Die Mutter gab den entscheidenden Anstoß


Annette Werner ist bereits seit über 40 Jahren Kosmetikerin und ihren Salon in der Hauptstraße von Gusow kennt im Ort jeder. Am 2. November 1990 öffnete Sie Tür und Tor für zahlreiche Kunden. 1975 begann die heutige Kosmetikerin in der PGH „Modischer Chic“ zu lernen. In den Außenstellen der PGH in Seelow, Gusow und Falkenhagen sammelte sie ihre Erfahrungen und blieb insgesamt 15 Jahre. „Betriebe wie der VEB Statron hatten Sozialräume eingerichtet, darunter auch für die Kosmetik“, erinnert sie sich. Zu DDR-Zeiten ging fast jede Frau zur Kosmetik, schätzt Annette Werner ein. Damals  kostete eine Behandlung höchstens 8,50 Mark. 3,60 Mark zahlte die Frau für die Fußpflege. Heute könne der Preis für eine kosmetische Behandlung schon einmal 29 Euro betragen. Die Fußpflege kostet noch einmal 14 Euro. „Das können sich in unserer strukturschwachen Gegend nicht mehr viele Frauen leisten“, meint sie. Schon fünf Jahre vor der Wende wollte sie sich selbstständig machen, Räume hätte sie kriegen können, doch der Vorsitzende der PGH war strikt dagegen. Im Februar 1990 fuhr sie mit einer Bekannten nach Berlin, um sich im Westteil einen modernen Kosmetiksalon anzusehen. „Meine Bekannte traute sich erst gar nicht reinzugehen. Ich musste sie überreden, wir überwanden uns schließlich und die Inhaberin erwies sich als ganz nett. Sie beantwortete all unsere Fragen und sagte uns auch, wo man welche Produkte erhalten kann.“ Nunmehr war sie fest entschlossen sich selbstständig zu machen. Ihre Eltern schenkten ihr den Blumengarten neben ihrem Haus, damit sie sich einen eigenen Salon anbauen konnte. Zum Jahresende wollte Annette Werner bei ihrer PGH kündigen. Doch ihr damaliger Chef kam ihr zuvor und sprach die Kündigung bereits für Ende Oktober aus. Doch er traf sie damit nur wenig, denn viele Kunden konnte sie in ihren neuen Salon übernehmen. „Mein Kundenbuch war rappelvoll“, sagt sie. Von Anfang an arbeitet sie allein. Seit über 20 Jahren ist die Kosmetikerin mehrmals in der Woche im AWO Seniorenzentrum „Anne Frank“ in Seelow tätig. „Viele ältere Damen legen noch Wert auf ihr Äußeres und sind dankbar für die Behandlung. Sie trägt zu ihrem Wohlbefinden bei“, so die Kosmetikerin. „In meinem Salon bin ich nur noch einmal in der Woche tätig“, sagt sie. „Meinen Beruf hat übrigens meine Mutter für mich ausgesucht“, verrät sie. Sie arbeitete im Büro der PGH „Modischer Chic“ und hatte erfahren, dass ein Lehrling gesucht wurde. Zur gleichen Zeit hatte ich auch eine Zusage für eine Ausbildung als Kindergärtnerin, weil ich Kinder sehr mag. Ich entschied mich letztlich doch für die Kosmetik und habe es nicht bereut.“ Im September 1990 nahm sie das Meisterstudium auf, absolvierte die allgemein-theoretischen Kurse. Doch dann traten die bundeseinheitlichen Vorschriften für das Handwerk in Kraft, die für die Kosmetikerin keinen Meister mehr vorsahen. „Das Studium war dennoch nicht umsonst. Ich habe viel gelernt und von den Teilnehmern aus anderen Gewerken viel erfahren“, sagt sie. Ihre praktische Ausbildung vor 1990 schätzt sie als recht umfassend und gründlich ein. „Da gab es z.B. das vierwöchige Hautpraktikum unter Anleitung von Hautärzten.“ Noch heute kann sie Krankheitsbilder der Haut bewerten und danach ihre Behandlung abstimmen.

Werner A. Kosmetikstudio

Hauptstr. 54 15306 Gusow-Platkow – Gusow 03346/844544

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