Das gute konjunkturelle Umfeld verbessert nicht nur nochmals die Geschäftslage, sondern erleichtert zudem die Weitergabe von gestiegenen Kosten an die Abnehmer. 15 % der Betriebe melden ein Umsatzplus (plus 3 %), noch 28 % einen Umsatzrückgang (minus 4 %). Der Umsatzindikator verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 7 Punkte. Große Zufriedenheit bei der Entwicklung der Umsätze bescheinigten die Ausbaugewerke. 31 % der Betriebe berichten von gestiegenen Umsätzen, 18 % von gesunkenen Umsätzen. In allen anderen Gewerkegruppen war die Umsatzentwicklung nach wie vor rückläufig. Positiv hervorzuheben ist, dass sich der Anteil mit gesunkenen Umsätzen im Bauhaupt-, Kfz- und Gesundheitshandwerken sowie Personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe gegenüber der  Vorjahresbeurteilung verringerte.
Erwartungen: Für die nächsten Monate erwarten alle Gewerkegruppen ein zum Teil kräftiges Umsatzplus, insbesondere die Ausbau-, Kfz- und Gesundheitsgewerke.

Preisentwicklung:
Einkaufspreise: Die Einkaufspreise entwickelten sich deutlich dynamischer als in den Vorjahren. Aktuell sehen sich 64 % der Betriebe mit deutlich erhöhten Preisen konfrontiert. Der Einkauf vieler Materialien und Verbrauchsgüter hat sich zum Teil spürbar verteuert. Bei 32 % der Befragten blieben die Preise stabil. Auffallend konstant stellt sich die Preisentwicklung im Einkauf in den Gesundheitshandwerken dar. Besonders hoch war hingegen der Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr bei den Bäckern, Fleischern und Konditoren. Preisnachlässe werden selten gewährt.
Erwartungen: Auch in den kommenden Monaten rechnen 63 % der Betriebe mit einem weiteren Preisanstieg im Einkauf. Der Rest kalkuliert mit überwiegend stabilen Einkaufspreisen. Den höchsten Preisanstieg erwarten mit 73 % die Bauhaupthandwerker, gefolgt von den Ausbaugewerken mit 64 %.
Verkaufspreise: Die gute Konjunktur und hohe Nachfrage nach Handwerksleistungen, aber auch die Verknappung von handwerklichen Erzeugnissen und Dienstleistungen auf der Angebotsseite, versetzen Betriebe in die Lage, Kostensteigerungen im Einkauf vermehrt an die Abnehmer weiterzugeben. In nahezu allen Gewerbegruppen sind die Verkaufspreise gestiegen. 43 % der Inhaber geben an, dass sie im Berichtsquartal ihre Absatzpreise erhöht haben (plus 12 %), 4 % haben Preissenkungen vorgenommen. Der Verkaufspreisindikator im ostbrandenburgischen Handwerk – der Saldo aus positiven und negativen Berichten zur Entwicklung der Absatzpreise – steigt um 12 Zähler auf 39. Allein in den konsumnahen Nahrungsmittelgewerken sind die Absatzpreise um 58 % gestiegen.
Erwartungen: Die meisten Handwerksbetriebe rechnen mit weiter steigenden Verkaufspreisen. Im Baubereich, Kfz-Gewerbe und Gewerblichen Bedarf  wird sogar eine nochmalige Zunahme der Preisdynamik erwartet.

Investitionstätigkeit: Verbessert zeigt sich das Investitionsklima im Handwerk. 8 % mehr als vor einem Jahr und damit 18 % der  Befragten  hat im Berichtsquartal seine Investitionsausgaben erhöht, 20 % haben diese gesenkt. Der Investitionsklimaindikator – der Saldo der Betriebe mit gestiegenen und gesunkenen Investitionsaufwendungen – springt um 18 % auf minus 2 %. Mit Ausnahme der Gesundheits- und Personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe, in denen der Investitionsindikator auf 0 bzw. 10 Punkte zurückgegangen ist, haben alle Handwerksbereiche stärker investiert als vor einem Jahr. Die deutlichsten investiven Impulse waren im Kfz-Gewerbe zu verzeichnen. Regional gesehen wurde in der Uckermark und im Landkreis Oder-Spree per Saldo zusätzlich investiert.
Erwartungen:  Das positive Investitionsklima wird sich fortsetzen. Insbesondere die Kfz-Betriebe beabsichtigen in neue Geräte zu investieren, um den Kunden in den Werkstätten einen umfassenden Service anbieten zu können.

Den ausführlichen Bericht entnehmen Sie bitte dem Download auf diesen Seiten.

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